Zuletzt verifiziert: 9. Oktober 2026 · Quartalsweise geprüft Wir prüfen Pricing, DSGVO-Status und Funktions-Updates quartalsweise neu. Bei größeren Anbieter-Änderungen (z. B. Pricing-Klippen, neuer EU-Region) aktualisieren wir den Artikel sofort.
Praxis-Test

Brevo Test 2026 (ehemals Sendinblue): die DSGVO-Mailchimp-Alternative

Während Mailchimp mit US-Server-Default für DACH-Käufer:innen 2026 zur Drittlandtransfer-Falle wird, hat Brevo (ehemals Sendinblue) den klar saubereren Stack: EU-Anbieter, EU-Server, Support auf Deutsch (telefonisch allerdings erst ab Professional), und ein Free-Plan, der für die ersten Monate fast jeder Solo-Aufstellung reicht. Einordnung von Pricing, EU-Server und Automation.

Veröffentlicht: 2026-05-12 · Aktualisiert: 2026-10-09 · Fakten aus Anbieter-Doku, brevo.com/de/pricing und Community-Stimmen (Trustpilot/Capterra) – Brevo selbst haben wir mit eigenem, privat bezahltem Konto über mehrere Wochen genutzt.

8.7 / 10

Empfohlen für DACH-Setups mit DSGVO-Sensibilität – die saubere Mailchimp-Alternative.

  • DSGVO & EU-Server 9.5
  • Pricing (Volume) 9.0
  • Free-Plan-Umfang 9.0
  • Marketing-Automation 8.0
  • Templates & Editor 7.5
  • Deliverability 8.5

Die Gesamtnote gewichtet diese Dimensionen redaktionell – sie ist kein Mittelwert der Balken und liegt immer innerhalb ihrer Spannweite. Wie wir bewerten

DSGVO-konform · EU (FR/BE)

EU-Server: Ja · AVV: Ja · Telefon auf Deutsch: ab Professional

Brevo kostenlos starten →Free · Starter ab 6,33 EUR/Mo (Jahresabo)EU-ServerFree-Plan dauerhaftSupport auf DeutschWerbelink
Taylor Liu – Tester bei ToolsPick.de

Von Taylor Liu · IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

· Eigene Nutzung mit privat bezahltem Konto über mehrere Wochen · Quellen: Anbieter-Doku, brevo.com/de/pricing, Trustpilot-/Capterra-Stimmen · Lizenz selbst bezahlt

Wie diese Analyse entstand

Brevo (ehemals Sendinblue) ist in DACH eines der meistgesuchten E-Mail-Marketing-Tools und gleichzeitig der EU-Server-Default für Newsletter-Setups. Die Fakten dieser Einordnung stammen aus Anbieter-Doku, Pricing-Seite und Community-Stimmen – Brevo selbst haben wir mit eigenem, privat bezahltem Konto über mehrere Wochen genutzt.

Worauf die Einordnung beruht:

  • Pricing-Referenz: brevo.com/de/pricing – Free + Starter (ab 6,33 €/Mo im Jahresabo, 7 € bei monatlicher Zahlung) bis Standard; der Preis skaliert mit Kontaktzahl und Versandvolumen (beide sind im Konfigurator als Kontingent ausgewiesen)
  • Aktualität: Preise gegen die Live-Preisseite geprüft (Stand 04.11.2026)
  • Funktionsumfang: Newsletter-Editor, Marketing-Automation, Transactional-API, SMS; keine native iOS-App (siehe „Was nervt“)
  • Nutzer-Erfahrung: öffentliche Bewertungen auf Trustpilot, Capterra und OMR – Lob (Pricing, EU-Server) und Kritik (Account-Sperrungen, Editor)
  • Features: Drag-and-Drop-Sequenzen, Welcome-Mail-Automation, Transactional-Mails via REST-API, SMS-Kampagnen (laut Anbieter-Doku)
  • DSGVO: AVV gegen Art.-28-Checkliste geprüft, EU-Region (FR/BE), Tracking-Pixel-Hinweise – laut Anbieter-Doku
  • Vergleichsmaßstab: Mailchimp (Standard) und ActiveCampaign (Lite) parallel als Referenz

Quellen für externe Daten: Brevo Pricing-Seite · G2 Brevo-Bewertungen · AVV-PDF aus dem Brevo-Backend · Deutsche DSGVO-Konformitäts-Dokumentation von Brevo direkt.

Pricing-Pläne im Überblick

Brevo rechnet pro versendete E-Mail (Volume-Pricing), nicht pro Kontakt – anders als Mailchimp. 2026 neue Struktur: Standard ersetzt das alte Business (am beliebtesten), Professional ist neu für Marketing-Ops-Teams. Jährliche Abrechnung gibt 10 % Rabatt.

Free

0 €

300 E-Mails/Tag – Tages-, kein Monatslimit

  • Bis zu 100.000 Kontakte
  • 300 E-Mails/Tag (Tageslimit)
  • Drag & Drop-Editor
  • Brevo-Branding in Footer

Starter

6,33 €/Monat

jährlich (regulär 7 €) · ab 5.000 E-Mails

  • 5.000–100.000 E-Mails skalierbar
  • AI Content Generator
  • Erweiterte Segmentierung
  • Formulare + Basis-Reporting
Empfohlen

Standard

13,50 €/Monat

jährlich (regulär 15 €) · Am beliebtesten

  • Alles aus Starter
  • Marketing-Automation
  • A/B-Tests
  • Send-Time-Optimization
  • Predictive-Sending
  • Heatmaps + Reports

Professional

449,08 €/Monat

jährlich (regulär 499 €) · Teams + Daten + AI

  • Alles aus Standard
  • Multi-User-Teams
  • Daten- und Custom-Audience-Tools
  • AI-Features (Content/Send-Optimization)

Enterprise

auf Anfrage

dedizierte IPs · SLA · Account-Manager

  • Alles aus Professional
  • Dedizierte IP-Adresse(n) für saubere Sender-Reputation
  • Service-Level-Agreement (SLA) mit Uptime-Garantie
  • Account-Manager + Priority-Support
  • Asset Sharing und Subaccount-Management (laut Funktionsvergleich nur Enterprise)

Stand 04.11.2026, live geprüft auf brevo.com/de/pricing · Preise pro Monat bei jährlicher Zahlung, monatlich ohne den Jahresrabatt von 10 % · Free dauerhaft kostenlos mit bis zu 300 E-Mails pro Tag; zum Ausprobieren verweist die FAQ auf dieses kostenlose Paket · Enterprise auf Anfrage.

Auf einen Blick

AnbieterBrevo GmbH, Köpenicker Str. 126, 10179 Berlin (HRB 133191, AG Charlottenburg) – laut Terms of Service Vertragspartner für Kunden mit Sitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz; Tochter der Sendinblue SAS, Paris. Laut Anbieter 2012 von Armand Thiberge gegründet
MarkeBrevo (ehemals Sendinblue, Umbenennung 2023)
Server-StandortEU – OVH Frankreich (die deutsche Fassung der Unterauftragsliste nennt zusätzlich Deutschland) und Google Cloud Belgien; Cloudflare (CDN) und Zendesk (Support) laut Unterauftragsliste „EU/USA“
DSGVO / AVVAVV im Standard – der DPA ist Appendix 3 der öffentlichen Terms of Service, also Teil des Vertrags und nicht separat zu beantragen. Die namentliche Subprozessor-Liste steht im selben Dokument: Tabelle „Brevo Infrastructure Sub-Processors“ im DPA mit den Spalten Company, Sub-Processed Activity, Company location, Server Location und Safeguards. (geprüft 27.09.2026)
Free-Plan0 EUR – 300 E-Mails pro Tag (Tages-, kein Monatslimit) · laut Funktionsvergleich bis zu 100.000 gespeicherte Kontakte; die Marketing-Automation ist im Free- und Starter-Tarif auf 2.000 Kontakte begrenzt
Starter6,33 EUR/Mo (jährlich, regulär 7) – 5.000 E-Mails/Monat; De-Branding nur als +8,10 €-Add-on
Standard13,50 EUR/Mo (jährlich) – Marketing-Automation, A/B-Tests, Multi-Channel
Professional449,08 EUR/Mo (jährlich, regulär 499) – ab 150.000 E-Mails/Monat, 10 User inklusive
EnterpriseAuf Anfrage – dedizierte IPs, SLA, Account-Manager
Pricing-ModellVolumen-basiert (E-Mails/Monat) – nicht kontakt-basiert
Marketing-AutomationWorkflow-Builder mit Triggern in jedem Paket; in Free und Starter für bis zu 2.000 Kontakte, ab Standard unbegrenzt
SMS-MarketingJa, integriert (separates Volumen-Pricing)
IntegrationenLaut Brevo 150+ (Menü) bzw. über 500 Plattformen (Funktionsvergleich); Pipedrive, HubSpot, Shopify und WordPress stehen auf der Integrationsseite
APIREST + Webhooks, gut dokumentiert
Mobile AppNicht im Fokus – Web-UI ist mobile-tauglich
Deutscher SupportTicket/E-Mail auf Deutsch ab Starter (laut Preisseite „6 Sprachen“); Telefon laut Brevo nur in Professional und Enterprise, Mo bis Fr, Rufnummer erst im eingeloggten Konto. Berliner Office belegt, ein dediziertes DACH-Telefon-Team ist nicht dokumentiert (geprüft 25.09.2026)
UI-SpracheDeutsch

Was Brevo stark macht

1. EU-Server-Default ist die DSGVO-Killer-Eigenschaft

Für Mailchimp ist keine wählbare EU-Region dokumentiert – weder im Nachtrag zur Datenverarbeitung noch in der Intuit-Datenschutzerklärung, beide beschreiben Transfers über Standardvertragsklauseln (geprüft 14.09.2026). Bei Brevo liegt das Newsletter-Hosting laut Unterauftragsliste bei OVH (Frankreich) und Google Cloud (Belgien), ohne dass du etwas umstellen musst. Anbieter für DACH ist laut Impressum die Brevo GmbH in Berlin, und der AVV ist im Standard dabei – er steht als Appendix 3 direkt in den Terms of Service. Die namentliche Subprozessor-Liste ist öffentlich: Sie steht als Tabelle in demselben Appendix 3, mit Server Location und Transfer-Garantie je Dienstleister. Für jede DACH-Konto-Anlage mit personenbezogenen Daten ist das die DSGVO-Aufstellung, die deutsche Käufer:innen mit wenig Compliance-Aufwand bekommen können.

2. Volumen-basiertes Pricing ist fair für Newsletter-Listen

Mailchimp und ActiveCampaign berechnen pro Kontakt – eine 50.000-Kontakte-Liste kostet Mailchimp 406,67 €/Monat regulär, auch wenn du nur einmal monatlich versendest. Brevo berechnet pro versendeter E-Mail, was bei großen, aber weniger oft kontaktierten Listen deutlich günstiger ausfällt. Rechnerisch (auf Basis der Anbieter-Pricing-Seiten): 50k Kontakte mit monatlichem Newsletter liegen bei Brevo im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Monat, während Mailchimp nach Kontakt-Zahl deutlich höher abrechnet.

3. Großzügiger Free-Plan

Brevo begrenzt den Free-Tarif vor allem über den Versand, kaum über die Liste: 300 E-Mails pro Tag, gespeichert werden dürfen laut Funktionsvergleich bis zu 100.000 Kontakte. Das ist der Gegenentwurf zu Mailchimp, das im Free-Tarif bei 250 Kontakten und 500 Sendungen pro Monat dichtmacht.

Wichtig ist dabei das Wort Tag: Ein Newsletter an 1.000 Empfänger:innen passt nicht in den Gratis-Tarif, auch wenn das Monatsvolumen mit 1.000 Mails winzig bleibt – 300/Tag heißt 300/Tag. Wer monatlich an mehr als 300 Kontakte sendet, muss den Versand über mehrere Tage stückeln oder zahlen. Gratis nutzbar ist Brevo damit für Listenaufbau und kleine Verteiler, nicht für den klassischen Monats-Newsletter an eine vierstellige Liste.

4. Marketing-Automation auf hohem Niveau

Ab Standard-Plan arbeitet der Workflow-Builder ohne Kontakt-Grenze (in Free und Starter laut Funktionsvergleich auf 2.000 Kontakte beschränkt) – mit Triggern (E-Mail-Öffnung, Link-Klick, Datum, Custom-Events), Bedingungen, Verzweigungen und Multi-Channel-Versand (E-Mail + SMS). Ein 5-Schritte-Onboarding-Funnel (Welcome → Lead-Magnet → Tutorial → Soft-Pitch → Hard-Pitch) lässt sich laut Anbieter-Doku und Anwenderberichten mit dem Workflow-Builder ohne Programmierung abbilden. ActiveCampaign ist hier vergleichbar, Mailchimp etwas hinten dran (in Essentials nur Flows mit bis zu 4 Schritten, Verzweigungen erst ab Standard).

5. Support auf Deutsch: telefonisch erst ab Professional

Schriftlich läuft der Support auf Deutsch: Der Hilfebereich nennt Deutsch als eine von sechs Support-Sprachen ohne Tarifbindung, und die Preisseite listet E-Mail-Support ab Starter („Wir unterstützen dich in 6 Sprachen“). Telefonisch gilt laut Brevo eine Tarifgrenze – Telefonsupport gibt es nur in den Paketen Professional (449,08 EUR/Mo im Jahresabo) und Enterprise, nur Mo bis Fr, und die Rufnummer ist nicht öffentlich: Sie wird erst im eingeloggten Konto unter „Support & Tickets“ sichtbar. Im Guthaben-/Credits-Modell ist laut Preisseiten-FAQ kein telefonischer Support enthalten.

Brevo hat ein Berliner Office in Kreuzberg und schreibt, das Support-Team sitze „unter anderem“ in Deutschland – ein dediziertes DACH-Telefon-Team dokumentiert der Anbieter nicht (geprüft 25.09.2026). Wer einen deutschsprachigen Ansprechpartner am Telefon erwartet, muss das also bei der Tarifwahl einplanen; auf Starter und Standard bleibt es bei Ticket und E-Mail.

6. Saubere REST-API und Webhooks

Wer eigene Workflows baut (Stripe-Subscription → Brevo-Liste → Welcome-Sequenz), findet eine REST-API mit fairen Rate-Limits und gut dokumentierten Webhooks. Bei Mailchimp ist das ähnlich, bei ActiveCampaign sogar etwas tiefer – aber Brevos API reicht für 95 % der DACH-Use-Cases.

Zwischenfazit: Wenn du E-Mail-Marketing aus DACH-DSGVO-Sicht aufstellen willst, ist Brevo der einfachste EU-Anbieter – Hosting in FR/BE, dauerhafter Free-Plan.

Brevo kostenlos starten →Free · Starter ab 6,33 EUR/Mo (Jahresabo)EU-Hosting (FR/BE)300 E-Mails/Tag gratisTelefon ab ProfessionalWerbelink

Was man vor dem Brevo-Kauf wissen sollte

Die Gotchas, die im Marketing nicht auftauchen – gesammelt aus Trustpilot-DE-Bewertungen (4,4/5 bei 6.000+ Reviews, aber bimodal verteilt), Brevo-Hilfe-Doku und EmailToolTester-Dauertest.

1. Account-Suspensions kommen oft ohne Vorwarnung

Brevo suspendet Accounts strikt bei Unsubscribe-Rate > 1 % oder Bounce-Anomalien – anders als Mailchimp gibt es selten eine Vorwarn-E-Mail. Ein Trustpilot-DE-User formuliert es scharf: „Absolut nicht zu empfehlen, außer man möchte seine Zeit für ein sauberes Setup von Brevo in den Sand setzen weil direkt willkürlich Sperrungen passieren." Konsequenz: Liste sauber halten – keine alten Excel-Importe ohne Re-Permission-Pass, DOI strikt einhalten, Bounce-Warnings sofort behandeln.

2. Free-Tier-Limit ist 300 E-Mails pro TAG (nicht Monat) + „Sent with Brevo“-Sticker

„9.000 E-Mails/Monat“ klingt großzügig im Marketing – die Realität ist ein tägliches Hard-Limit von 300 Mails. Bei > 300 Empfängern wird die Kampagne abgeschnitten und du musst manuell requeuen. Plus: jede versendete Mail hat einen „Sent with Brevo“-Sticker im Footer. Wenn du das Branding entfernen willst: +8,10 €/Monat als Add-on auf den Starter-Plan (NICHT im Starter inkludiert) – die Surprise-Cost erkennt man erst beim Upgrade.

3. Sendinblue → Brevo Rebrand (Mai 2023) hinterließ Doku-Chaos

Die alte Sendinblue-Marke wurde im Mai 2023 zu Brevo. Wer alte Tutorials (vor 2023) googelt, landet auf URL-Paths, die nicht mehr stimmen – alte AGB-Versionen, alte API-Doku-Links. Eine Zahl dazu nennen wir nicht – die Berichte aus der Rebrand-Zeit lassen sich nicht auf eine erreichbare Quelle zurückführen. Aktuelle Brevo-Doku ist sauber, aber für ältere Probleme via Stack-Overflow oder Heise-Foren ist die Sendinblue-vs-Brevo-Linkmigration noch ein Reibungspunkt.

4. Automations-Grenze in Free und Starter: 2.000 Kontakte für alle Workflows zusammen

In Free und Starter können laut Brevo-Hilfe nur 2.000 eindeutige Kontakte in die aktiven Automatisierungen eintreten – die Grenze gilt für alle Workflows zusammen, nicht je Workflow; ein Kontakt in zwei Workflows zählt einmal. Ist sie erreicht, nimmt keine Automatisierung mehr neue Kontakte auf, Kontakte in laufenden Workflows durchlaufen ihre Schritte weiter. Aufgehoben wird die Grenze erst mit Standard, Professional oder Enterprise – einen Funnel zu duplizieren hilft deshalb nicht.

5. UI-Englisch-Reste im Form-Builder trotz DE-Konto-Sprache

Wenn du auf Deutsch konfiguriert hast, aber den Sign-up-Form-Builder öffnest: Buttons wie „Create sign-up form“ und „Enable GDPR fields“ sind teils nicht übersetzt. Die Brevo-Community-Threads bestätigen das. Für DACH-Kund:innen, die das ganze Setup ihrem Steuerberater oder Auftrags-Verarbeiter zeigen müssen: minimaler Irritations-Faktor, aber Beleg dafür, dass Brevo ein französisches Produkt mit DACH-Lokalisierungs-Lücken bleibt.

6. SMS-Marketing wird in DACH richtig teuer

Laut Brevo-Preisrechner kostet eine SMS nach Deutschland 9 Credits, 100 SMS kosten 9,00 € – also 0,09 € je SMS, von 100 bis 100.000 Nachrichten zum selben Satz; wie viele Credits eine Nachricht tatsächlich verbraucht, hängt laut Brevo von Typ, Länge und Zeichensatz ab. Eine WhatsApp-Marketing-Nachricht nach Deutschland kostet 16,157 Credits (rund 0,16 €); WhatsApp-Credits gibt es nur in den Paketen Professional und Enterprise, verkauft in Paketen à 100 Credits. Beides wird vorab als Guthaben gekauft. Für ein 3.000-Kontakte-Setup mit monatlicher SMS-Aktion: 3.000 × 0,09 € = 270 € allein für SMS. Wer SMS in großen Mengen verschickt, sollte spezialisierte SMS-Anbieter parallel vergleichen.

7. Deliverability-Schere zwischen DACH und International

Brevo hat die CSA-Zertifizierung (Certified Senders Alliance) – das gibt einen strukturellen Vorteil bei deutschen Providern wie GMX, Web.de und T-Online. Prozentwerte zur Inbox-Rate nennen wir nicht: Die kursierenden Zahlen stammen aus Dauertests, deren Quelle wir nicht erreichen, und eigene Messreihen erheben wir nicht. Wenn deine Liste primär internationale Empfänger:innen hat (Gmail USA, Yahoo Japan, etc.): teste deliverability mit GlockApps oder Mail-Tester vor der ersten großen Kampagne.

Was nervt

1. Drag-and-Drop-Editor ist solide, aber nicht Spitze

Der E-Mail-Editor funktioniert, ist aber visuell konservativer als Mailchimps oder ActiveCampaigns Designer. Wer extrem polierte HTML-E-Mails braucht (Marketing-Agenturen mit hohem Design-Anspruch), empfindet Brevo manchmal als limitierend. Für Standard-Newsletter und Sequenzen reicht es problemlos.

2. Templates-Bibliothek kleiner

~60 vorgefertigte Templates vs Mailchimps ~100+. Die Brevo-Templates sind aber DACH-tauglich auf Deutsch verfügbar – anders als bei Mailchimp, wo viele Templates US-Marketing-Tonalität haben.

3. SMS-Pricing wird teuer schnell

Eine SMS nach Deutschland kostet laut Brevo-Preisrechner 0,09 € (9 Credits). Für ein 3.000-Kontakte-Setup mit monatlicher SMS fallen damit 270 € allein für SMS an. Wer SMS-Marketing ernsthaft fahren will, sollte spezialisierte SMS-Anbieter vergleichen.

4. Keine native Mobile-App

Mailchimp hat eine vollwertige Mobile-App für Newsletter-Statistiken und schnelle Kampagnen-Checks. Brevo setzt auf die Web-UI, was mobil zwar funktioniert, aber weniger ergonomisch ist. Für die meisten Solo-Newsletter-Setups kein Problem.

5. Reporting hat Lücken bei Kohorten-Analyse

Brevo zeigt Öffnungs- und Klick-Raten, aber Kohorten-Analyse („wie verhalten sich Abonnenten, die im Januar starteten, gegen die im März?") fehlt im Standard-Setup. ActiveCampaign ist hier deutlich tiefer.

Brevo im Alltag: typische Einsatzszenarien

Wie fühlt sich Brevo im Alltag an? Hier eine Tag-im-Leben-Beschreibung – research-basiert aus Anbieter-Doku und Anwenderberichten (Trustpilot, Capterra) für ein typisches DACH-Newsletter-Setup.

Newsletter-Versand (Drag-and-Drop)

Web-App öffnen → Campaigns → Neue E-Mail-Kampagne → Empfänger-Segment wählen (z. B. „DACH-Region + Account-Tier=B2B“) → Drag-and-Drop-Editor → Inhalt aus Template anpassen → Vorschau in Desktop + Mobile + Inbox-Preview (Gmail/Outlook/Apple Mail) → A/B-Subject-Line-Test mit 20 % Teilung → Versand-Zeit planen oder „jetzt senden“. Laut Anwenderberichten ist der Ablauf mit eingespieltem Template zügig; der Editor gilt als etwas klickintensiver als Mailchimp und ActiveCampaign, aber unkompliziert.

Automation-Sequenz aufsetzen (einmalig)

Automations → Neue Workflow → Trigger wählen (z. B. „neuer Kontakt aus Form X") → Schritt 1: Sofort-Mail mit Welcome → Schritt 2: 2 Tage warten → Schritt 3: Conditional Branch („hat geöffnet?“ → ja: Bonus-Mail, nein: Reminder-Mail) → Schritt 4: Tag „onboarded“ setzen. Nach dem einmaligen Setup läuft die Sequenz autonom – eine Automation-Tiefe, die im Free-/Starter-Tarif laut Anbieter-Doku selten ist.

Transactional-Mail-Integration (API-Setup)

Für eigene Integrationen: Brevo REST-API Token erstellen → Node.js-Snippet mit `brevo-sdk` (npm) → Test-Mail auslösen. Templates lassen sich per ID referenzieren, Variablen-Substitution ist laut Doku sauber gelöst. Transactional-Mails werden separat abgerechnet (laut Anbieter-Preisliste) – günstiger als Mailchimp Transactional (Mandrill), vergleichbar mit Postmark/Mailgun.

Reporting nach Newsletter-Versand

Reports → ausgewählte Kampagne → Open-Rate, Click-Rate, Bounce-Details, Heatmap des Click-Verhaltens. Brevo zeigt auch Unsubscribe-Reasons (wenn der Empfänger sie angibt – selten, aber hilfreich bei System-Optimierung).

List-Hygiene (Wochen-Routine)

Bounces + Spam-Complaints automatisch markieren, manuelle Inactive-Cleanup (Kontakte ohne Öffnung in 6 Monaten) als optionale Wochen-Routine. Brevo-„Inactive Contact“-Filter macht das mit 2 Klicks. Bei großen Listen (>10k) lohnt sich der wöchentliche Reinigungsturnus für bessere Sender-Reputation und niedrigere Pricing-Tier-Treffer.

Monatsende-Auswertung

Reports → Monats-Übersicht: Versandvolumen, ø Open-Rate über alle Kampagnen, neue Subscribers/Abmeldungen, Top-Performing-Content, Bounce-Rate-Trends. Export als PDF für Marketing-Reportings. Bei Mailchimp ist diese Übersicht laut Anwenderberichten etwas polierter (mehr Charts); bei ActiveCampaign tiefer in Custom-Reports.

Was die Community sagt: Brevo bei Drittquellen

Aggregierter Stand aus mehreren Drittplattformen – keine Meinung der Hersteller. Als Themen-Referat gekennzeichnete Abschnitte fassen in unseren eigenen Worten zusammen, was die darunter genannte Quelle zeigt – je nach Eintrag öffentliche Bewertungen oder Diskussions-Threads. Sie sind keine Nutzer:innen-Zitate. Wo ein Link steht, führt er zur genannten Plattform; nennt ein Eintrag mehrere, nur zu einer davon. OMR · Trustpilot am 2026-08-08 live geprüft · übrige Plattformen (u. a. G2, Capterra) seit der Ersterhebung nicht neu erhoben

Wiederkehrendes Lob

  • User-friendly Drag-and-Drop Newsletter-Editor
  • Marketing-Automation-Features (Drip-Campaigns, Trigger-Workflows)
  • EU-Hosting + DSGVO-Default
  • Großzügiges Free-Tier (300 Mails/Tag, bis zu 100.000 Kontakte)
  • Helpful Customer Support mit Video-Tutorials

Wiederkehrende Kritik

  • Deliverability-Probleme – Mails landen in einigen Setups im Spam
  • Pricing-Struktur kann unübersichtlich werden (Volumen vs. Kontakte vs. Add-ons)
  • Account-Suspendierungen ohne klare Begründung in Trustpilot-1-Stern-Reviews
  • Heatmap- und Conversion-Rate-Reporting fehlen seit Sendinblue→Brevo-Rebrand
  • Template-Customization limitierter als Mailchimp

Themen-Referate der Redaktion

Themen-Referat der Redaktion

Wird oft gelobt für nutzerfreundliches Interface und einfache Newsletter-Erstellung per Drag-and-Drop. Marketing-Automation-Features und hilfreicher Customer Support werden geschätzt. Allerdings berichten Nutzer:innen über gelegentliche Performance-Probleme, Limitierungen bei Template-Customization und Features im Free-Tier. Die Pricing-Struktur kann verwirrend wirken.

Themen-Referat der Redaktion

Loben das intuitive Interface und den hilfreichen Customer-Support mit umfangreichen Video-Tutorials. Einige berichten über reduzierte Funktionalität gegenüber dem Vorgänger Sendinblue – fehlende Heatmaps und Conversion-Rate-Reporting werden vermisst.

Themen-Referat der Redaktion

Positive Reviews schätzen die absolute DSGVO-Konformität und einfache Handhabung. Negative Reviews konzentrieren sich auf langsamen Customer-Support, Deliverability-Probleme und gelegentliche Account-Suspendierungen ohne klare Erklärung.

Themen-Referat der Redaktion

Konsistent gelobt für Ease-of-Use und intuitives Interface. Advanced Customization-Optionen werden teilweise als limitiert beschrieben. Marketing-Automation-Tiefe als ausreichend für SMB-Setups bewertet, für Enterprise-Workflows wird ActiveCampaign empfohlen.

DSGVO im Detail: die Brevo-Aufstellung

Brevo ist DSGVO-stark, aber kein reiner EU-Stack: EU-Anbieter, Hosting laut Unterauftragsliste bei OVH (Frankreich) und Google Cloud (Belgien), AVV im Standard (Appendix 3 der öffentlichen Terms of Service, nicht separat zu beantragen), Support auf Deutsch (telefonisch laut Brevo erst ab Professional). In derselben Liste stehen aber Cloudflare (CDN/WAF) und Zendesk (Support-Ticketing) mit Standort „EU/USA“ – wer eine Drittland-Freiheit dokumentieren muss, kommt um eine Einzelfall-Prüfung nicht herum.

Was Brevo speichert

  • E-Mail-Adressen, Vornamen, Custom-Attribute
  • E-Mail-Verhalten (Öffnungen, Klicks, Bounces)
  • Custom-Events (z. B. Käufe, Logins) bei API-Integration
  • SMS-Verhalten, falls SMS-Modul aktiv

DSGVO-Setup-Checkliste

  • Double-Opt-in standardmäßig aktivieren (DACH-Pflicht)
  • AVV nicht separat anfordern – er ist als Appendix 3 der Terms of Service bereits Vertragsbestandteil
  • Subprozessor-Liste regelmäßig prüfen (Brevo dokumentiert Updates)
  • DKIM/SPF/DMARC für eigene Domain einrichten (Brevo-Anleitung folgen)
  • Custom-Domain für Tracking-Links nutzen (kein Brevo-Default)

Wann lohnt sich Upgrade von Free zu Starter zu Standard?

Anders als bei den meisten US-Tools sind Brevos Tier-Übergänge an konkrete Limits geknüpft, nicht an „Feature-Buckets“. Das macht die Entscheidung berechenbar – du erkennst den nächsten Tier-Sprung am Hard-Limit, nicht an Marketing-Promotion.

Free reicht solange …

  • du unter 300 versendeten E-Mails pro Tag bleibst (nicht Monat!)
  • du den „Sent with Brevo“-Sticker im Footer akzeptierst
  • deine Automatisierungen mit höchstens 2.000 Kontakten auskommen (mehr nimmt der Free-Plan laut Brevo-Hilfe nicht auf)
  • du nur eine Sender-E-Mail-Adresse betreibst

Realistisch: Solo-Coaches mit 150-500 Subscribern + monatlichem Newsletter sind jahrelang im Free-Tier sicher.

Upgrade auf Starter (~7 €/Mo bei monatlicher Zahlung, 6,33 € im Jahresabo) sobald …

  • du das Brevo-Branding aus deinen E-Mails entfernen willst (Add-on +8,10 €/Mo – Achtung!)
  • du regelmäßig > 300 Empfänger pro Versand hast und das Tages-Limit dir Kampagnen abschneidet
  • du DKIM + SPF + DMARC sauber konfigurierst und Custom-Sender-Domain brauchst

Upgrade auf Standard (~13,50 €/Mo) sobald …

  • deine Automatisierungen zusammen mehr als 2.000 eindeutige Kontakte aufnehmen sollen (Grenze in Free und Starter)
  • du A/B-Testing für Subject-Lines + Content brauchst
  • du Landing-Pages direkt in Brevo bauen willst (statt extra Tool)
  • du Klick-Heatmaps sowie Geo- und Geräteberichte willst (laut Funktionsvergleich ab Standard)
  • du das Brevo-Logo ohne Add-on entfernen willst (laut Funktionsvergleich ab Standard enthalten, in Starter nur als Add-on)

Enterprise nur wenn …

  • du Multi-Brand-Agentur bist mit sauberer Mandanten-Trennung
  • du Asset Sharing oder ein SLA brauchst (laut Funktionsvergleich nur in Enterprise; Nutzerrechte gibt es schon ab Standard)
  • du eine dedizierte IP ohne Add-on willst (laut Funktionsvergleich in Professional als Add-on, in Enterprise enthalten)
  • du Custom-AVV mit Anpassungen brauchst (Standard-AVV reicht meist)

Pragmatischer DACH-Default: Start im Free, Upgrade auf Starter sobald das „Sent with Brevo“-Branding stört oder du > 300 Mails/Tag versendest. Standard wird nötig, sobald die Automatisierungen zusammen mehr als 2.000 eindeutige Kontakte aufnehmen sollen.

Kündigung + Migration: Subscriber-Liste + DSGVO-Lösch-Workflow

E-Mail-Marketing-Daten sind doppelt heikel: Subscriber-Liste ist dein wertvollster Marketing-Asset, gleichzeitig sind die personenbezogenen Daten unter DSGVO-Lösch-Pflicht. Der Off-Boarding-Workflow bei Brevo ist dokumentiert, aber nicht trivial.

Subscriber-Liste exportieren

Workflow:

  1. Brevo-Dashboard → Contacts → Start export
  2. Format wählen: CSV mit Komma- oder Semikolon-Separator (Excel-DE lieber Semikolon)
  3. Custom-Attributes mit-exportieren aktivieren (sonst verlierst du DSGVO-relevante Felder wie Consent-Datum)
  4. Bei < 10.000 Kontakten: Export dauert ~5-10 Min. Bei größeren Listen: bis zu mehrere Stunden

Was du im Export NICHT bekommst

  • Gesendete Kampagnen-Statistiken (Öffnungs-/Klick-Raten pro Versand): nur im Dashboard sichtbar, kein PDF-Archiv-Export. Vor Kündigung Screenshots ziehen oder via API regelmäßig backuppen.
  • DOI-Bestätigungs-Logs in maschinenlesbarem Format: API-Zugriff nötig, manueller Export limitiert
  • Workflow-Automation-Definitionen: keine standardisierte JSON-Export-Option. Manuell dokumentieren wenn du sie auf einem anderen Tool nachbauen willst.

Migration zu Mailchimp oder ActiveCampaign

Technisch via CSV-Re-Import möglich, aber mit DSGVO-Caveats:

  • Mailchimp: akzeptiert „bereits eingewilligt“-Marker im Import, du gibst das Consent-Datum mit – gerichtsfest, wenn die Quell-Daten sauber waren
  • ActiveCampaign: verlangt einen Re-Permission-Pass bei Import – du musst alle Subscriber erneut per DOI bestätigen. Realistisch verlierst du 20-40 % der Liste bei diesem Schritt
  • Rapidmail / CleverReach (DACH-Alternativen): akzeptieren in der Regel CSV mit dokumentiertem Consent-Datum, aber prüfen die DOI-Belege im Audit

DSGVO-Konto-Löschung

Es gibt keinen 1-Klick-„Konto + alle Daten löschen“-Button. Workflow:

  1. Support-Ticket öffnen mit explizitem Verweis auf DSGVO Art. 17 (Recht auf Löschung)
  2. Identitäts-Verifikation per Account-Owner-E-Mail
  3. Brevo-Support bestätigt die Löschung schriftlich (Pflicht-Beleg für eigene Audit-Akte)
  4. Frist nach DSGVO: 30 Tage (Brevo erfüllt in der Regel innerhalb von 7-14 Werktagen)

Praktischer Rat vor Brevo-Kauf: Exit-Strategie durchdenken. Wer regelmäßig DSGVO-Audits hat: monatlich automatischen CSV-Export via API als Off-Site-Sicherung – unabhängig davon, ob du jemals kündigst. Schützt dich auch im Fall einer Account-Suspension (siehe Hidden Gotcha #1).

Für wen lohnt sich Brevo?

Gut geeignet für…

  • DACH-Solopreneure und kleine GmbHs mit DSGVO-Sensibilität
  • E-Commerce-Setups mit großen, aber wenig oft kontaktierten Listen
  • Bootstrap-Setups, die das Free-Tier maximieren wollen
  • Wer Marketing-Automation ohne ActiveCampaign-Komplexität will
  • Setups, die SMS-Marketing zusätzlich brauchen (integriert)

Eher nicht für…

  • Marketing-Agenturen mit höchsten Design-Ansprüchen (Mailchimp eleganter)
  • Tech-Setups mit komplexer Kohorten-Analyse-Bedarf (ActiveCampaign besser)
  • Reine US-/UK-Märkte ohne DACH-Fokus (Mailchimp ergonomischer)
  • Hochfrequente Kampagnen-Setups (täglich +) – Pricing skaliert nicht ideal
  • Mobile-First-Marketer:innen (keine native App)

Häufig gestellte Fragen

Was ist Brevo und warum die Umbenennung von Sendinblue?

Brevo ist eine ursprünglich französische E-Mail-Marketing-Plattform, die 2023 vom Markennamen Sendinblue auf Brevo umgestellt wurde. Für den deutschen Markt ist das relevanter, als es klingt: Das deutsche Impressum nennt als Anbieter die Brevo GmbH, Köpenicker Str. 126, 10179 Berlin (HRB 133191, AG Charlottenburg) – eine Tochtergesellschaft der Sendinblue SAS, 17 rue de Salneuve, Paris. Der Konzern sitzt in Paris (laut Anbieter 2012 von Armand Thiberge gegründet). Die Muttergesellschaft firmiert in Impressum und Terms of Service weiterhin als Sendinblue SAS; Vertragspartner für Kunden mit Sitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist laut den länderspezifischen Bedingungen der Terms of Service die Brevo GmbH. Die Umbenennung war Marketing-strategisch (klareres Branding für die internationale Expansion und den Marketing-Plattform-Anspruch jenseits reiner E-Mail). Funktional ist es dieselbe Plattform mit kontinuierlicher Weiterentwicklung – DACH-Kunden müssen nichts ändern, alte Vertragsdaten bleiben gültig.

Hat Brevo Server in der EU?

Ja, das Hosting liegt in der EU – die Unterauftragsliste im DPA (Appendix 3 der Nutzungsbedingungen) nennt in der englischen Fassung (Version 1. Oktober 2025) in der Spalte „Server Location“ für OVH „France“ und für Google Cloud Platform „Belgium“; die deutsche Fassung (Anhang 3, Version 16. Oktober 2025) führt OVH mit dem Serverstandort „Frankreich, Deutschland“ (beide geprüft 04.10.2026). Ein reiner EU-Stack ist es damit aber nicht: Dieselbe Liste führt Cloudflare (CDN und WAF) und Zendesk (Support-Ticketing) mit Standort „EU/USA“, abgesichert über Data Privacy Framework und Standardvertragsklauseln. Die Datenschutzerklärung sagt es selbst: Brevo ist „sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Europäischen Union tätig“. Für DACH-Setups bleibt das eine der saubersten Aufstellungen am Markt – die Newsletter-Daten liegen in der EU –, nur eben keine Null-Drittland-Geschichte.

Was kostet Brevo wirklich?

Fünf Tiers (verifiziert brevo.com/de/pricing): Free 0 EUR (nach Konto-Freigabe bis zu 300 E-Mails pro Tag), Starter ab 6,33 EUR/Mo (jährlich abgerechnet, regulär 7 EUR), Standard ab 13,50 EUR/Mo (Am beliebtesten – Marketing-Automation, A/B-Tests, Multi-Channel; regulär 15 EUR), Professional ab 449,08 EUR/Mo (jährlich abgerechnet, regulär 499 EUR – ab 150.000 E-Mails/Monat, 10 User inklusive), Enterprise auf Anfrage (laut Anbieter ab 1 Mio. Kontakten). Wichtig zum Lesen der Preisseite: Die Zahl auf der Tarif-Karte ist der Einstiegspreis und ändert sich nicht mit dem Kontakt-Regler – erst der Konfigurator darunter zeigt den Preis für die eigene Größe. Der Starter-Tarif kostet in der kleinsten Stufe (500 Kontakte, 5.000 E-Mails/Monat) 6,33 EUR; auf der Stufe 50.000 E-Mails/Monat sind es 42,33 EUR. Beides bei Jahreszahlung.

Brevo vs Mailchimp – was ist besser?

Brevo gewinnt bei DSGVO (EU-Server statt US-Default) und bei Pricing für große Listen (Volumen-basiert statt Kontakt-basiert). Beim Support ist der Abstand kleiner, als es oft dargestellt wird: Brevo antwortet auf Deutsch, telefonisch aber laut Anbieter nur in den Paketen Professional und Enterprise und nur Mo bis Fr – die Rufnummer steht nicht öffentlich, sie wird erst im eingeloggten Konto unter ‚Support & Tickets' sichtbar. Brevo hat ein Berliner Office und schreibt, das Support-Team sitze ‚unter anderem' in Deutschland; ein dediziertes DACH-Telefon-Team ist nicht dokumentiert (geprüft 25.09.2026). Mailchimp nennt mehr als 300 Integrationen und führt ein Experten-Verzeichnis für die Einrichtung. Für DACH-Setups mit DSGVO-Sensibilität ist Brevo 2026 die bessere Wahl; für reine US-/UK-Märkte ist Mailchimp meist ergonomischer.

Funktioniert Brevo mit deutschen Buchhaltungs- oder CRM-Tools?

Native Integrationen gibt es zu Pipedrive, HubSpot, Salesforce und einigen anderen Standards. Sevdesk und Lexware Office laufen über Make.com oder Zapier. Brevos REST-API ist sauber und gut dokumentiert – komplexe Workflows zwischen E-Mail, CRM und Buchhaltung lassen sich mit n8n oder Make ohne Probleme bauen.

Wie ist die Zustellbarkeit bei Brevo?

Solide, aber ohne belegbare Zahl von uns: Die kursierenden Inbox-Raten stammen aus Dauertests, deren Quelle wir nicht auf eine erreichbare Seite zurückführen können, und eigene Messreihen erheben wir nicht. Strukturell spricht die CSA-Zertifizierung (Certified Senders Alliance) für bessere Zustellung bei deutschen Providern wie GMX, Web.de und T-Online. Mailchimp schneidet im internationalen Schnitt etwas besser ab. Eigene Messreihen erheben wir nicht. Brevo liefert klare DKIM/SPF/DMARC-Setup-Anleitungen, die die Zustellrate über die ersten Wochen stabilisieren helfen.

Lohnt sich Brevo? Drei ehrliche Bedingungen

Trustpilot DE zeigt 4,4/5 bei 6.000+ Reviews – aber bimodal verteilt: begeisterte Solo-Newsletter-Sender vs hart enttäuschte Account-Sperrungs-Opfer. Unsere ehrliche Einordnung: Ja, aber unter drei Bedingungen.

Bedingung 1: Du hältst deine Liste sauber + DOI-strikt

Brevos Compliance-Engine ist strenger als Mailchimps. Eine Unsubscribe-Rate über 1 % oder Bounce-Anomalien führen oft zu sofortiger Account-Suspension ohne Vorwarnung. Wer alte Excel-Importe ohne Re-Permission verwendet, einmalige Massen-E-Mails versendet oder DOI lockerhandhabt, gehört vorhersehbar zu den „STILL charged me €40 after the block“-Trustpilot-Klagen. Mit sauberer Liste + striktem DOI + monatlichem Bounce-Cleanup ist Brevo aber zuverlässig.

Bedingung 2: Dein Use-Case ist Newsletter-Single-Brand, nicht Multi-Mandant

Brevo glänzt bei Solo + KMU mit einer eigenen Marke. Für Marketing-Agenturen mit Multi-Client-Mandanten-Trennung ist die Sub-Account-Architektur erst auf Enterprise-Tier sauber (Subaccount-Management laut Funktionsvergleich nur in Enterprise). Wenn du 5+ Kunden parallel betreibst, sind ActiveCampaign oder MailerLite strukturell passender.

Bedingung 3: Du backuppst monatlich CSV-Export deiner Liste

Wegen der Account-Suspension-Realität und der DSGVO-Aufbewahrungs-Pflicht: monatlich CSV-Export deiner Subscriber-Liste lokal sichern. Das schützt dich gleich dreifach – gegen Account-Lock-Out, gegen Brevo-Server-Ausfall, und als Off-Site-Sicherung für eigene DSGVO-Audit-Akten. Aufwand: 5-10 Min via Brevo-Dashboard oder per API-Skript automatisiert.

Was uns nicht abgeschreckt hat

Die UI-Englisch-Reste, die dünnere Template-Bibliothek (40 vs 250+ bei ActiveCampaign) und die Sendinblue-Rebrand-Doku-Schere sind reale, aber managebare Pain-Points. Für DACH-Solo-Newsletter mit primär deutschen Empfänger:innen ist die CSA-Zertifizierung bei GMX, Web.de und T-Online ein konkreter Vorteil, der die UI-Lokalisierungs-Lücken überwiegt.

Empfehlung

Für deutsche Selbstständige, KMU und E-Commerce-Setups mit DSGVO-Sensibilität ist Brevo 2026 unsere klare Empfehlung im E-Mail-Marketing-Bereich. Der EU-Server-Default, das volumen-basierte Pricing und das großzügige Free-Tier machen es zur ergonomischsten Wahl – gerade als Mailchimp-Alternative.

Wenn du höchste Design-Ansprüche hast oder ein internationales US-/UK-Setup hast – bleib bei Mailchimp. Eine EU-Region bietet Mailchimp allerdings nicht; der AVV erlaubt die Verarbeitung in den USA und weiteren Ländern.

Wenn du Inbound-Marketing aus einer Plattform willst (CRM + Marketing + Sales), ist HubSpot Marketing Hub die bessere Wahl – siehe HubSpot Test.

Brevo kostenlos starten →Free · Starter ab 6,33 EUR/Mo (Jahresabo)EU-Hosting (FR/BE)300 E-Mails/Tag gratisTelefon ab ProfessionalWerbelink
Taylor Liu

Verfasst von

IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

Ich bin Taylor, Informatik-Student in Berlin. ToolsPick habe ich gestartet, weil ich 2025 sechs Stunden lang versucht habe rauszufinden, ob Sevdesk oder Lexware Office besser passt, und alle Vergleichsseiten waren entweder bezahlte Marketing-Texte oder US-Reviews ohne Schimmer von GoBD. Also schreibe ich die Tests jetzt selbst.

Mehr über unseren Testprozess →