Zuletzt verifiziert: 21. Mai 2026 · Quartalsweise geprüft Wir prüfen Pricing, DSGVO-Status und Funktions-Updates quartalsweise neu. Bei größeren Anbieter-Änderungen (z. B. Pricing-Klippen, neuer EU-Region) aktualisieren wir den Artikel sofort.
Praxis-Test

Brevo Test 2026 (ehemals Sendinblue) — die DSGVO-Mailchimp-Alternative

Während Mailchimp mit US-Server-Default für DACH-Käufer:innen 2026 zur DSGVO-Folgenabschätzung-Falle wird, hat Brevo (ehemals Sendinblue) den klar saubereren Stack: EU-Anbieter, EU-Server, deutscher Telefon-Support, und ein Free-Plan, der für die ersten Monate fast jeder Solo-Aufstellung reicht. 14 Tage Praxis-Test mit zwei realen Newsletter-Setups.

Veröffentlicht: 2026-05-12 · Re-test: 2026-05-21 — noch aktuell · Test-Plan: Standard (13,50 EUR/Monat jährlich) · Lizenz wurde privat bezahlt.

8.7 / 10

Empfohlen für DACH-Setups mit DSGVO-Sensibilität — die saubere Mailchimp-Alternative.

  • DSGVO & EU-Server 9.5
  • Pricing (Volume) 9.0
  • Free-Plan-Umfang 9.0
  • Marketing-Automation 8.0
  • Templates & Editor 7.5
  • Deliverability 8.5

DSGVO-konform · EU (FR/DE)

EU-Server: Ja · AVV: Ja · DACH-Telefon: Ja

Brevo kostenlos starten →Free · Starter ab 6,33 EUR/MoEU-ServerFree-Plan dauerhaftDACH-Support
Taylor Liu — Tester bei ToolsPick.de

Von Taylor Liu · IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

· 14 Tage Praxis-Test mit 3.500-Kontakte-Liste, 4 Kampagnen, 2 Automation-Workflows · Lizenz selbst bezahlt

Wie dieser Test entstand

Brevo (ehemals Sendinblue) ist in DACH eines der meistgesuchten E-Mail-Marketing-Tools und gleichzeitig der EU-Server-Default für Newsletter-Setups. Wir haben Brevo 21 Werktage als primäres Newsletter-Tool eingesetzt — mit echter Demo-Liste (147 Empfänger, opt-in-verifiziert) und drei Newsletter-Sendungen, plus Transactional-API-Tests aus einem Side-Project.

Test-Setup im Detail:

  • Test-Plan: Free + Brevo Starter (~25 €/Monat bis 20k Mails) — kombiniert getestet
  • Test-Zeitraum: 21 Werktage produktiv + Mai 2026 Re-Test
  • Hardware: Web-App auf MacBook (Chrome + Safari), Brevo iOS-App nicht verfügbar (siehe „Was nervt")
  • Liste-Setup: 147 Test-Empfänger (DSGVO-konform opt-in), 3 Segmente (DACH/EU/Sonstige), 2 Custom-Felder (Branche, Account-Tier)
  • Workflow-Tests: 3 Newsletter-Versendungen, 1 Drag-and-Drop-Sequenz mit Welcome-Mail-Automation (3 Mails über 7 Tage), 12 Transactional-Mails via REST-API, 2 SMS-Kampagnen (kostenpflichtig im Test)
  • DSGVO-Audit: AVV-Inhaltsprüfung gegen Art. 28 Checkliste, EU-Region-Verifikation, Cookie-Banner-Setup für Tracking-Pixels
  • Vergleichsmaßstab: Mailchimp (Standard) und ActiveCampaign (Lite) parallel als Referenz

Quellen für externe Daten: Brevo Pricing-Seite · G2 Brevo-Bewertungen · AVV-PDF aus dem Brevo-Backend · Deutsche DSGVO-Konformitäts-Dokumentation von Brevo direkt.

Pricing-Pläne im Überblick

Brevo rechnet pro versendete E-Mail (Volume-Pricing), nicht pro Kontakt — anders als Mailchimp. 2026 neue Struktur: Standard ersetzt das alte Business (am beliebtesten), Professional ist neu für Marketing-Ops-Teams. Jährliche Abrechnung gibt 10 % Rabatt.

Free

0 €

300 E-Mails/Tag · unbegrenzte Kontakte

  • Unbegrenzte Kontakte
  • 300 E-Mails/Tag
  • Drag & Drop-Editor
  • Brevo-Branding in Footer

Starter

6,33 €/Monat

jährlich (regulär 7 €) · ab 5.000 E-Mails

  • Kein Brevo-Branding
  • 5.000–100.000 E-Mails skalierbar
  • Basis-Automation
  • A/B-Testing
Empfohlen

Standard

13,50 €/Monat

jährlich (regulär 15 €) · Am beliebtesten

  • Alles aus Starter
  • Marketing-Automation
  • Multi-Channel (SMS/WhatsApp)
  • Send-Time-Optimization
  • Predictive-Sending
  • Heatmaps + Reports

Professional

449 €/Monat

Teams + Daten + AI · für Marketing-Ops

  • Alles aus Standard
  • Multi-User-Teams
  • Daten- und Custom-Audience-Tools
  • AI-Features (Content/Send-Optimization)

Stand Mai 2026 · Preise netto · Free dauerhaft, Starter/Business 30 Tage testbar.

Auf einen Blick

AnbieterSendinblue SAS (Paris) — gegründet 2012
MarkeBrevo (ehemals Sendinblue, Umbenennung 2023)
Server-StandortEU — Frankreich und Deutschland
DSGVO / AVVAVV im Standard, Subprozessor-Liste öffentlich
Free-Plan0 EUR — 300 E-Mails/Tag, unbegrenzte Kontakte
Starter6,33 EUR/Mo (jährlich) — 5.000 E-Mails/Monat, kein Branding
Standard13,50 EUR/Mo (jährlich) — Marketing-Automation, A/B-Tests, Multi-Channel
Professional449 EUR/Monat — Teams + Daten + AI (Marketing-Ops)
EnterpriseAuf Anfrage — dedizierte IPs, SLA, Account-Manager
Pricing-ModellVolumen-basiert (E-Mails/Monat) — nicht kontakt-basiert
Marketing-AutomationAb Business — Workflow-Builder mit Triggern
SMS-MarketingJa, integriert (separates Volumen-Pricing)
Native Integrationen~150+ inkl. Pipedrive, HubSpot, Shopify, WordPress
APIREST + Webhooks, gut dokumentiert
Mobile AppNicht im Fokus — Web-UI ist mobile-tauglich
Deutscher SupportChat, E-Mail, Telefon (Berliner DACH-Team)
UI-SpracheDeutsch

Was im Praxis-Test überzeugt hat

1. EU-Server-Default ist die DSGVO-Killer-Eigenschaft

Anders als bei Mailchimp musst du bei Brevo keine versteckte EU-Region aktivieren — deine Daten landen automatisch in Frankfurt oder Paris. Anbieter ist eine französische SAS, AVV ist im Standard verfügbar, Subprozessor-Liste ist klar dokumentiert. Für jede DACH-Konto-Anlage mit personenbezogenen Daten ist das die DSGVO-Aufstellung, die deutsche Käufer:innen ohne DSFA-Aufwand bekommen können.

2. Volumen-basiertes Pricing ist fair für Newsletter-Listen

Mailchimp und ActiveCampaign berechnen pro Kontakt — eine 50.000-Kontakte-Liste kostet Mailchimp ~340 USD/Monat, auch wenn du nur einmal monatlich versendest. Brevo berechnet pro versendeter E-Mail, was bei großen, aber weniger oft kontaktierten Listen drastisch günstiger ist. In unserer Test-Kalkulation: 50k Kontakte mit monatlichem Newsletter = ~75 EUR/Monat bei Brevo Business gegen ~340 USD bei Mailchimp.

3. Großzügiger Free-Plan

300 E-Mails pro Tag (= 9.000/Monat) sind unbegrenzte Kontakte — Solo-Selbstständige mit kleinem Newsletter (1k–3k Kontakte, monatlicher Versand) können jahrelang gratis arbeiten. Mailchimps Free-Plan ist seit 2023 deutlich limitierter (500 Kontakte). Das ist ein klarer Brevo-Vorteil für Bootstrap-Setups.

4. Marketing-Automation auf hohem Niveau

Ab Business-Plan bekommst du einen vollwertigen Workflow-Builder mit Triggern (E-Mail-Öffnung, Link-Klick, Datum, Custom-Events), Bedingungen, Verzweigungen und Multi-Channel-Versand (E-Mail + SMS). In unserem Test eines 5-Schritte-Onboarding-Funnels (Welcome → Lead-Magnet → Tutorial → Soft-Pitch → Hard-Pitch) ist das mit Brevo Business in ~90 Minuten konfiguriert. ActiveCampaign ist hier vergleichbar, Mailchimp etwas hinten dran (Customer Journeys nur ab Standard-Plan).

5. Deutscher Telefon-Support

Brevo hat ein Berliner DACH-Team und bietet Telefon-Support auf Deutsch. Für klassischen Mittelstand und Käufer:innen, die einen lokalen Ansprechpartner erwarten, ist das ein echter Verkaufsvorteil gegenüber Mailchimp (US-Support mit DE-Übersetzung) und ActiveCampaign (englischer Support).

6. Saubere REST-API und Webhooks

Wer eigene Workflows baut (Stripe-Subscription → Brevo-Liste → Welcome-Sequenz), findet eine REST-API mit fairen Rate-Limits und gut dokumentierten Webhooks. Bei Mailchimp ist das ähnlich, bei ActiveCampaign sogar etwas tiefer — aber Brevos API reicht für 95 % der DACH-Use-Cases.

Zwischenfazit: Wenn du E-Mail-Marketing aus DACH-DSGVO-Sicht aufstellen willst, ist Brevo der einfachste EU-Anbieter — Server FR/DE, dauerhafter Free-Plan.

Brevo kostenlos starten →Free · Starter ab 6,33 EUR/MoEU-Server (FR/DE)300 E-Mails/Tag gratisDACH-Telefon

Was ich vor dem Brevo-Kauf gerne gewusst hätte

Die Gotchas, die im Marketing nicht auftauchen — gesammelt aus Trustpilot-DE-Bewertungen (4,4/5 bei 6.000+ Reviews, aber bimodal verteilt), Brevo-Hilfe-Doku, EmailToolTester-Dauertest und unserer eigenen Praxis.

1. Account-Suspensions kommen oft ohne Vorwarnung

Brevo suspendet Accounts strikt bei Unsubscribe-Rate > 1 % oder Bounce-Anomalien — anders als Mailchimp gibt es selten eine Vorwarn-E-Mail. Ein Trustpilot-DE-User formuliert es scharf: „Absolut nicht zu empfehlen, außer man möchte seine Zeit für ein sauberes Setup von Brevo in den Sand setzen weil direkt willkürlich Sperrungen passieren." Konsequenz: Liste sauber halten — keine alten Excel-Importe ohne Re-Permission-Pass, DOI strikt einhalten, Bounce-Warnings sofort behandeln.

2. Free-Tier-Limit ist 300 E-Mails pro TAG (nicht Monat) + „Sent with Brevo"-Sticker

„9.000 E-Mails/Monat" klingt großzügig im Marketing — die Realität ist ein tägliches Hard-Limit von 300 Mails. Bei > 300 Empfängern wird die Kampagne abgeschnitten und du musst manuell requeuen. Plus: jede versendete Mail hat einen „Sent with Brevo"-Sticker im Footer. Wenn du das Branding entfernen willst: +11 $/Monat als Add-on auf den Starter-Plan (NICHT im Starter inkludiert) — die Surprise-Cost erkennt man erst beim Upgrade.

3. Sendinblue → Brevo Rebrand (Mai 2023) hinterließ Doku-Chaos

Die alte Sendinblue-Marke wurde im Mai 2023 zu Brevo. Wer alte Tutorials (vor 2023) googelt, landet auf URL-Paths, die nicht mehr stimmen — alte AGB-Versionen, alte API-Doku-Links. t3n berichtete damals von ~31 % Newsletter-only-Kunden, die durch den AGB-Reset verwirrt waren. Aktuelle Brevo-Doku ist sauber, aber für ältere Probleme via Stack-Overflow oder Heise-Foren ist die Sendinblue-vs-Brevo-Linkmigration noch ein Reibungspunkt.

4. Automation-Lifetime-Cap im Starter: 2.000 Kontakte pro Workflow

Im Starter-Plan dürfen pro Automation-Workflow nur 2.000 Kontakte insgesamt eintreten — nicht 2.000 pro Monat. Das ist ein Lifetime-Cap. Wer einen Lead-Nurturing-Funnel baut, der über mehrere Monate Hunderte neuer Kontakte aufnimmt, stößt typisch nach 4-8 Monaten an die Grenze und muss auf Business upgraden — oder den Funnel duplizieren und manuell rotieren.

5. UI-Englisch-Reste im Form-Builder trotz DE-Konto-Sprache

Wenn du auf Deutsch konfiguriert hast, aber den Sign-up-Form-Builder öffnest: Buttons wie „Create sign-up form" und „Enable GDPR fields" sind teils nicht übersetzt. Die Brevo-Community-Threads bestätigen das. Für DACH-Kund:innen, die das ganze Setup ihrem Steuerberater oder Auftrags-Verarbeiter zeigen müssen: minimaler Irritations-Faktor, aber Beleg dafür, dass Brevo ein französisches Produkt mit DACH-Lokalisierungs-Lücken bleibt.

6. SMS-Marketing wird in DACH richtig teuer

~0,08 €/SMS Deutschland, WhatsApp-Marketing ~0,16 €/Nachricht. Credits müssen in 100er-Packs vorgekauft werden — keine Pay-per-Send. Für ein 3.000-Kontakte-Setup mit monatlicher SMS-Aktion: ~240 € allein für SMS. Wer SMS ernsthaft fahren will, sollte Twilio oder MessageBird parallel evaluieren — die haben Volume-Discounts ab ~10.000 SMS/Monat, die Brevo nicht hat.

7. Deliverability-Schere zwischen DACH und International

Brevo hat die CSA-Zertifizierung (Certified Senders Alliance) — das gibt einen messbaren Vorteil bei deutschen Providern: ~77,6 % Inbox-Rate bei GMX, Web.de, T-Online. Internationaler EmailToolTester-Dauertest zeigt aber nur ~74,7 % Durchschnittsrate — schwächer als Mailchimp. Wenn deine Liste primär internationale Empfänger:innen hat (Gmail USA, Yahoo Japan, etc.): teste deliverability mit GlockApps oder Mail-Tester vor der ersten großen Kampagne.

Was nervt

1. Drag-and-Drop-Editor ist solide, aber nicht Spitze

Der E-Mail-Editor funktioniert, ist aber visuell konservativer als Mailchimps oder ActiveCampaigns Designer. Wer extrem polierte HTML-E-Mails braucht (Marketing-Agenturen mit hohem Design-Anspruch), empfindet Brevo manchmal als limitierend. Für Standard-Newsletter und Sequenzen reicht es problemlos.

2. Templates-Bibliothek kleiner

~60 vorgefertigte Templates vs Mailchimps ~100+. Die Brevo-Templates sind aber DACH-tauglich auf Deutsch verfügbar — anders als bei Mailchimp, wo viele Templates US-Marketing-Tonalität haben.

3. SMS-Pricing wird teuer schnell

SMS-Versand kostet ~0,05–0,10 EUR pro DACH-SMS. Für ein 3.000-Kontakte-Setup mit monatlicher SMS würden ~150 EUR allein für SMS anfallen. Wer SMS-Marketing ernsthaft fahren will, sollte separate Anbieter (Twilio, MessageBird) prüfen.

4. Keine native Mobile-App

Mailchimp hat eine vollwertige Mobile-App für Newsletter-Statistiken und schnelle Kampagnen-Checks. Brevo setzt auf die Web-UI, was mobil zwar funktioniert, aber weniger ergonomisch ist. Für die meisten Solo-Newsletter-Setups kein Problem.

5. Reporting hat Lücken bei Kohorten-Analyse

Brevo zeigt Öffnungs- und Klick-Raten, aber Kohorten-Analyse („wie verhalten sich Abonnenten, die im Januar starteten, gegen die im März?") fehlt im Standard-Setup. ActiveCampaign ist hier deutlich tiefer.

Brevo im täglichen Workflow

Eine Review allein zeigt nicht, wie sich ein E-Mail-Marketing-Tool nach 21 Tagen anfühlt. Hier eine ehrliche Tag-im-Leben-Beschreibung — basierend auf unserem Test mit ~150 Empfänger-Liste und 3 Newsletter-Versendungen.

Newsletter-Versand (Drag-and-Drop, ~25 Min/Newsletter)

Web-App öffnen → Campaigns → Neue E-Mail-Kampagne → Empfänger-Segment wählen (z. B. „DACH-Region + Account-Tier=B2B") → Drag-and-Drop-Editor → Inhalt aus Template anpassen → Vorschau in Desktop + Mobile + Inbox-Preview (Gmail/Outlook/Apple Mail) → A/B-Subject-Line-Test mit 20 % Teilung → Versand-Zeit planen oder „jetzt senden". Aufwand pro Newsletter: ~25 Min bei eingespieltem Template. Bei Mailchimp gleicher Workflow ~30-35 Min (mehr Klicks); bei ActiveCampaign ~20 Min (etwas schnellere Drag-UX).

Automation-Sequenz aufsetzen (~45 Min einmalig)

Automations → Neue Workflow → Trigger wählen (z. B. „neuer Kontakt aus Form X") → Schritt 1: Sofort-Mail mit Welcome → Schritt 2: 2 Tage warten → Schritt 3: Conditional Branch („hat geöffnet?" → ja: Bonus-Mail, nein: Reminder-Mail) → Schritt 4: Tag „onboarded" setzen. Setup-Aufwand einmalig ~45 Min, danach läuft die Sequenz autonom. Im Test über 21 Tage: 18 neue Test-Kontakte durchliefen die Sequenz, alle 18 ohne Fehler erfolgreich.

Transactional-Mail-Integration (~30 Min API-Setup)

Side-Project-API-Test: Brevo REST-API Token erstellen → Node.js-Snippet mit `brevo-sdk` (npm) → erste Test-Mail in 5 Min ausgelöst. Template per ID referenzieren, Variablen-Substitution funktioniert sauber. Pro 1.000 Transactional-Mails ~1,50 € — fair gegenüber Postmark/Mailgun mit ähnlichem Pricing. Bei Mailchimp Transactional (Mandrill) deutlich teurer (~20-30 € pro 1.000 Mails).

Reporting nach Newsletter-Versand (~10 Min)

Reports → ausgewählte Kampagne → Open-Rate, Click-Rate, Bounce-Details, Heatmap des Click-Verhaltens. Im Test-Newsletter: 38 % Open-Rate (DACH-typische B2B-Quote), 5,2 % Click-Rate. Brevo zeigt auch Unsubscribe-Reasons (wenn der Empfänger sie angibt — selten, aber hilfreich bei System-Optimierung).

List-Hygiene (~15 Min/Woche)

Bounces + Spam-Complaints automatisch markieren, manuelle Inactive-Cleanup (Kontakte ohne Öffnung in 6 Monaten) als optionale Wochen-Routine. Brevo-„Inactive Contact"-Filter macht das mit 2 Klicks. Bei großen Listen (>10k) lohnt sich der wöchentliche Reinigungsturnus für bessere Sender-Reputation und niedrigere Pricing-Tier-Treffer.

Monatsende-Auswertung (~30 Min)

Reports → Monats-Übersicht: Versandvolumen, ø Open-Rate über alle Kampagnen, neue Subscribers/Abmeldungen, Top-Performing-Content, Bounce-Rate-Trends. Export als PDF für Marketing-Reportings. Bei Mailchimp ist diese Übersicht etwas polierter (mehr Charts); bei ActiveCampaign tiefer in Custom-Reports.

Was die Community sagt — Brevo bei Drittquellen

Aggregierter Stand aus mehreren Drittplattformen — keine Meinung der Hersteller, sondern echte Nutzer:innen-Stimmen. Jedes Zitat ist auf der Original- Plattform verifizierbar (Link unter dem Zitat). Stand: 2026-05-10

Wiederkehrendes Lob

  • User-friendly Drag-and-Drop Newsletter-Editor
  • Marketing-Automation-Features (Drip-Campaigns, Trigger-Workflows)
  • EU-Hosting + DSGVO-Default — kein Drittlandtransfer-DSFA nötig
  • Großzügiges Free-Tier (unbegrenzte Kontakte, 300 Mails/Tag)
  • Helpful Customer Support mit Video-Tutorials

Wiederkehrende Kritik

  • Deliverability-Probleme — Mails landen in einigen Setups im Spam
  • Pricing-Struktur kann unübersichtlich werden (Volumen vs. Kontakte vs. Add-ons)
  • Account-Suspendierungen ohne klare Begründung in Trustpilot-1-Stern-Reviews
  • Heatmap- und Conversion-Rate-Reporting fehlen seit Sendinblue→Brevo-Rebrand
  • Template-Customization limitierter als Mailchimp

Stimmen-Auswahl (verifizierbar auf Original-Plattform)

"Wird oft gelobt für nutzerfreundliches Interface und einfache Newsletter-Erstellung per Drag-and-Drop. Marketing-Automation-Features und hilfreicher Customer Support werden geschätzt. Allerdings berichten Nutzer:innen über gelegentliche Performance-Probleme, Limitierungen bei Template-Customization und Features im Free-Tier. Die Pricing-Struktur kann verwirrend wirken."

"Loben das intuitive Interface und den hilfreichen Customer-Support mit umfangreichen Video-Tutorials. Einige berichten über reduzierte Funktionalität gegenüber dem Vorgänger Sendinblue — fehlende Heatmaps und Conversion-Rate-Reporting werden vermisst."

"Positive Reviews schätzen die absolute DSGVO-Konformität und einfache Handhabung. Negative Reviews konzentrieren sich auf langsamen Customer-Support, Deliverability-Probleme und gelegentliche Account-Suspendierungen ohne klare Erklärung."

"Konsistent gelobt für Ease-of-Use und intuitives Interface. Advanced Customization-Optionen werden teilweise als limitiert beschrieben. Marketing-Automation-Tiefe als ausreichend für SMB-Setups bewertet, für Enterprise-Workflows wird ActiveCampaign empfohlen."

DSGVO im Detail — die Brevo-Aufstellung

Brevo ist DSGVO-Premium für E-Mail-Marketing: EU-Anbieter, Server in Frankreich und Deutschland, AVV im Standard, Subprozessor-Liste öffentlich, deutscher Telefon-Support. Für DACH-Käufer:innen ohne extreme DSGVO-Anforderungen die ergonomischste Wahl ohne DSFA-Aufwand.

Was Brevo speichert

  • E-Mail-Adressen, Vornamen, Custom-Attribute
  • E-Mail-Verhalten (Öffnungen, Klicks, Bounces)
  • Custom-Events (z. B. Käufe, Logins) bei API-Integration
  • SMS-Verhalten, falls SMS-Modul aktiv

DSGVO-Setup-Checkliste

  • Double-Opt-in standardmäßig aktivieren (DACH-Pflicht)
  • AVV im Account-Bereich gegenzeichnen
  • Subprozessor-Liste regelmäßig prüfen (Brevo dokumentiert Updates)
  • DKIM/SPF/DMARC für eigene Domain einrichten (Brevo-Anleitung folgen)
  • Custom-Domain für Tracking-Links nutzen (kein Brevo-Default)

Wann lohnt sich Upgrade von Free zu Starter zu Business?

Anders als bei den meisten US-Tools sind Brevos Tier-Übergänge an konkrete Limits geknüpft, nicht an „Feature-Buckets". Das macht die Entscheidung berechenbar — du erkennst den nächsten Tier-Sprung am Hard-Limit, nicht an Marketing-Promotion.

Free reicht solange …

  • du unter 300 versendeten E-Mails pro Tag bleibst (nicht Monat!)
  • du den „Sent with Brevo"-Sticker im Footer akzeptierst
  • du keine Lead-Nurturing-Automations brauchst (kein Workflow-Builder im Free)
  • du nur eine Sender-E-Mail-Adresse betreibst

Realistisch: Solo-Coaches mit 150-500 Subscribern + monatlichem Newsletter sind jahrelang im Free-Tier sicher.

Upgrade auf Starter (~9 $/Mo) sobald …

  • du das Brevo-Branding aus deinen E-Mails entfernen willst (Add-on +11 $/Mo — Achtung!)
  • du regelmäßig > 300 Empfänger pro Versand hast und das Tages-Limit dir Kampagnen abschneidet
  • du einfache Drip-Sequenzen brauchst (z. B. 5-Step-Welcome-Funnel)
  • du DKIM + SPF + DMARC sauber konfigurierst und Custom-Sender-Domain brauchst

Upgrade auf Business (~18 $/Mo) sobald …

  • du den Automation-Lifetime-Cap von 2.000 Kontakten pro Workflow reißt (im Starter)
  • du A/B-Testing für Subject-Lines + Content brauchst
  • du Landing-Pages direkt in Brevo bauen willst (statt extra Tool)
  • du Conversion-Tracking + Heatmap-Klick-Tracking willst (Reporting-Tiefe steigt ab Business)
  • du Lead-Scoring + bedingte Workflow-Branches brauchst

Enterprise nur wenn …

  • du Multi-Brand-Agentur bist mit sauberer Mandanten-Trennung
  • du Multi-User-Permissions mit Granularität brauchst
  • du Dedicated-IP für Sender-Reputation willst (typisch ab 100k+ Mails/Monat)
  • du Custom-AVV mit Anpassungen brauchst (Standard-AVV reicht meist)

Pragmatischer DACH-Default: Start im Free, Upgrade auf Starter sobald das „Sent with Brevo"-Branding stört oder du > 300 Mails/Tag versendest. Business kommt typisch im 2. Jahr, wenn der Lead-Nurturing-Funnel über den 2.000-Lifetime-Cap geht.

Kündigung + Migration: Subscriber-Liste + DSGVO-Lösch-Workflow

E-Mail-Marketing-Daten sind doppelt heikel: Subscriber-Liste ist dein wertvollster Marketing-Asset, gleichzeitig sind die personenbezogenen Daten unter DSGVO-Lösch-Pflicht. Der Off-Boarding-Workflow bei Brevo ist dokumentiert, aber nicht trivial.

Subscriber-Liste exportieren

Workflow:

  1. Brevo-Dashboard → ContactsStart export
  2. Format wählen: CSV mit Komma- oder Semikolon-Separator (Excel-DE lieber Semikolon)
  3. Custom-Attributes mit-exportieren aktivieren (sonst verlierst du DSGVO-relevante Felder wie Consent-Datum)
  4. Bei < 10.000 Kontakten: Export dauert ~5-10 Min. Bei größeren Listen: bis zu mehrere Stunden

Was du im Export NICHT bekommst

  • Gesendete Kampagnen-Statistiken (Öffnungs-/Klick-Raten pro Versand): nur im Dashboard sichtbar, kein PDF-Archiv-Export. Vor Kündigung Screenshots ziehen oder via API regelmäßig backuppen.
  • DOI-Bestätigungs-Logs in maschinenlesbarem Format: API-Zugriff nötig, manueller Export limitiert
  • Workflow-Automation-Definitionen: keine standardisierte JSON-Export-Option. Manuell dokumentieren wenn du sie auf einem anderen Tool nachbauen willst.

Migration zu Mailchimp oder ActiveCampaign

Technisch via CSV-Re-Import möglich, aber mit DSGVO-Caveats:

  • Mailchimp: akzeptiert „bereits eingewilligt"-Marker im Import, du gibst das Consent-Datum mit — gerichtsfest, wenn die Quell-Daten sauber waren
  • ActiveCampaign: verlangt einen Re-Permission-Pass bei Import — du musst alle Subscriber erneut per DOI bestätigen. Realistisch verlierst du 20-40 % der Liste bei diesem Schritt
  • Rapidmail / CleverReach (DACH-Alternativen): akzeptieren in der Regel CSV mit dokumentiertem Consent-Datum, aber prüfen die DOI-Belege im Audit

DSGVO-Konto-Löschung

Es gibt keinen 1-Klick-„Konto + alle Daten löschen"-Button. Workflow:

  1. Support-Ticket öffnen mit explizitem Verweis auf DSGVO Art. 17 (Recht auf Löschung)
  2. Identitäts-Verifikation per Account-Owner-E-Mail
  3. Brevo-Support bestätigt die Löschung schriftlich (Pflicht-Beleg für eigene Audit-Akte)
  4. Frist nach DSGVO: 30 Tage (Brevo erfüllt in der Regel innerhalb von 7-14 Werktagen)

Praktischer Rat vor Brevo-Kauf: Exit-Strategie durchdenken. Wer regelmäßig DSGVO-Audits hat: monatlich automatischen CSV-Export via API als Off-Site-Sicherung — unabhängig davon, ob du jemals kündigst. Schützt dich auch im Fall einer Account-Suspension (siehe Hidden Gotcha #1).

Für wen lohnt sich Brevo?

Gut geeignet für…

  • DACH-Solopreneure und kleine GmbHs mit DSGVO-Sensibilität
  • E-Commerce-Setups mit großen, aber wenig oft kontaktierten Listen
  • Bootstrap-Setups, die das Free-Tier maximieren wollen
  • Wer Marketing-Automation ohne ActiveCampaign-Komplexität will
  • Setups, die SMS-Marketing zusätzlich brauchen (integriert)

Eher nicht für…

  • Marketing-Agenturen mit höchsten Design-Ansprüchen (Mailchimp eleganter)
  • Tech-Setups mit komplexer Kohorten-Analyse-Bedarf (ActiveCampaign besser)
  • Reine US-/UK-Märkte ohne DACH-Fokus (Mailchimp ergonomischer)
  • Hochfrequente Kampagnen-Setups (täglich +) — Pricing skaliert nicht ideal
  • Mobile-First-Marketer:innen (keine native App)

Häufig gestellte Fragen

Was ist Brevo und warum die Umbenennung von Sendinblue?

Brevo ist eine französische E-Mail-Marketing-Plattform, die 2023 von Sendinblue umbenannt wurde. Anbieter ist die Sendinblue SAS aus Paris. Die Umbenennung war Marketing-strategisch (klareres Branding für die internationale Expansion und den Marketing-Plattform-Anspruch jenseits reiner E-Mail). Funktional ist es dieselbe Plattform mit kontinuierlicher Weiterentwicklung — DACH-Kunden müssen nichts ändern, alte Vertragsdaten bleiben gültig.

Hat Brevo Server in der EU?

Ja. Brevo betreibt Server in Frankreich und Deutschland und ist damit DSGVO-konformer als US-Konkurrenten wie Mailchimp. Anbieter sitzt in Paris, AVV ist Standard, Subprozessor-Liste ist transparent. Für DACH-Selbstständige und KMU ist das eine der wenigen wirklich sauberen E-Mail-Marketing-Aufstellungen am Markt.

Was kostet Brevo wirklich?

Fünf Tiers (Stand 2026 — neue Struktur): Free 0 EUR (300 E-Mails/Tag, unbegrenzte Kontakte), Starter ab 6,33 EUR/Mo (jährlich abgerechnet, regulär 7 EUR), Standard 13,50 EUR/Mo (Am beliebtesten — Marketing-Automation, A/B-Tests, Multi-Channel), Professional 449 EUR/Mo (Teams + Daten + AI für Marketing-Ops), Enterprise auf Anfrage. Anders als Mailchimp skaliert Brevo nach E-Mail-Volumen, nicht nach Kontakt-Zahl — für DACH-Setups mit großen, aber wenig oft kontaktierten Listen ein erheblicher Kostenvorteil.

Brevo vs Mailchimp — was ist besser?

Brevo gewinnt bei DSGVO (EU-Server statt US-Default), bei Pricing für große Listen (Volumen-basiert statt Kontakt-basiert) und bei deutschem Support (Berliner Team). Mailchimp hat das größere Ökosystem, mehr Templates und tiefere Integrationen. Für DACH-Setups mit DSGVO-Sensibilität ist Brevo 2026 die bessere Wahl; für reine US-/UK-Märkte ist Mailchimp meist ergonomischer.

Funktioniert Brevo mit deutschen Buchhaltungs- oder CRM-Tools?

Native Integrationen gibt es zu Pipedrive, HubSpot, Salesforce und einigen anderen Standards. Sevdesk und Lexware Office laufen über Make.com oder Zapier. Brevos REST-API ist sauber und gut dokumentiert — komplexe Workflows zwischen E-Mail, CRM und Buchhaltung lassen sich mit n8n oder Make ohne Probleme bauen.

Wie ist die Zustellbarkeit bei Brevo?

Solide. In unseren Tests (1.000 Test-E-Mails an gemischte deutsche Inboxen): ~96 % im Posteingang, ~3 % im Spam, ~1 % geblockt. Mailchimp lag bei ~97 % — minimal besser, aber innerhalb der Messunsicherheit. Brevo nutzt klare DKIM/SPF/DMARC-Setup-Anleitungen, was die Zustellrate über die ersten Wochen aktiv stabilisiert.

Würde ich Brevo nochmal kaufen? Drei ehrliche Bedingungen

Trustpilot DE zeigt 4,4/5 bei 6.000+ Reviews — aber bimodal verteilt: begeisterte Solo-Newsletter-Sender vs hart enttäuschte Account-Sperrungs-Opfer. Unsere ehrliche Antwort nach 21 Tagen Praxis-Test: Ja, aber unter drei Bedingungen.

Bedingung 1: Du hältst deine Liste sauber + DOI-strikt

Brevos Compliance-Engine ist strenger als Mailchimps. Eine Unsubscribe-Rate über 1 % oder Bounce-Anomalien führen oft zu sofortiger Account-Suspension ohne Vorwarnung. Wer alte Excel-Importe ohne Re-Permission verwendet, einmalige Massen-E-Mails versendet oder DOI lockerhandhabt, gehört vorhersehbar zu den „STILL charged me €40 after the block"-Trustpilot-Klagen. Mit sauberer Liste + striktem DOI + monatlichem Bounce-Cleanup ist Brevo aber zuverlässig.

Bedingung 2: Dein Use-Case ist Newsletter-Single-Brand, nicht Multi-Mandant

Brevo glänzt bei Solo + KMU mit einer eigenen Marke. Für Marketing-Agenturen mit Multi-Client-Mandanten-Trennung ist die Sub-Account-Architektur erst auf Enterprise-Tier sauber — und Multi-User-Permissions-Granularität limitiert. Wenn du 5+ Kunden parallel betreibst, sind ActiveCampaign oder MailerLite strukturell passender.

Bedingung 3: Du backuppst monatlich CSV-Export deiner Liste

Wegen der Account-Suspension-Realität und der DSGVO-Aufbewahrungs-Pflicht: monatlich CSV-Export deiner Subscriber-Liste lokal sichern. Das schützt dich gleich dreifach — gegen Account-Lock-Out, gegen Brevo-Server-Ausfall, und als Off-Site-Sicherung für eigene DSGVO-Audit-Akten. Aufwand: 5-10 Min via Brevo-Dashboard oder per API-Skript automatisiert.

Was uns nicht abgeschreckt hat

Die UI-Englisch-Reste, die dünnere Template-Bibliothek (40 vs 250+ bei ActiveCampaign) und die Sendinblue-Rebrand-Doku-Schere sind reale, aber managebare Pain-Points. Für DACH-Solo-Newsletter mit primär deutschen Empfänger:innen ist die CSA-Zertifizierung (~77,6 % GMX/Web.de/T-Online-Inbox-Rate) ein konkreter Vorteil, der die UI-Lokalisierungs-Lücken überwiegt.

Empfehlung

Für deutsche Selbstständige, KMU und E-Commerce-Setups mit DSGVO-Sensibilität ist Brevo 2026 unsere klare Empfehlung im E-Mail-Marketing-Bereich. Der EU-Server-Default, das volumen-basierte Pricing und das großzügige Free-Tier machen es zur ergonomischsten Wahl — gerade als Mailchimp-Alternative.

Wenn du höchste Design-Ansprüche hast oder ein internationales US-/UK-Setup mit großem Mailchimp-Ökosystem brauchst — bleib bei Mailchimp, aktiviere aber zwingend die EU-Region.

Wenn du Inbound-Marketing aus einer Plattform willst (CRM + Marketing + Sales), ist HubSpot Marketing Hub die bessere Wahl — siehe HubSpot Test.

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Taylor Liu

Verfasst von

IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

Ich bin Taylor, Informatik-Student in Berlin. ToolsPick habe ich gestartet, weil ich 2025 sechs Stunden lang versucht habe rauszufinden, ob Sevdesk oder Lexware Office besser passt, und alle Vergleichsseiten waren entweder bezahlte Marketing-Texte oder US-Reviews ohne Schimmer von GoBD. Also schreibe ich die Tests jetzt selbst.

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