Zuletzt verifiziert: 4. November 2026 · Quartalsweise geprüft Wir prüfen Pricing, DSGVO-Status und Funktions-Updates quartalsweise neu. Bei größeren Anbieter-Änderungen (z. B. Pricing-Klippen, neuer EU-Region) aktualisieren wir den Artikel sofort.
Redaktionelle Analyse

Mailchimp Test 2026: Der US-Anbieter im DACH-Check

Mailchimp ist seit 2001 die bekannteste E-Mail-Marketing-Plattform der Welt – für DACH-Käufer:innen 2026 aber ein US-Only-Tool ohne EU-Region, dessen Drittlandtransfer du dokumentieren musst. Einordnung für drei Profile (Solo-Selbstständige, Agentur, E-Commerce). Wann gewinnt Mailchimp? Wann ist Brevo die bessere Antwort?

Veröffentlicht: 2026-05-09 · Aktualisiert: 2026-11-04 · Grundlage: Anbieter-Doku, mailchimp.com/pricing und Community-Stimmen.

Quellen, jeweils am 28.10.2026 aufgerufen: Preisseite (EUR-Ansicht) · Tarif-Limits · Nutzungsbedingungen (Anbieter, AVV) · Datenschutzerklärung.

8.3 / 10

Empfohlen für globale/internationale Setups, US-/UK-Märkte, Design-Anspruch.

  • Templates & Design 9.5
  • Brand-Awareness 9.5
  • Deliverability 8.5
  • Onboarding 8.5
  • Pricing (Volume) 6.5
  • DSGVO (USA-only) 5.5

Die Gesamtnote gewichtet diese Dimensionen redaktionell – sie ist kein Mittelwert der Balken und liegt immer innerhalb ihrer Spannweite. Wie wir bewerten

AVV erforderlich · USA (DPF + SCC · DSFA prüfen)

US-Server · keine EU-Region

Free CRM starten →Free · ab 11,75 €/MonatBis 250 Kontakte gratisVollwertige Mobile AppAVV im Standard
Taylor Liu – Tester bei ToolsPick.de

Von Taylor Liu · IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

· Stand 28.10.2026: Preise abgelesen auf mailchimp.com/de/pricing/marketing/ (EUR-Ansicht), Tarif-Limits aus der Mailchimp-Hilfe, Community-Stimmen (G2/Trustpilot).

Pricing-Pläne im Überblick

Mailchimp rechnet pro Kontakt – nicht pro versendete E-Mail. Das macht die Kostenkurve steil sobald die Liste über 5.000 Kontakte wächst. Free reicht für Solos bis 250.

Free

0 €

bis 250 Kontakte · 500 Sendungen/Mo, max. 250/Tag

  • 250 Kontakte
  • 500 Sends/Monat
  • Mailchimp-Branding
  • Basic-Templates
Empfohlen

Essentials (0-500 Kontakte)

ab 11,75 €/Monat

bis 500 Kontakte · skaliert mit Liste · 10× Kontakte = 5.000 E-Mails/Mo

  • Kein Branding
  • A/B-Testing
  • 24/7 Chat + E-Mail
  • Custom-Send-Time
  • Automation-Flows (bis 4 Schritte pro Flow)

Standard (0-500 Kontakte)

ab 18,07 €/Monat

Flows mit bis zu 200 Flow-Punkten, Verzweigungen und mehreren Ausgangspunkten · 12× Kontakte = 6.000 E-Mails/Mo

  • Alles aus Essentials
  • Customer-Journey-Builder
  • Send-Time-Optimization
  • Behavioral-Targeting

Premium (0-500 Kontakte)

ab 316,30 €/Monat

Einstiegspreis bis 10.000 Kontakte · 15× Kontakte = 150.000 E-Mails/Mo

  • Multivariate-Tests
  • Erweiterte Reports
  • Telefon-Support (laut Mailchimp nur auf Englisch)
  • Unlimited Audience-Seats

Stand 28.10.2026 · die Stufe 40.001–50.000 liegt bei Standard regulär 406,67 €/Monat · abgelesen auf mailchimp.com/de/pricing/marketing (EUR-Ansicht) · Preise für die kleinste Stufe 0–500 Kontakte, sie skalieren mit der Kontakt-Anzahl, nicht mit dem E-Mail-Volumen · Ab 10.000 Kontakten weist Mailchimp einen Rabatt von 15 % für die ersten 12 Monate aus – dort stehen jeweils zwei Preise; wir führen den regulären · Achtung: Mailchimp listet in USD und rechnet in 16 Währungen um – die EUR-Beträge sind eine Momentaufnahme des Lesedatums und wandern mit dem Kurs, auch wenn Mailchimp den Preis nicht anfasst.

Auf einen Blick

AnbieterVertragspartner ist laut Nutzungsbedingungen die The Rocket Science Group LLC d/b/a Mailchimp, 405 N Angier Ave. NE, Atlanta, Georgia 30308, USA – nicht die Intuit Inc. selbst; diese ist laut derselben Quelle das Mutterunternehmen. Gegründet 2001.
Server-StandortKeine EU-Region. AVV Ziffer 6.1 „Standorte von Rechenzentren“ wörtlich: Mailchimp kann Kundendaten „weltweit in die USA und andere Länder übertragen und dort verarbeiten“ (geprüft 30.08.2026)
DSGVO / DPADPA verfügbar, SCC inkludiert
Free-Plan0 € bis 250 Kontakte, 500 Sendungen/Monat
Essentials (0-500 Kontakte)ab 11,75 €/Monat (500 Kontakte) – 5.000 E-Mails/Mo, 3 Plätze; endet oberhalb ~50k Kontakte
Standard (0-500 Kontakte)ab 18,07 €/Monat (500 Kontakte) – 6.000 E-Mails/Mo, 5 Plätze, Customer Journeys
Premium (0-500 Kontakte)ab 316,30 €/Monat – der Einstiegspreis bleibt bis 10.000 Kontakte konstant und steigt darüber (619,05 €/Monat bei 25.001–30.000, 736,53 €/Monat bei 40.001–50.000). 150.000 E-Mails/Mo, unbegrenzte Nutzer, Telefon-Support (laut Mailchimp nur auf Englisch)
Pricing-ModellKontakt-basiert (skaliert mit Listen-Größe)
Marketing-AutomationAutomation-Flows (Customer Journey Builder) ab Essentials, dort bis zu 4 Schritte pro Flow; ab Standard bis zu 200 Flow-Punkte mit Verzweigungen und mehreren Ausgangspunkten
TemplatesLaut Anbieter über 130 E-Mail-Vorlagen
Native IntegrationenLaut Anbieter über 300, u. a. Shopify, WooCommerce und Pipedrive
APIREST, sehr ausgereift, gut dokumentiert
Mobile AppiOS, Android – vollwertig
Deutscher SupportLive-Chat und E-Mail laut Anbieter auch auf Deutsch, rund um die Uhr ab Essentials (Free: E-Mail für die ersten 30 Tage). Telefon-Support nur im Premium-Tarif und laut Mailchimp „derzeit nur auf Englisch“ (geprüft 2026-09-25)
UI-SpracheDeutsch verfügbar, Templates primär Englisch

Was Mailchimp stark macht

1. Vorlagen und Drag-and-Drop-Editor

Laut Anbieter über 130 E-Mail-Vorlagen, modulares Block-System mit Drag-Drop, Live-Vorschau für Desktop und Mobile, einfache Anpassung von Farben/Fonts per Brand-Kit. Eigene Vorlagen lassen sich laut Mailchimp auch mit HTML anpassen. Zum Vergleich: Brevo nennt über 40 Vorlagen.

2. Partner-Verzeichnis und Mailchimp & Co

Laut Mailchimp gibt es über 300 Integrationen. Für die Einrichtung führt Mailchimp ein Experten-Verzeichnis, filterbar nach Spezialgebiet, Sprache und Standort; laut Mailchimp sind die Partner „geprüfte und zertifizierte Marketing-Asse“. Freelancer und Agenturen bekommen im kostenlosen Programm Mailchimp & Co Zugang zu exklusiven Schulungen (alles gelesen am 09.10.2026).

3. Customer Journeys sind ergonomisch

Den Customer-Journey-Builder gibt es schon in Essentials, dort mit bis zu 4 Schritten pro Flow; ab Standard kommen Verzweigungen und mehrere Ausgangspunkte dazu – visuelle Workflow-Modellierung mit Triggern, Bedingungen und Verzweigungen.

4. E-Commerce-Integrationen sind ausgereift

Native Anbindung an Shopify, WooCommerce und weitere Shop-Systeme mit Produkt-Feeds, Abandoned-Cart-Automationen und Bestell-Triggern. Für Online-Händler:innen, die Newsletter und Shop verzahnen wollen, ist die Integrations-Tiefe ein echter Vorteil gegenüber schlankeren DACH-Tools.

5. Mobile App ist vollwertig

iOS- und Android-Apps erlauben Newsletter-Erstellung, Statistiken, Audience-Verwaltung mobil. Brevo hat keine vergleichbare native App. Für Marketing-Manager:innen unterwegs ein echter Vorteil.

Zwischenfazit: Wenn dir eine große Vorlagenauswahl wichtig ist (laut Anbieter über 130 E-Mail-Vorlagen), passt Mailchimp – bei personenbezogenen DACH-Daten aber Transfer-Dokumentation, DSFA-Prüfung und AVV einplanen (US-Server).

Mailchimp Free starten →Free · Essentials 11,75 €/Monat250 Kontakte gratisüber 130 E-Mail-VorlagenAVV + SCC

Was nervt

1. Kontakt-basiertes Pricing wird teuer schnell

Mailchimp rechnet pro Kontakt – in der Stufe 40.001–50.000 Kontakte landest du auf dem Standard-Plan bei 406,67 €/Monat regulär, auch wenn du nur einmal monatlich versendest. Brevo (volumen-basiert) kostet für dasselbe Setup – 50.000 E-Mails pro Monat – laut Konfigurator 79 EUR/Monat (71,08 EUR im Jahresabo). Das ist die größte Mailchimp-Schmerzstelle 2026 für DACH-Käufer:innen mit großen, aber weniger oft kontaktierten Listen.

2. Keine EU-Region: US-Server als einzige Option

Anders als Brevo, CleverReach oder rapidmail bietet Mailchimp keine EU-Datenresidenz: Alle Daten liegen bei der Rocket Science Group (Intuit) in den USA. Der Transfer stützt sich auf DPF + SCC; für personenbezogene Daten dokumentierst du ihn und prüfst, ob eine DSFA nötig ist. Für DSGVO-konservative DACH-Setups ist das der größte Schwachpunkt.

3. Free-Plan deutlich reduziert seit 2023

Historisch hatte Mailchimp einen großzügigen Free-Plan (~2.000 Kontakte, unbegrenzte E-Mails). Inzwischen nur noch 250 Kontakte, 500 Sendungen/Monat (max 250/Tag). Damit ist Mailchimp Free für die meisten Solo-Setups schnell durchgewachsen – Brevo Free (300 E-Mails pro Tag, bis zu 100.000 gespeicherte Kontakte) ist beim Listenaufbau deutlich großzügiger – begrenzt dafür den täglichen Versand.

4. US-Marketing-Tonalität in Templates

Viele Vorlagen sind US-zentrisch designed: aggressive Call-to-Actions, übertriebenes Marketing-Vokabular, US-Holiday-Templates. Für DACH-Märkte mit konservativerer Tonalität musst du Templates massiv anpassen oder eigene bauen. Brevo ist hier von Haus aus DACH-tauglicher.

5. Telefon-Support nur im Premium-Tarif und nur auf Englisch

Live-Chat und E-Mail laufen laut Mailchimp auch auf Deutsch – rund um die Uhr ab Essentials, im Free-Tarif nur E-Mail für die ersten 30 Tage. Telefonisch erreichbar ist Mailchimp ausschließlich im Premium-Tarif, und dort schreibt der Anbieter selbst: „Derzeit kann das Support-Team von Mailchimp telefonische Anfragen nur auf Englisch beantworten“ (geprüft 2026-09-25). Brevo bietet deutschsprachigen Telefon-Support, aber erst ab dem Paket Professional und nur Mo–Fr; im Guthaben-Modell ist er laut Brevo nicht enthalten. Ein dediziertes DACH-Telefon-Team dokumentiert auch Brevo nicht.

6. Pricing-Klippe nach Standard-Plan

Sprung von Standard (18,07 €/Monat) auf Premium (316,30 €/Monat) ist enorm. Wer fortgeschrittene Features braucht (Multivariate-Tests, erweiterte Reports), zahlt 17x mehr. Brevo und ActiveCampaign haben smoothere Pricing-Kurven.

Was die Community sagt: Mailchimp bei Drittquellen

Aggregierter Stand aus mehreren Drittplattformen – keine Meinung der Hersteller. Als Themen-Referat gekennzeichnete Abschnitte fassen in unseren eigenen Worten zusammen, was die darunter genannte Quelle zeigt – je nach Eintrag öffentliche Bewertungen oder Diskussions-Threads. Sie sind keine Nutzer:innen-Zitate. Wo ein Link steht, führt er zur genannten Plattform; nennt ein Eintrag mehrere, nur zu einer davon. OMR · Trustpilot am 2026-08-08 live geprüft · übrige Plattformen (u. a. G2, Capterra) seit der Ersterhebung nicht neu erhoben

Wiederkehrendes Lob

  • Drag-&-Drop Email-Editor extrem nutzerfreundlich – auch Nicht-Techniker:innen bauen schnell professionelle Kampagnen
  • Free-Plan attraktiv für Solo-Startups
  • Audience-Segmentation + Predicted Demographics + AI-Subject-Line-Helper solide
  • Über 300 Integrationen (Shopify, WooCommerce, WordPress)
  • Customer Journey Builder + A/B-Tests + Multivariate Tests bei Standard-Plan dabei

Wiederkehrende Kritik

  • Pricing-Sprünge bei steigenden Kontakten dramatisch (Free→Essentials→Standard→Premium)
  • Trustpilot 2,6/5: Account-Sperrungen bei Affiliate-Marketing-Kunden oft willkürlich
  • Customer Service primär per Email – schwer erreichbar bei dringenden Issues
  • DSGVO: USA-Hosting + komplexe DPA-Anforderungen für EU-Kunden
  • Automation-Workflows nicht so flexibel wie ActiveCampaign / Brevo

Themen-Referate der Redaktion

Themen-Referat der Redaktion

Mailchimp glänzt durch User-Experience: der visuelle Editor und Templates machen den Einstieg leicht. Nutzer:innen schätzen Audience-Insights und Predicted Demographics. Kritik fokussiert sich auf das aggressive Pricing bei Skalierung und gelegentliche Deliverability-Issues.

Themen-Referat der Redaktion

Sehr breit eingesetzt von Solopreneur:innen bis zu Mid-Market. Free-Plan + intuitive Bedienung sind die Hauptstärken. Negative Bewertungen oft zu Premium-Plan-Upselling und Standard-Reports, die bei größeren Listen langsam werden.

Themen-Referat der Redaktion

Trustpilot-Reviews konzentrieren sich auf Account-Sperrungen ohne Vorwarnung (oft bei Affiliate-Marketing oder Cold-Outreach), schwer erreichbarer Support, und Billing-Disputes. Wer Mailchimp für Standard-Newsletter nutzt, hat üblicherweise eine deutlich positivere Erfahrung als die Trustpilot-Bewertung suggeriert.

DSGVO-Setup für Mailchimp in DACH

Pflicht-Schritte für DACH-Käufer:innen: Drittlandtransfer dokumentieren (DPF/SCC, US-Server), DSFA-Bedarf prüfen, den automatisch geltenden AVV kennen, Subprozessor-Liste regelmäßig prüfen, Double-Opt-in standardmäßig aktivieren. Ohne diese Schritte ist Mailchimp 2026 für DACH-Setups mit personenbezogenen Daten nicht DSGVO-konform.

Drittlandtransfer sauber absichern

  • Drittlandtransfer dokumentieren und DSFA-Bedarf prüfen (Art. 35 DSGVO) – Mailchimp hostet in den USA, keine EU-Region wählbar
  • DPF-Status prüfen (Rocket Science Group / Intuit ist DPF-zertifiziert) + SCC als Fallback im AVV
  • AVV nicht separat anfordern – der Nachtrag zur Datenverarbeitung gilt laut deutschen Nutzungsbedingungen automatisch
  • Double-Opt-in aktivieren + Consent-Nachweis je Anmeldung protokollieren
  • Subprozessor-Liste regelmäßig prüfen (Mailchimp dokumentiert Updates)

Was Mailchimp speichert

  • Kontakte mit Custom-Attributen
  • E-Mail-Verhalten (Öffnungen, Klicks, Bounces)
  • Verhaltens-Daten (Website-Besuche bei aktiviertem Tracking)
  • Customer-Journey-Trigger und -States
  • API-Aufruf-Logs für Abrechnung

Mailchimp vs Brevo vs CleverReach – 3-Way für DACH-Käufer:innen

Drei sehr unterschiedliche Strategien für DACH-Newsletter-Versender:innen. Direkt-Gegenüberstellung – Preisstand je Anbieter: Mailchimp 28.10.2026, Brevo 04.11.2026, CleverReach 28.10.2026; die Zeile „Deutscher Support“ ist für alle drei Anbieter am 25.09.2026 gegen die Anbieter-Seiten geprüft:

MailchimpBrevoCleverReach
Anbieter-SitzAtlanta, USA (Intuit)Paris, FRRastede, DE
Server-StandortUSA – keine EU-Region (DPF + SCC)EU (OVH FR, GCP Belgien)Deutschland (ISO 27001)
Pricing-ModellKontakt-basiert (11,75 €/Monat bei 500)Volume-basiert (per E-Mail)Hybrid (Flatrate + Prepaid)
Free-Plan250 Kontakte / 500 SendungenBis zu 100.000 Kontakte / 300 pro Tag250 Kontakte / 1.000 E-Mails
TemplatesLaut Anbieter über 130 E-Mail-VorlagenLaut Anbieter über 40 Vorlagen, responsivLaut Anbieter über 100 Newsletter-Vorlagen
Marketing-AutomationFlows ab Essentials (bis 4 Schritte), Verzweigungen ab StandardWorkflow-Builder in jedem Paket (Free und Starter bis 2.000 Kontakte)Eine Automationskette in Lite und Basic, unbegrenzt ab Pro
App-ÖkosystemLaut Mailchimp mehr als 300 IntegrationenLaut Brevo 150+ bzw. über 500Gesamtzahl nennt CleverReach nicht; über 100 mit eigener Detailseite
Deutscher SupportChat/E-Mail auf Deutsch ab Essentials; Telefon nur Premium und laut Anbieter nur auf EnglischE-Mail/Ticket auf Deutsch; Telefon ab Professional, Mo–Fr, im Guthaben-Modell laut Brevo nicht enthaltenTicket-Support auf Deutsch aus Rastede; Telefon über die Zubuchoption Premium-Support (22,95 €/Monat; in Lite, Basic und Pro Add-on, im Enterprise-Tarif enthalten)
DSGVO-ProfilUS-Server · DPF + SCC · DSFA prüfenEU-nativeDE-native, ISO-27001-RZ
Sweet-Spot500-5.000 Kontakte, Brand-Anspruch1.000-100k Kontakte, Volume-fokus500-50k Kontakte, DACH-streng

Praktische Empfehlung pro Persona

  • Solo-Selbstständige mit Brand-Anspruch (500-2.000 Kontakte): Mailchimp Essentials – Template-Tiefe rechtfertigt den Aufschlag gegenüber Brevo Free (Essentials 23,95 €/Monat in der Stufe 501–1.500 Kontakte).
  • DACH-Newsletter-Versender mit volume-Skalierung (5.000-50.000 Kontakte): Brevo – volume-basiertes Pricing ist bei großen Listen mit niedriger Frequenz dramatisch günstiger.
  • Behörden, Gesundheit, regulierte Branchen mit DSGVO-Strenge: CleverReach – DE-Server in ISO-27001-zertifiziertem Rechenzentrum (+ PCI-DSS), AVV laut AGB gesondert zu schließen, deutschsprachiger Inhouse-Support aus Rastede (Telefon über die Zubuchoption Premium-Support, 22,95 €/Monat; nur im Enterprise-Tarif ohne Aufpreis).
  • E-Commerce mit Shopify-/Shopware-Fokus: Mailchimp (E-Commerce-Integration ausgereift) oder Klaviyo (E-Commerce-Premium mit Predictive CLV).

Setup-Szenario: Mailchimp DSGVO-konform in DACH nutzen

Illustrative Szenarien auf Basis von Anbieter-Doku und Nutzerberichten – die Zeitangaben sind grobe Richtwerte, keine eigene Messung.

Wenn du Mailchimp trotz US-Sitz nutzen willst, brauchst du ein sauberes Drittlandtransfer-Setup (AVV, DPF/SCC, DSFA-Prüfung) – eine EU-Region gibt es nicht. Konkretes Setup für einen DACH-KMU mit ~3.000 Kontakten und Newsletter-fokussierten Workflows:

1. AVV zeichnen + Drittlandtransfer dokumentieren (~15 Min)

Mailchimp hostet ausschließlich in den USA – es gibt keinen Region-Selector und keine EU-Datenresidenz. Der saubere Weg: der Nachtrag zur Datenverarbeitung gilt laut deutschen Nutzungsbedingungen automatisch und deckt Art. 28 DSGVO, dazu DPF-Zertifizierung der Rocket Science Group prüfen und den Transfer dokumentieren – mit dem Risiko des US-Transfers (CLOUD Act) und den SCC als Fallback. Ob zusätzlich eine DSFA nötig ist, entscheidet Art. 35 DSGVO.

2. Liste mit Double-Opt-In + Source-Tracking (~30 Min)

Für DSGVO-Compliance Pflicht: Double-Opt-In aktivieren (Settings → List → Settings → Opt-In). Source-Tracking für Audit-Trail einrichten: jede Newsletter-Anmeldung bekommt automatisch Source-Tag (z. B. "Website-Footer", "Lead-Magnet-PDF", "Webinar-Anmeldung"). Bei DSGVO-Anfragen lässt sich nachweisen, wie und wo die Person sich angemeldet hat.

3. Custom-Fields für DSGVO-relevante Daten (~20 Min)

Pflicht-Fields anlegen: opt_in_date, opt_in_source, consent_text_version. Bei Versionsänderung der Einwilligungs-Texte: Field aktualisieren, damit klar ist, welche Einwilligungs-Version galt. Optional-Fields für Segmentierung: interest_topics, last_engagement_date.

4. Templates mit Brand-Kit + Pflicht-Footer (~2 Stunden)

Brand-Kit in Settings → Brand: Logo, Farben, Fonts. Pflicht-Footer-Block erstellen mit Impressum-Link, Datenschutz-Link, Abmelde-Link (Mailchimp erzwingt Abmelde-Link, gut so) und Kontakt-Adresse (Pflicht nach UWG für B2C-Werbe-Mails). Diese Footer als Template-Component speichern für Konsistenz über alle Kampagnen.

Pricing-Realität: 12-Monats-TCO für 3 typische DACH-Setups

Mailchimp's Kontakt-basiertes Pricing macht die Kostenkurve unintuitiv. Alle Mailchimp-Werte hier sind am 07.08.2026 in der EUR-Ansicht der deutschen Preisseite abgelesen, Stufe für Stufe:

Setup 1: Solo-Selbstständige(r) mit 1.500 Kontakten

Stufe 501–1.500: Essentials 23,95 €/Monat → 287 €/Jahr, Standard 40,67 €/Monat. Brevo Free kostet 0 €, verschickt aber höchstens 300 E-Mails pro Tag: Ein Newsletter an 1.500 Kontakte geht am geplanten Tag nur an 300 hinaus, den Rest muss man laut Brevo-Hilfe Tag für Tag manuell erneut einreihen. Wer pünktlich an alle verschicken will, braucht auch bei Brevo einen bezahlten Tarif.

Setup 2: DACH-KMU mit 8.000 Kontakten + monatlichem Newsletter

Stufe 5.001–10.000: Mailchimp Standard 122 €/Monat regulär → 1.464 €/Jahr; Essentials läge bei 99,41 €/Monat. Den 15-%-Rabatt für die ersten zwölf Monate weist Mailchimp in dieser Stufe bereits aus (Standard 103,70 €, Essentials 84,50 €), in der Stufe darunter nicht. Brevo koppelt die Kontaktzahl an die gebuchte E-Mail-Stufe: Die Stufen bis 15.000 E-Mails/Monat enthalten höchstens 2.500 Kontakte, für 8.000 Kontakte braucht es die Stufe 20.000 E-Mails/Monat – Standard 49,50 €/Monat, Starter 25,25 €/Monat im Jahresabo. CleverReach staffelt ebenfalls nach Empfängerzahl; der Lite-Tarif ist dauerhaft gratis, deckt aber nur 250 Empfänger und 1.000 E-Mails im Monat ab. Mailchimp ist hier preislich rund viermal so teuer wie die CleverReach-Flatrate – ohne klaren funktionalen Vorteil.

Setup 3: E-Commerce-Brand mit 25.000 Kontakten + wöchentlichen Kampagnen

Stufe 20.001–25.000: Standard 280,15 €/Monat regulär (erste zwölf Monate 238,13 €) → rund 3.362 €/Jahr; Premium liegt dort bei 560,31 €/Monat, erste zwölf Monate 476,26 €. Klaviyo Email mit 25.000 Profilen 400 USD/Mo (E-Commerce-spezialisiert), aber mit deutlich höherem E-Commerce-Revenue-Attribution.

Wo Essentials aufhört

Oberhalb von rund 50.000 Kontakten weist die Preisseite für Essentials keinen Preis mehr aus – ab der Stufe 75.001–100.000 gibt es nur noch Standard (614,52 €, regulär 722,97 €) und Premium (787,36 € bzw. 926,31 €). Wer über diese Grenze wächst, hat also keine Wahl mehr zwischen zwei Tarifen, sondern nur noch zwischen zwei teuren.

Plan-Empfehlung pro Use-Case

  • Solo-Selbstständige(r) am Anfang: Free-Plan reicht bis 250 Kontakte. Bei mehr: zu Brevo wechseln (großzügigerer Free-Plan).
  • Wachsende Newsletter-Liste (500–5k Kontakte): Essentials ab 11,75 €/Monat – solide für Standard-Newsletter. Achtung: bei 2.501–5.000 Kontakten sind es schon 67,78 €/Monat.
  • Marketing-Automation-Bedarf: Standard ab 18,07 €/Monat (Customer Journeys, Segmentierung).
  • Große Listen (≥ 10k): In der Stufe 5.001–10.000 kostet Standard bereits 122 €/Monat regulär (erste zwölf Monate 103,70 €) – Brevo (volumen-basiert) prüfen.
  • Premium-Features (Multivariate-Tests, Predictive): Premium ab 316,30 €/Monat – nur bei wirklichem Bedarf.

Für wen lohnt sich Mailchimp?

Gut geeignet für…

  • Globale/internationale Setups mit US-/UK-Fokus
  • Marketing-Agenturen mit höchstem Design-Anspruch
  • E-Commerce mit Shopify/WooCommerce-Integration
  • Wer für die Einrichtung Expert:innen aus dem Partner-Verzeichnis des Anbieters einbinden will
  • Setups mit kleiner, aktiver Liste (≤ 5k Kontakte)

Eher nicht für…

  • DACH-Setups mit DSGVO-Sensibilität (Brevo ergonomischer)
  • Große Listen mit niedriger Versand-Frequenz (Pricing explodiert)
  • Reine DACH-Märkte ohne US-/UK-Touchpoints
  • Solo-Selbstständige mit ≥ 500 Kontakten und engem Budget
  • Klassischer Mittelstand mit deutschem Telefon-Support-Anspruch

Häufig gestellte Fragen

Was ist Mailchimp und warum ist es bekannt?

Mailchimp ist die bekannteste E-Mail-Marketing-Plattform der Welt – gegründet 2001 in Atlanta, seit 2021 Teil von Intuit. Marktanteil im Self-Service-E-Mail-Marketing global ist führend. Die Plattform hat sich von reinem Newsletter-Tool zu einer Marketing-Automation-Plattform entwickelt mit Landing Pages, einfachem CRM, Postkarten-Versand und Marketing-Workflows.

Ist Mailchimp DSGVO-konform für deutsche Unternehmen?

Mit Auflagen ja. Eine EU-Datenresidenz oder EU-Region gibt es bei Mailchimp nicht; der AVV formuliert es in Ziffer 6.1 sogar weiter als „US-Hosting“ – Mailchimp kann Kundendaten „weltweit in die USA und andere Länder übertragen und dort verarbeiten“, in denen Mailchimp, Tochtergesellschaften oder Unterauftragsverarbeiter tätig sind (geprüft 30.08.2026). Datenexporte laufen über das EU-US Data Privacy Framework (DPF) plus Standardvertragsklauseln (SCC). Für DACH-Setups mit personenbezogenen Daten heißt das: Transfer dokumentieren und prüfen, ob eine DSFA nötig ist (Art. 35 DSGVO), dazu AVV-Zeichnung und Double-Opt-in. Wer EU-Server-Default will, ist mit Brevo, CleverReach oder rapidmail sauberer aufgestellt.

Was kostet Mailchimp wirklich?

Mailchimp listet in USD und zeigt deutschen Besucher:innen umgerechnete EUR-Preise – Stand 28.10.2026. Free: 0 € bis 250 Kontakte, 500 Sendungen/Mo (max 250/Tag). Essentials: ab 11,75 €/Monat (500 Kontakte). Standard: ab 18,07 €/Monat (500 Kontakte). Premium: ab 316,30 €/Monat regulär, erste 12 Monate 268,86 €. Wichtig: Pricing skaliert mit Kontakt-Anzahl, nicht E-Mail-Volumen – bei 40.001–50.000 Kontakten liegt Standard bei 406,67 €/Monat (Listenpreis 450 USD). Das ist die größte Mailchimp-Schmerzstelle 2026.

Mailchimp vs Brevo – was ist besser für DACH?

Brevo gewinnt bei DSGVO (EU-Server-Default), bei Pricing für große Listen (volumen-basiert) und beim deutschsprachigen Telefon-Support – den es bei Brevo allerdings erst ab dem Paket Professional und nur Mo–Fr gibt und der im Guthaben-Modell laut Brevo nicht enthalten ist, während Mailchimp telefonisch laut eigener Angabe nur auf Englisch antwortet (geprüft 2026-09-25). Mailchimp gewinnt bei UI-Eleganz, Templates-Vielfalt, App-Marktplatz und globaler Bekanntheit. Für DACH-Setups mit DSGVO-Sensibilität ist Brevo 2026 die ergonomischere Wahl – für US-/UK-getriebene Setups bleibt Mailchimp Standard.

Hat Mailchimp deutsche Templates und UI?

UI ist auf Deutsch verfügbar, Templates sind aber primär auf Englisch designed. Viele Vorlagen haben US-Marketing-Tonalität, die für DACH-Käufer:innen oft befremdlich wirkt. Du musst die Templates lokalisieren oder eigene bauen. Brevo hat hier mehr DACH-taugliche Templates out-of-the-box.

Wie ist die Zustellbarkeit bei Mailchimp?

Eine feste Prozentzahl nennen wir bewusst nicht: Eine eigene Messung haben wir nicht, und die Zustelltests von EmailToolTester messen für Mailchimp wie für Brevo oder ActiveCampaign von Runde zu Runde unterschiedliche Werte (gelesen am 09.10.2026). Was du selbst beeinflussen kannst: die Absender-Domain authentifizieren und die Liste per Double-Opt-In pflegen.

Empfehlung

Für globale Setups, Design-orientierte Marketing-Agenturen und Shopify-/WooCommerce-E-Commerce bleibt Mailchimp 2026 ein solider Standard. Dafür sprechen laut Anbieter über 130 E-Mail-Vorlagen, über 300 Integrationen und das Experten-Verzeichnis für die Einrichtung.

Für DACH-Setups mit DSGVO-Sensibilität, große Listen mit niedriger Versand-Frequenz oder enges Budget ist Brevo die ergonomischere und günstigere Wahl. Detail-Vergleich: Klaviyo vs Brevo vs Mailchimp.

Pflicht bei DACH-Nutzung: Mailchimp hostet ausschließlich in den USA – eine EU-Region gibt es nicht. Für personenbezogene Daten AVV zeichnen, den Drittlandtransfer dokumentieren (DPF/SCC) und prüfen, ob eine DSFA nötig ist.

Mailchimp Free starten →Free · ab 11,75 €/MonatFree bis 250 Kontakteüber 130 E-Mail-VorlagenAVV + SCC
Taylor Liu

Verfasst von

IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

Ich bin Taylor, Informatik-Student in Berlin. ToolsPick habe ich gestartet, weil ich 2025 sechs Stunden lang versucht habe rauszufinden, ob Sevdesk oder Lexware Office besser passt, und alle Vergleichsseiten waren entweder bezahlte Marketing-Texte oder US-Reviews ohne Schimmer von GoBD. Also schreibe ich die Tests jetzt selbst.

Mehr über unseren Testprozess →