Zuletzt verifiziert: 24. Oktober 2026 · Quartalsweise geprüft Wir prüfen Pricing, DSGVO-Status und Funktions-Updates quartalsweise neu. Bei größeren Anbieter-Änderungen (z. B. Pricing-Klippen, neuer EU-Region) aktualisieren wir den Artikel sofort.
14 Min Lesezeit

Klaviyo vs Brevo vs Mailchimp 2026: der Email-Marketing-3-Way

Direkter Vergleich der drei wichtigsten Email-Marketing-Tool-Klassen. Klaviyo (E-Commerce-Premium für Shops) vs Brevo (EU-DSGVO-Volumen für DACH-KMU) vs Mailchimp (US-Standard für Mass-Market). Drei unterschiedliche Pricing-Modelle, drei DSGVO-Stufen, drei Zielgruppen – kein One-size-fits-all.

Taylor Liu – Tester bei ToolsPick.de

Von Taylor Liu · IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

· Research-basierter Vergleich: Anbieter-Doku, Pricing-Pages, öffentliche Nutzer-Bewertungen

TL;DR: der 30-Sekunden-Quick-Verdict

  • DSGVO-saubere DACH-Newsletter-Versender: Brevo (EU-Hosting, AVV als Vertragsbestandteil, Volumen-Pricing)
  • Online-Shops mit Revenue-Attribution: Klaviyo (Shopify-Tiefe, Predictive CLV, teuer aber ROI-stark)
  • Mid-Market-Allrounder mit Compliance-Toleranz: Mailchimp (US-Standard, breite Integrationen, DPF)
  • DACH-Affiliate-Marketing-Sites: Brevo gewinnt (Awin-Programm aktiv, deutschsprachiges Team)

Drei Tools, drei Zielgruppen – keine Überschneidung. Die "welches ist das beste"-Frage ist falsch gestellt. Frage: Newsletter oder E-Commerce oder Mixed-Stack? DSGVO-Strenge oder Compliance-Toleranz? Listen-Wachstum oder Volumen-Versand?

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Auf einen Blick: 14 Datenpunkte im 3-Way-Vergleich

Kriterium Klaviyo Brevo Mailchimp
Tool-KlasseE-Commerce-PremiumEU-Volumen-VersenderMass-Market-Allrounder
SitzBoston, USAParis, Frankreich (DACH-Vertragspartner: Brevo GmbH, Berlin)Atlanta, USA (Intuit Mailchimp)
Server-StandorteUSA – keine dokumentierte EU-RegionOVH FR + Google Cloud BelgienUSA (DPF-zertifiziert)
Pricing-ModellPro aktivem ProfilPro versendeter E-MailPro Kontakt
Free-Plan250 Profile300 Mails/Tag, bis zu 100.000 Kontakte250 Kontakte, 500 Sendungen/Monat (max 250/Tag)
Einstiegspreis20 USD/Mo (500 Profile)6,33 EUR/Mo (Starter, jährlich; monatlich 7 EUR)11,75 EUR/Mo (Essentials)
Sweet-Spot70 USD/Mo (3k Profile)26,08 EUR/Mo (Standard bei 10.000 E-Mails/Monat, jährlich; 29,00 monatlich)18,07 €/Monat (Standard, 0–500 Kontakte)
50.000-Kontakt-Skalierung720 USD/MoKontakte sind keine eigene Preisachse: die 10k-E-Mail-Stufe enthält 1.500 Kontakte, die 50k-Stufe 500.000. Für 50.000 Kontakte reicht damit spätestens die 50k-Stufe zu 71,08 EUR/Mo.Standard 406,67 EUR/Mo regulär
DSGVO-StatusDPF + SCC, DSFA prüfen (US-CLOUD-Act)Vollständig konform, AVV nativDPF + SCC, DSFA prüfen
E-Commerce-TiefeBest-in-Class (Shopify zertifiziert)Gut (Shop-Modul)Mittel (Standard-Connector)
Automation-TiefeSehr hoch (Predictive CLV, Flows)Hoch (Visual Builder)Hoch (Customer Journey Builder)
DACH-LokalisierungEnglisch-only (UI)Deutsch nativDeutsch übersetzt
Affiliate-ProgrammDirect, Approval-strengAwin, deutschsprachigKein offenes Programm (2023 geschlossen)
Vendor-Lock-inHoch (Flow-Logik schwer migrierbar)Niedrig (Standard-CSV-Export)Mittel (Audience-Tags proprietär)

Pricing-Modelle im Detail: der entscheidende Unterschied

Die drei Tools rechnen fundamental unterschiedlich. Das ist nicht nur "wer ist günstiger" – das ist eine Strategie-Frage über die nächsten 3-5 Jahre. Hier die Rechnung für drei realistische DACH-Setups:

Setup A: DACH-Solo-Selbstständige, 5.000 Kontakte, monatlicher Newsletter

  • Brevo Starter: 25,25 EUR/Mo im Jahresabo – die Stufen bis 15.000 E-Mails/Monat enthalten höchstens 2.500 Kontakte, erst die Stufe 20.000 E-Mails/Monat deckt 5.000 Kontakte ab. Jahres-TCO: 303 EUR.
  • Mailchimp Essentials: 67,78 €/Monat in der Stufe 2.501–5.000. Jahres-TCO: 813,36 EUR.
  • Klaviyo Email: 100 USD/Mo (5.000 Profile, Stand 04.11.2026). Jahres-TCO: 1.200 USD.
  • Gewinner: Brevo klar – 303 EUR im Jahr gegenüber 813,36 EUR bei Mailchimp und 1.200 USD bei Klaviyo. Bei reinem Newsletter-Versand ist die Volumen-Logik die DACH-Standard-Wahl. (Hinweis: Klaviyo-Tiers sind nicht linear, vor Setup eigene Pricing-Berechnung auf klaviyo.com/pricing empfohlen.)

Setup B: WordPress-/WooCommerce-Shop mit 8.000 Profilen, 2 Newsletter/Monat + Abandoned-Cart-Flow

  • Klaviyo Email: 150 USD/Mo (10k Profile – die Leiter kennt keine 8k-Stufe; 6,5k kosten 140 USD). Jahres-TCO: 1.800 USD.
  • Mailchimp Standard: 122 EUR/Mo regulär in der Stufe 5.001–10.000, erste 12 Monate 103,70 EUR. E-Commerce-Connector enthalten, aber flacher als Klaviyo. Jahres-TCO regulär: ~1.464 EUR, im ersten Jahr ~1.244 EUR.
  • Brevo Standard: volumen-basiert – 8.000 Profile × 2 Newsletter sind 16.000 E-Mails im Monat, dazu die Warenkorb-Mails. Die Stufe 20.000 E-Mails/Monat ist zugleich die kleinste mit mehr als 2.500 Kontakten (500.000 inklusive): 49,50 EUR/Mo im Jahresabo. Jahres-TCO: 594 EUR; wer mit den Warenkorb-Mails über 20.000 E-Mails im Monat kommt, braucht die nächste Stufe (30.000). Shop-Modul vorhanden aber nicht Klaviyo-tief.
  • Gewinner: Klaviyo bei tatsächlicher Nutzung der E-Commerce-Features (Browse-Abandonment + Predictive CLV liefern messbar mehr Revenue). Brevo bei Budget-Fokus. Mailchimp ist der teuerste Kompromiss.

Setup C: DACH-Mittelstand mit 50.000 Kontakten, quartalsweise Versand

  • Brevo Standard: 71,08 EUR/Mo im Jahresabo – die Stufe 50.000 E-Mails/Monat reicht für einen Versand an alle 50.000 Kontakte im Versandmonat (500.000 Kontakte inklusive). Jahres-TCO: 852,96 EUR, deutlich unter den kontakt-basierten Modellen.
  • Mailchimp Standard: 406,67 EUR/Mo regulär in der Stufe 40.001–50.000; die ersten 12 Monate 345,67 EUR (15 % Rabatt). Jahres-TCO regulär: ~4.880 EUR, im ersten Jahr ~4.148 EUR.
  • Klaviyo Email: 720 USD/Mo (50k aktive Profile). Jahres-TCO: 8.640 USD.
  • Gewinner: Brevo dramatisch günstiger – das volumen-basierte Modell kostet einen Bruchteil der Klaviyo-Kosten. Bei großen schlafenden Listen mit niedriger Frequenz ist das Brevo-Modell die einzig sinnvolle Wahl.

Brevo vs Mailchimp bei weiteren Listengrößen

Setup Brevo (Volumen) Mailchimp (Kontakt)
10k Kontakte, monatlicher NewsletterStandard 49,50 EUR/Monat (jährlich, Stufe 20.000 E-Mails/Monat; Starter in derselben Stufe 25,25 EUR)Essentials 99,41 EUR/Monat regulär, erste zwölf Monate 84,50 EUR
25k Kontakte, monatlicher NewsletterStandard, volumen-basiertStandard 280,15 EUR/Monat regulär (Essentials 244)
50k Kontakte, monatlicher NewsletterStandard 71,08 EUR/Monat im Jahresabo, 79 EUR bei monatlicher Zahlung – nur versendete E-Mails zählenStandard 406,67 EUR/Monat regulär (Essentials 347,93)
100k Kontakte, monatlicher NewsletterStandard/Professional, volumen-basiertStandard 722,97 EUR/Monat regulär (Premium 926,31)

Brevo rechnet seit der Tier-Umstellung 2026 (Standard ersetzt Business) nach E-Mail-Volumen: Der Basispreis Standard ab 13,50 EUR/Mo (jährlich; monatlich 15 EUR) gilt für 5.000 E-Mails/Monat, darüber steigt der Preis per Volumen-Kalkulator auf brevo.com. Stand 04.11.2026.

Faustregel Brevo vs Mailchimp: Bei großen Listen mit niedriger Frequenz gewinnt Brevo deutlich. Bei kleinen Listen mit hoher Frequenz ist es etwa gleich. Bei sehr aktiven kleinen Listen (≤ 2.000 Kontakte, mehrmals wöchentlich) minimal Mailchimp-Vorteil.

Brevo vs Mailchimp im Detail: Vertrag, Vorlagen, Automation, SMS, Support

Für reine Newsletter-Versender ohne Shop ist Klaviyo Overkill (siehe FAQ) – die Wahl fällt dann zwischen Brevo und Mailchimp. Neben dem Preismodell unterscheiden sich die beiden in diesen Punkten.

Brevo: Vertragspartner und Hosting für DACH-Konten

Brevo ist eine französische Plattform, Vertragspartner für DACH-Kunden ist laut Terms of Service die Brevo GmbH in Berlin (laut deutschem Impressum HRB 133191, Tochter der Sendinblue SAS, Paris). Die deutsche Unterauftragsliste nennt OVH mit Serverstandort „Frankreich, Deutschland“ (die englische Fassung nur „France“) und Google Cloud mit „Belgien“. Die AVV ist Appendix 3 der Terms of Service.

Vorlagen und Drag-and-Drop-Editor

Mailchimp nennt über 130 E-Mail-Vorlagen und bietet ein modulares Block-System, Live-Vorschau für Desktop und Mobile und einfache Brand-Kit-Anpassung; eigene Vorlagen lassen sich laut Mailchimp mit HTML anpassen. Brevo nennt zum Vergleich über 40 Vorlagen. Wer E-Mail-Designs für Kunden produziert, startet bei Mailchimp nicht bei null.

Marketing-Automation: was in welchem Tarif steckt

Brevo: Automation in jedem Paket, in Free und Starter für bis zu 2.000 Kontakte; unbegrenzt ab Standard (ab 13,50 EUR, jährlich). Mailchimp: Flows ab Essentials (11,75 EUR, bis zu 4 Schritte pro Flow); Verzweigungen und mehrere Ausgangspunkte ab Standard (18,07 EUR). Mailchimps Customer-Journey-Builder ist visueller und ergonomischer als Brevos Workflow-Builder. Für Marketing-Manager:innen, die viel mit Visual-Workflows arbeiten, ist das spürbar. Funktional sind die beiden Builder vergleichbar.

SMS-Marketing

Brevo bietet SMS-Versand im selben Account (Guthaben separat; SMS-Kampagnen laut Funktionsvergleich in jedem Paket). Die Multichannel-Automatisierung – laut Brevo E-Mail, SMS und weitere Kanäle in einer Journey – ist in Free und Starter auf 2.000 Kontakte beschränkt, ab Standard unbegrenzt. Mailchimp hat SMS als separates Add-on. Für E-Commerce mit Multi-Channel-Strategie (E-Mail + SMS-Erinnerungen) ist Brevo damit deutlich ergonomischer als Mailchimp.

Support auf Deutsch und am Telefon

Brevo bietet Support auf Deutsch, telefonisch aber nur in den Paketen Professional und Enterprise und nur Mo-Fr; die Rufnummer wird erst im eingeloggten Konto sichtbar. Brevo unterhält ein Berliner Office und schreibt, das Support-Team sitze „unter anderem“ in Deutschland – ein dediziertes DACH-Telefon-Team dokumentiert der Anbieter nicht. Bei Mailchimp läuft Telefon nur im Premium-Tarif und laut Anbieter nur auf Englisch, Chat und E-Mail auch auf Deutsch (geprüft 2026-09-25).

Mobile App

Mailchimps iOS- und Android-Apps erlauben Newsletter-Erstellung, Statistiken und Audience-Verwaltung mobil. Brevo hat keine native App. Für Marketing-Manager:innen unterwegs ein klarer Mailchimp-Vorteil.

Partner-Verzeichnis und internationaler Versand

Für die Einrichtung führt Mailchimp ein Experten-Verzeichnis, filterbar nach Spezialgebiet, Sprache und Standort; laut Mailchimp sind die Partner „geprüfte und zertifizierte Marketing-Asse“. Freelancer und Agenturen bekommen im kostenlosen Programm Mailchimp & Co Zugang zu exklusiven Schulungen (alles gelesen am 09.10.2026). Wer in den USA, UK, Australien oder global versendet, findet dort Expert:innen nach Land und Sprache. Für reine DACH-Märkte ist Brevo die richtige Wahl, für globale Mailchimp.

Was Brevo und Mailchimp gemeinsam haben

  • Double-Opt-in: beide unterstützen DACH-konformes Double-Opt-in.
  • REST-API: beide bieten saubere APIs mit Webhooks.
  • A/B-Testing: ab Mid-Plan bei beiden möglich.
  • DSGVO-Tools: AVV und SCC bei beiden vorhanden.
  • Datenexport: CSV-Export jederzeit bei beiden möglich.

Entscheidungs-Matrix: welches Tool für welches Profil

  • DACH-Solo-Selbstständige mit Newsletter (alles bis 10k Kontakte, monatlich): Brevo Free oder Starter
  • DACH-KMU mit großer schlafender Liste (50k+ Kontakte, quartalsweise): Brevo Standard
  • DACH-Shop-Owner mit Shopify oder Shopware: Klaviyo (wenn E-Commerce-Features genutzt) oder Brevo Standard (wenn Budget-Fokus)
  • Premium-WooCommerce-Shop mit Revenue-Attribution-Anspruch: Klaviyo Email + SMS
  • Mid-Market-Marketing-Team mit gemischtem Stack: Mailchimp Standard (kompromiss zwischen Newsletter + E-Commerce)
  • Marketing-Agentur mit Design-Anspruch: Mailchimp Standard (laut Anbieter über 130 E-Mail-Vorlagen mit Drag-and-Drop-Editor, eigene Vorlagen laut Mailchimp per HTML anpassbar)
  • Klassischer Mittelstand mit Telefon-Anspruch: Brevo (Telefon-Support auf Deutsch, aber erst ab Professional und nur Mo-Fr; bei Mailchimp Telefon nur im Premium-Tarif und laut Anbieter nur auf Englisch)
  • DSGVO-strenge Branche (Anwalt, Arzt, Bank, Healthcare): Brevo alternativlos (einzige saubere EU-Wahl)
  • US-Marktexpansion mit DACH-Basis: Mailchimp (DPF-Zertifizierung als Compliance-Argument)
  • Shopify-zertifizierte Agenturen mit E-Commerce-Kunden: Klaviyo (Whitelabel + Partner-Programm)
  • DACH-Affiliate-Marketing-Sites: Brevo (Awin-Programm aktiv, deutschsprachig)

Zwischenfazit: In der Matrix oben landet der grösste Teil der DACH-Profile bei Brevo – weil nach versendetem Volumen abgerechnet wird und nicht pro Kontakt. Der Gratis-Tarif läuft dauerhaft, nicht als Testphase.

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Versteckte Kosten + Realitäts-Check

Drei typische Fallen, die in Tool-Marketing selten transparent stehen:

Klaviyos Profil-basiertes Pricing eskaliert schnell

"Free bis 250 Profile" klingt fair. Aber: Klaviyo zählt jedes aktive Profil (= geöffnet eine E-Mail in den letzten 12 Monaten). Bei einem wachsenden Shop sind 10.000 Profile in 18 Monaten Standard – das sind 150 USD/Mo. Bei 20.000 Profilen rutscht der Plan auf 375 USD/Mo. Bei 50.000 Profilen bist du bei 720 USD/Mo. Plan das in. Bei niedriger Margen-pro-Bestellung (Fashion, Möbel) frisst Klaviyo schnell die Marge.

Mailchimps Kontakt-Pricing ist brutal bei schlafenden Listen

Mailchimp zählt jeden Kontakt – egal ob aktiv oder seit 3 Jahren inaktiv. Eine 30k-Kontakt-Liste, die du nur quartalsweise mit einem Newsletter ansprichst, kostet der Standard-Plan in der Stufe 25.001–30.000 regulär 307,26 €/Monat. Brevo rechnet nach Versandvolumen: Die kleinste Starter-Stufe, die mehr als 2.500 Kontakte aufnimmt (20.000 E-Mails im Monat, bis 500.000 Kontakte), kostet 25,25 €/Monat bei jährlicher Zahlung. Solution: Aggressive Re-Engagement-Kampagne + Sunset-Policy für 12-Monate-Inaktive, sonst zahlst du für Geist-Adressen.

Brevos E-Commerce-Module sind nicht Klaviyo-Tiefe

Brevo wirbt mit "E-Commerce inklusive". Das stimmt – aber die Tiefe ist nicht Klaviyo-Level. Browse-Abandonment funktioniert. Predictive CLV nicht. Order- Anniversary-Flows manuell nachbauen ja, predictive-AI-Empfehlungen nein. Wenn dein Shop Revenue-Attribution-Tiefe braucht (Klaviyo-Standard im US-D2C): Brevo wird limitierend. Wenn du "nur" Abandoned-Cart + Welcome-Series brauchst: Brevo reicht völlig.

FAQ: die 10 häufigsten Fragen

Klaviyo, Brevo oder Mailchimp – was ist die DACH-Email-Kernfrage?

Drei sehr unterschiedliche Tools für drei DACH-Zielgruppen. Brevo (Paris, EU-Server) = DSGVO-saubere Volumen-Versender für Newsletter-fokussierte DACH-KMU (dauerhaft kostenloser Einstieg, bezahlt ab 6,33 EUR/Mo im Jahresabo). Mailchimp (USA, DPF-zertifiziert) = klassisches Kontakt-basiertes Tool für Solo bis Mid-Market mit Compliance-Toleranz (Free + Essentials ab 11,75 EUR/Mo). Klaviyo (USA im Standard, EU-Datenresidenz nur per Vertrag) = E-Commerce-Premium-Tool mit Shopify-/WooCommerce-Tiefe für Online-Shops (Free + 20 USD/Mo aufwärts). Frage nicht 'welcher ist der beste' – frage 'verschicke ich Newsletter (Brevo), pflege ich Kontakt-Listen (Mailchimp), oder treibe ich E-Commerce-Revenue (Klaviyo)?'.

Pricing-Modell-Vergleich – der entscheidende Unterschied?

Drei unterschiedliche Pricing-Logiken. Brevo rechnet pro versendeter E-Mail (volumen-basiert) – perfekt bei großen Listen mit niedriger Frequenz. Mailchimp rechnet pro Kontakt (kontakt-basiert) – fair bei kleinen aktiven Listen, brutal bei großen schlafenden. Klaviyo rechnet pro aktivem Profil + Nachrichten extra – günstig bei kleinen Listen (500 Profile 20 USD/Mo), spürbar ab 20.000 (375 USD/Mo) und deutlich ab 50.000 (720 USD/Mo). Beispiel-Rechnung 50.000 Kontakte mit monatlichem Newsletter: Brevo Standard in der Stufe 50.000 E-Mails/Monat 71,08 EUR/Mo im Jahresabo (500.000 Kontakte inklusive), Mailchimp Standard 406,67 EUR/Mo (Stufe 40.001–50.000, regulär), Klaviyo Email 720 USD/Mo (50.000 aktive Profile). Brevo gewinnt bei großen DACH-Listen klar.

DSGVO-Bewertung der 3 Tools?

Brevo ist die sauberste DACH-Wahl der drei. Hosting in der EU (OVH Frankreich, Google Cloud Belgien), AVV automatisch Vertragsbestandteil der Terms of Service – nichts zu beantragen. Drittlandfrei ist auch Brevo nicht: Cloudflare und Zendesk stehen in der Unterauftragsliste mit „EU/USA“. Die Newsletter-Daten selbst bleiben aber in der EU, was den Unterschied zu den beiden US-Anbietern ausmacht. Mailchimp hat DPF-Zertifizierung (Nachfolger Privacy-Shield), aber Datenresidenz in EU nicht garantiert – jeder DACH-Versender dokumentiert den Transfer und prüft, ob eine DSFA nötig ist. Klaviyo dokumentiert weder auf der GDPR- noch auf der Trust- oder Security-Seite eine EU-Region oder EU-Datenresidenz; der Transfer läuft über DPF-Zertifizierung plus SCC im DPA – auch hier: Transfer dokumentieren, DSFA prüfen. Für regulierte Branchen (Anwalt, Arzt, Bank, Healthcare): Brevo alternativlos.

Welches Tool für reine Newsletter-Versender (DACH-Solo-Selbstständige)?

Brevo klar. Free-Plan deckt 300 Mails pro Tag und speichert bis zu 100.000 Kontakte; ein Newsletter an mehr als 300 Kontakte geht am geplanten Tag nur an 300 hinaus, den Rest muss man laut Brevo-Hilfe Tag für Tag manuell erneut einreihen. Starter ab 6,33 EUR/Mo für 5.000 Mails im Monat (500 Kontakte); die Stufe mit 20.000 Mails kostet 25,25 EUR/Mo (jeweils im Jahresabo). Deutsches Backend (übersetzt + verständlich), keine US-Tool-Compliance-Last, AVV-Standard. Mailchimp Free-Plan ist auf 250 Kontakte limitiert – bei aktivem Listen-Aufbau schnell aufgebraucht. Klaviyo ist für reine Newsletter-Versender Overkill (E-Commerce-Features ohne Shop ungenutzt).

Welches Tool für DACH-Online-Shops (Shopify, Shopware, WooCommerce)?

Klaviyo klar – wenn das Pricing trägt. Klaviyos USP ist die Tiefe der E-Commerce-Integration: Browser-Abandoned-Cart, Browse-Abandonment, Predictive CLV, Win-Back-Flows mit Produkt-Empfehlungen, Order-Anniversary-Flows. Shopify-Integration ist offiziell Klaviyo-zertifiziert, ROI-Reporting attribution direct an Bestellungen. Mailchimp E-Commerce ist okay, aber flacher. Brevo hat E-Commerce-Module, aber ohne Klaviyo-Tiefe. Bei 10.000+ Profilen wird Klaviyo schnell teuer – dann Klaviyo-vs-Mailchimp-TCO neu rechnen.

Welches Tool für Mid-Market mit gemischtem Stack (Newsletter + Light E-Commerce)?

Mailchimp ist hier der Default-Kompromiss. US-Standard mit deutschen Übersetzungen, breiter Integrations-Markt, ausreichende E-Commerce-Funktionen, akzeptable Pricing-Treppe bis ~10.000 Kontakte. DSGVO-Last ist real, aber bei Marketing-orientierten KMU oft tragbar (DPF + SCC, DSFA-Prüfung). Brevo wäre die DSGVO-sauberere Wahl, hat aber schwächere CRM-Features und kleineren Integrations-Markt. Klaviyo-Pricing rechnet sich nur bei echtem E-Commerce-Fokus.

Hat Mailchimp die besseren Templates als Brevo?

Bei der Auswahl ja: Mailchimp nennt über 130 E-Mail-Vorlagen, Brevo über 40 responsive Vorlagen (jeweils laut Anbieter, gelesen am 09.10.2026). Brevos Vorlagen sind oft DACH-tauglicher gestaltet, aber visuell konservativer. Wer höchsten Design-Anspruch hat, bleibt bei Mailchimp; wer schnell-zur-Sache-Templates braucht, gewinnt mit Brevo Zeit.

Brevo oder Mailchimp: wer hat die bessere Marketing-Automation?

Brevo und Mailchimp sind beide solide, aber unterschiedlich gewichtet. Mailchimps Customer Journeys (Automation-Flows schon in Essentials, dort bis zu 4 Schritte pro Flow; Verzweigungen und mehrere Ausgangspunkte ab Standard) sind UI-elegant und für Visual-Lerner:innen ergonomisch. Brevos Workflow-Builder (in Free und Starter für bis zu 2.000 Kontakte, ab Standard unbegrenzt) ist funktional vergleichbar und integriert SMS-Marketing nativ. Bei reinem E-Mail-Fokus ist Mailchimp leicht voraus, bei Multi-Channel (E-Mail + SMS) Brevo.

Brevo oder Mailchimp: wer hat den besseren deutschen Support?

Brevo, aber mit Tarif-Bedingung: Telefon-Support gibt es nur in den Paketen Professional und Enterprise und nur Mo-Fr, die Rufnummer wird erst im eingeloggten Konto sichtbar; E-Mail-Support listet Brevo im Starter-Paket, die Support-Sprachen inklusive Deutsch nennt der Anbieter ohne Tarif-Bindung. Mailchimp beantwortet Chat und E-Mail auf Deutsch (24/7 ab Essentials, im Free-Tarif 30 Tage E-Mail), Telefon dagegen nur im Premium-Tarif und laut Anbieter nur auf Englisch: „Derzeit kann das Support-Team von Mailchimp telefonische Anfragen nur auf Englisch beantworten“ (geprüft 2026-09-25). Ein dediziertes DACH- oder Berliner Telefon-Team dokumentiert Brevo nicht – belegt sind ein Berliner Office und die Aussage, das Support-Team sitze „unter anderem“ in Deutschland.

Affiliate-Programme im Vergleich?

Brevo gewinnt – Awin-Programm aktiv mit attraktiver Lifetime-Revenue-Share, deutschsprachiges Affiliate-Team, kurze Cookie aber transparente Approval. Mailchimp hat kein offenes Partnerprogramm mehr – das eigene Programm wurde 2023 geschlossen; wir verlinken dort rein redaktionell. Klaviyo hat ein neueres Partner-Programm mit ~30% recurring im E-Commerce-Sektor, aktuell aber strikter Approval-Prozess (E-Commerce-Site bevorzugt, Editorial-Content-Sites schwieriger). Für DACH-Email-Marketing-Affiliate-Sites: Brevo > Mailchimp > Klaviyo (Approval-Hürde).

Finale Empfehlung: keine "eine Wahl für alle"

Drei Tools, drei Zielgruppen, drei DSGVO-Stufen, drei Pricing-Logiken – keine sinnvolle Überschneidung:

Klaviyo gewinnt bei: Shopify- oder WooCommerce-Shops mit E-Commerce-Revenue-Attribution-Anspruch, Predictive-CLV-Workflows, Shopify- zertifizierten Agenturen. Pricing-Eskalation ab 10.000 Profilen mit-kalkulieren.

Brevo gewinnt bei: DSGVO-strengen DACH-Versendern aller Größen, großen schlafenden Listen mit niedriger Frequenz, Solo-Selbstständigen mit Newsletter-Fokus, DACH-Affiliate-Marketing-Sites (Awin-Programm aktiv). Das volumen-basierte Modell ist für 80 % der DACH-KMU die ökonomisch sauberere Wahl.

Mailchimp gewinnt bei: Mid-Market-Teams mit gemischtem Newsletter-/E-Commerce-Stack und Compliance-Toleranz (DPF reicht), US-Marktexpansion, Marketing-Agenturen mit höchstem Design-Anspruch, Marketing-Teams mit Bestands-Integrations-Stack der MailChimp-API-Kompatibilität braucht. Pricing-Treppe wird brutal ab 10k+ Kontakten mit niedriger Aktivität.

Wenn du Marketing + Sales + Service aus einer Plattform willst, ist HubSpot Marketing Hub die bessere Wahl – siehe HubSpot Test. Pro-Tipp: Brevo und Mailchimp einen Monat parallel testen – bei Brevo Free reicht das ohnehin kostenfrei.

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Taylor Liu

Verfasst von

IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

Ich bin Taylor, Informatik-Student in Berlin. ToolsPick habe ich gestartet, weil ich 2025 sechs Stunden lang versucht habe rauszufinden, ob Sevdesk oder Lexware Office besser passt, und alle Vergleichsseiten waren entweder bezahlte Marketing-Texte oder US-Reviews ohne Schimmer von GoBD. Also schreibe ich die Tests jetzt selbst.

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