Make.com vs Zapier vs n8n 2026: Welche Workflow-Automatisierung gewinnt?
Drei Tools, drei Philosophien: Zapier (US-Marktführer, einfach), Make.com (EU-Alternative, visueller, günstiger), n8n (Quellcode offen, selbst hostbar, DSGVO-Champion). Hier ist die ehrliche Entscheidungs-Hilfe für DACH-Unternehmen.
Veröffentlicht: 2026-05-09 · Aktualisiert: 2026-11-04 · Verglichene Pläne: Zapier Professional (19,99 USD im Jahresabo, 29,99 monatlich), Make.com Core (11 USD/Monat im Jahresabo bei 10.000 Credits), n8n Cloud Starter (20 EUR) + n8n self-hosted.
Schnelles Urteil
- DSGVO-Maximum: n8n self-hosted
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Make.com
- Größte App-Auswahl: Zapier
- Komplexe Workflows: Make.com
- Schnellster Start: Zapier
- Tech-Teams & Agenturen: n8n
Auf einen Blick
| Kriterium | Make.com | Zapier | n8n |
|---|---|---|---|
| Anbieter | Celonis, Inc. (USA, Vertragspartner laut MSA; Integromat-Wurzeln CZ) | Zapier Inc. (USA) | n8n GmbH (Berlin) |
| Server-Standort | EU + USA wählbar | USA (kein EU-Region) | Self-hosted ODER EU-Cloud |
| DSGVO | DSGVO-konform · EU | AVV erforderlich · USA | DSGVO-konform · DE/EU/Self |
| Free Tier | 1.000 Credits/Monat | 100 Tasks/Monat | Unbegrenzt (self-hosted) |
| Einstiegsplan | 11 USD/Monat (Core, Jahreszahlung, Preis für 10.000 Credits; laut Preisseite am 04.11.2026 16 USD monatlich) | ab 19,99 USD/Monat (Professional, Jahreszahlung; 29,99 monatlich) | 20 EUR/Monat Cloud · 0 EUR self-hosted (Community Edition) |
| Integrationen | über 3.500 | über 9.000 | 2.622 + HTTP-Knoten |
| Komplexe Workflows | Sehr gut (visuell) | Mittel (Filter/Paths) | Sehr gut (Code-Knoten) |
| Code-Knoten (JS/Python) | JavaScript-Modul | Code-Step in jedem Tarif (inkl. Laufzeit pro Step: 1 Sek. Free, 30 Sek. Professional/Team, 2 Min. Enterprise) | JavaScript & Python nativ |
| Versionierung | Limitiert | Limitiert | Git-fähig (self-hosted) |
| Quellcode offen | Nein | Nein | Ja (Fair-Code; laut n8n kein Open Source im OSI-Sinn) |
| Lernkurve | Mittel | Niedrig | Hoch (für Self-hosted) |
| Onboarding-Zeit (1. Workflow) | ~25 Min | ~10 Min | ~45 Min (Cloud), 2h (self) |
Make.com: Stärken im Überblick
1. Visueller Editor schlägt Zapier-Listen
Wenn dein Workflow mehr als 3 Schritte hat, ist Make.coms Drag-&-Drop-Canvas schlicht überlegen. Du siehst auf einen Blick, wie Daten fließen – Zapier zeigt dir eine vertikale Liste, in der Verzweigungen nur über umständliche Filter und Paths sichtbar werden. Bei komplexen mehrstufigen Workflows (z. B. „Eingangs-E-Mail → Klassifikation → Sevdesk-Beleg + Notion-Eintrag + Slack-Ping”) ist der visuelle Vorteil von Make.com laut Nutzerberichten besonders deutlich.
2. EU-Server-Region verfügbar
Make.com bietet bei der Konto-Erstellung explizit eine EU-Region – Server in der EU, AVV ist Standard. Ganz in der EU bleiben die Daten aber nicht: Makes Unterauftragsliste nennt auch mit EU-Region für einzelne Bausteine Hosting in den USA, etwa für Custom Code (E2B.dev) und die KI-Dienste. Zapier hat keine EU-Region und überträgt grundsätzlich in die USA.
3. Das Credit-Modell ist günstiger
Eine 4-Schritt-Automation kostet bei Make 4 Credits (1 pro Modul-Aktion). Zapier zählt nur die Aktions-Schritte als Tasks (der Trigger ist frei); eingebaute Werkzeuge wie Filter, Formatter und Paths verbrauchen laut Zapiers Preisseite keine Tasks, ein Lookup in einer anderen App ist dagegen ein normaler Aktions-Schritt. Make zählt laut Preis-FAQ Router-Module nicht, die Datenumformung mit eingebauten Werkzeugen aber schon. Wie groß der Preisabstand bei identischem Workflow-Volumen ist, hängt davon ab, wie viele Credits bzw. Tasks deine Workflows verbrauchen; eine pauschale Prozentzahl nennen wir nicht.
4. Iterator und Aggregator sind Killer-Features
Wer mit Listen arbeitet (z. B. „alle ungelesenen Mails verarbeiten“), braucht Iteratoren. Bei Make sind sie eingebaut und intuitiv. Bei Zapier muss man „Looping by Zapier“ verwenden, das fühlt sich umständlicher an; der Looping-Schritt selbst verbraucht laut Zapier keine Tasks.
Zapier: Stärken im Überblick
1. Größte App-Bibliothek am Markt
über 9.000 Integrationen – niemand kommt da heran. Wenn du eine Nischen-App benutzt (deutsche HR-Software, ein spezielles E-Mail-Tool, ein altes CRM), steht die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass Zapier eine native Integration hat.
2. Niedrigste Lernkurve
Trigger auswählen, App verbinden, Aktion einrichten – fertig. Ein einfacher Workflow (z. B. „Neue Stripe-Zahlung → Slack-Nachricht”) ist bei Zapier erfahrungsgemäß in unter 10 Minuten eingerichtet – Make.com braucht etwas länger, n8n am meisten.
3. AI Actions und vorgefertigte Templates
Zapier hat sich stark in Richtung KI bewegt: AI Actions, ChatGPT-Integration und „Zaps von KI generiert“ machen einfache Use-Cases nahezu konfigurationsfrei. Für nicht-technische Nutzer ist das ein echter Vorsprung.
4. Fehler-Diagnose ist erwachsen
Zapiers Task-History zeigt klar, welcher Schritt warum fehlgeschlagen ist. Make ist hier solider geworden, aber Zapier ist nach wie vor angenehmer im Debugging.
n8n: Stärken im Überblick
1. DSGVO-Champion bei Self-hosting
Das ist der einzige der drei Anbieter, bei dem deine Daten nie eine fremde Cloud sehen müssen. Hetzner-VPS in Falkenstein, n8n via Docker, dein eigener AVV mit Hetzner – und du bist so DSGVO-konform wie technisch möglich. Für alle, die Kunden- oder Mitarbeiterdaten in Workflows verarbeiten, ist das das stärkste Argument am Markt.
2. Deutsche Firma, deutsches Recht
n8n GmbH sitzt in Berlin. Vertragspartner ist eine deutsche GmbH – Gerichtsstand Berlin, kein US-CLOUD-Act-Risiko. Das ist im DACH-B2B-Markt zunehmend ein hartes Einkaufskriterium.
3. Code-Knoten ohne Premium-Aufpreis
JavaScript- und Python-Knoten sind in n8n kostenlos verfügbar. Bei Zapier gibt es Code-Steps zwar in jedem Tarif, im Free-Plan aber nur mit 1 Sekunde Laufzeit pro Step; die bezahlten Tarife enthalten 30 Sekunden (Enterprise 2 Minuten), längere Laufzeiten kosten dort zusätzliche Tasks. Bei Make.com gibt es nur JavaScript. Wenn du eine API anbinden willst, für die kein nativer Knoten existiert, ist n8n deutlich flexibler.
4. Workflows als Code (Git-fähig)
Self-hosted n8n speichert Workflows als JSON – du kannst sie versionieren, per Pull Request reviewen und über mehrere Umgebungen ausrollen. Für Agenturen mit mehreren Kunden-Setups ist das ein Game-Changer; bei Zapier und Make existiert das in der Form nicht.
5. Ausführungen sind unbegrenzt (self-hosted)
Bei Self-hosting fallen keine Pro-Ausführung-Kosten an. Wenn du 100.000+ Workflows pro Monat fährst, bezahlst du nur deinen VPS – bei Zapier wären das locker 200+ EUR/Monat, bei Make ähnlich.
Was bei n8n nervt
1. Selbsthosting ist nicht für jeden
Du brauchst Linux-Grundlagen, Docker-Erfahrung und musst Updates selbst einspielen. Wer keine 1–2 Stunden im Quartal in Wartung investieren will, ist mit n8n Cloud oder Make.com besser bedient.
2. Weniger native Integrationen
n8n bietet 2.622 Integrationen, Zapier über 9.000. Ja, der HTTP-Request-Knoten löst das theoretisch – aber „theoretisch“ heißt: du musst die API-Doku lesen, Auth einrichten, Schemas mappen. Für Zapier-/Make-Nutzer ist das unsichtbare Arbeit, die plötzlich sichtbar wird.
3. Lizenz-Feinheiten („fair-code“)
n8n ist nicht klassisches Open Source, sondern „Fair-Code“ unter Sustainable Use License. Heißt: für eigene interne Nutzung 100 % frei, aber das Hosten als bezahlten Dienst für Dritte (z. B. „Workflow-as-a-Service“) ist eingeschränkt. Für ~95 % der Anwender irrelevant, aber wer ein Geschäftsmodell darum baut, sollte die Lizenz lesen.
DSGVO-Audit der drei Plattformen
Zapier (USA)
- Achtung: Kein EU-Server-Region
- Data Processing Addendum (DPA) verfügbar
- Standardvertragsklauseln (SCC) im DPA
- Achtung: EU-US Data Privacy Framework – abhängig von politischer Lage
- Achtung: Bei sensiblen Daten (Mitarbeiter, Patienten) DSFA prüfen (Art. 35 DSGVO)
Make.com (EU verfügbar)
- EU-Region wählbar – aktiv selbst auswählen!
- AVV im Standard – das Data Processing Agreement liegt als öffentliches PDF auf make.com und ist auf der Terms-Seite als Vertragsdokument gelistet, zusammen mit SCC, technischen Maßnahmen und einer versionierten Subprozessor-Liste (Archiv bis Februar 2024)
- Subprozessor-Liste öffentlich
- Achtung: Default-Region ist NICHT EU – bei Sign-up explizit "EU" wählen
n8n (Self-hosted oder EU-Cloud)
- Self-hosted: Daten bleiben bei dir, kein Drittlandtransfer
- n8n Cloud: laut Unterauftragsliste auf Microsoft Azure „EU (e.g., Germany, Sweden)“ – eine Stadt nennt n8n nicht
- Vertragspartner: deutsche GmbH (Berlin)
- Quellcode öffentlich prüfbar (Sustainable Use License)
- AVV: Standardtext ohne Verhandlung, aber aktiv per DocuSign-Formular zu zeichnen (n8n.io/legal/data-processing-agreement/)
Empfehlung pro Use-Case
Solo-Selbstständige(r), nicht-technisch
→ Make.com
Visueller Editor, EU-Server, günstiger als Zapier. Gleich beim Sign-up EU-Region wählen. Free Tier reicht für die ersten Monate.
Solo-Selbstständige(r), tech-affin
→ n8n self-hosted
7,13 EUR Hetzner-VPS (CX23, brutto), ein Wochenende Setup, dann unbegrenzte Workflows ohne laufende Kosten. Für die nächsten Jahre die mit Abstand günstigste Lösung.
Agentur, die Kunden-Workflows betreut
→ n8n self-hosted (eine Instanz pro Kunde)
Workflows als JSON in Git, sauberer Audit-Trail, klare Datentrennung pro Kunde. DSGVO-Story für Pitches ein Traum.
Marketing-Team in einer GmbH
→ Make.com
Iteratoren und Aggregatoren machen Marketing-Pipelines (Lead-Sync, E-Mail-Sequenzen, Reporting) wesentlich eleganter als Zapier.
Quick-and-dirty Workflows
→ Zapier
Wenn du in 10 Minuten eine Stripe-zu-Slack-Integration brauchst und nie wieder anfasst – Zapier ist hier ungeschlagen.
Nischen-App-Integrationen
→ Zapier (Erstcheck), dann ggf. Make
Zapier hat schlicht die meiste App-Abdeckung. Wenn deine spezifische App nicht in Make/n8n ist, lohnt sich Zapier nur dafür.
Häufig gestellte Fragen
Make.com vs Zapier – was ist günstiger?
Make.com hat den günstigeren Einstieg: Core kostet 11 USD/Monat für 10.000 Credits, Zapier Professional ab 19,99 USD/Monat (jeweils bei jährlicher Zahlung, Stand 04.11.2026), und das Free-Tier ist großzügiger (1.000 Credits/Monat vs Zapiers 100 Tasks). Wie groß der Abstand bei deinem Volumen ist, hängt davon ab, wie viele Credits bzw. Tasks deine Workflows verbrauchen – eine pauschale Prozentzahl nennen wir deshalb nicht. Bei einfachen 1-Schritt-Automationen ist Zapier oft schneller eingerichtet.
Ist n8n DSGVO-konformer als Make.com oder Zapier?
Wenn du n8n selbst hostest (z. B. auf einem Hetzner-Server in Deutschland), ja – die Daten verlassen deine Infrastruktur nicht, AVV mit Hetzner reicht aus. n8n Cloud läuft laut n8n auf Microsoft Azure in der EU („currently hosted in the European Union“) – schon das ist ein klarer DSGVO-Vorsprung gegenüber Zapier (USA). Make.com bietet eine wählbare EU-Region.
Lohnt sich n8n als Self-hosted-Lösung wirklich?
Für tech-affine Solopreneure und kleine Agenturen: ja. Ein Hetzner-VPS (CX23) kostet 7,13 EUR/Monat brutto, n8n selbst kostet beim Self-Hosting keine Lizenzgebühr (Sustainable Use License) – du sparst gegenüber Zapier Professional (ab 19,99 USD/Monat bei Jahreszahlung, 29,99 monatlich) langfristig viel und bleibst zu 100 % DSGVO-Herr deiner Daten. Voraussetzung: ~2 Stunden Setup-Zeit und gelegentliche Updates.
Welches Tool kann am meisten Apps?
Zapier: über 9.000 Integrationen (Marktführer). Make.com: über 3.500 Integrationen, aber tiefere/komplexere Module pro App. n8n: 2.622 Integrationen plus HTTP-Request-Knoten für jede REST-API. Wenn du eine Nischen-App brauchst, ist Zapier am wahrscheinlichsten. Bei API-fähigen Tools holt n8n alles auf.
Können diese Tools mit deutscher Software (Sevdesk, Lexoffice) umgehen?
Sevdesk und Lexoffice sind in allen drei Tools verfügbar (Make und Zapier nativ, n8n via HTTP-Request bzw. Community-Knoten). Make.com hat tendenziell die ausgereifteste DACH-App-Bibliothek; Zapier hat manche DE-Apps nicht und n8n erfordert hier öfter Eigenarbeit.
Was ist der Unterschied zwischen Make-Credits und Zapier-Tasks?
Zapier zählt Tasks: 1 Task = 1 Aktion in deinem Zap (z. B. „E-Mail versenden“). Make.com zählt Credits pro Modul: ein Trigger + 3 Schritte = 4 Credits (Make zählt den Trigger mit, Zapier nicht). Grob entspricht 1 Modul-Aktion 1 Credit bzw. 1 Task – Zapier wirkt bei einfachen Zaps billiger. Filter, Formatter und Paths verbrauchen bei Zapier laut Preisseite keine Tasks; bei Make kostet auch die Datenumformung mit eingebauten Werkzeugen Credits, Router- und Fehler-Handler-Module zählt Make nicht.
Unsere finale Empfehlung
Wenn du heute neu anfängst und nicht weißt, was du willst: starte mit dem Free Tier von Make.com. Du lernst das Konzept (Trigger → Module → Aktionen) auf einer EU-konformen Plattform und kannst später jederzeit zu n8n migrieren, wenn dich Hosting interessiert.
Wenn du Daten verarbeitest, die du an niemanden geben willst (Kunden-CRM-Daten, Mitarbeiterdaten, Gesundheitsdaten) – investiere die 2 Stunden Setup-Zeit und betreibe n8n self-hosted. Es ist 2026 die einzige Lösung, die wir für sensible DACH-B2B-Workflows empfehlen.