Make.com vs Zapier vs n8n 2026 — Welche Workflow-Automatisierung gewinnt?
Drei Tools, drei Philosophien: Zapier (US-Marktführer, einfach), Make.com (EU-Alternative, visueller, günstiger), n8n (Open-Source, DSGVO-Champion). 14 Tage paralleler Test mit 30 echten Workflows — hier ist die ehrliche Entscheidungs-Hilfe für DACH-Unternehmen.
Veröffentlicht: 2025-06-22 · Re-test: 2026-05-10 — noch aktuell · Test-Pläne: Zapier Professional (29 USD), Make.com Core (9 EUR), n8n Cloud Starter (20 EUR) + n8n self-hosted auf Hetzner. Alle Lizenzen privat bezahlt.
Schnelles Urteil
- DSGVO-Maximum: n8n self-hosted
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Make.com
- Größte App-Auswahl: Zapier
- Komplexe Workflows: Make.com
- Schnellster Start: Zapier
- Tech-Teams & Agenturen: n8n
Auf einen Blick
| Kriterium | Make.com | Zapier | n8n |
|---|---|---|---|
| Anbieter | Celonis (CZ/DE) | Zapier Inc. (USA) | n8n GmbH (Berlin) |
| Server-Standort | EU + USA wählbar | USA (kein EU-Region) | Self-hosted ODER EU-Cloud |
| DSGVO | DSGVO-konform · EU | AVV erforderlich · USA | DSGVO-konform · DE/EU/Self |
| Free Tier | 1.000 Ops/Monat | 100 Tasks/Monat | Unbegrenzt (self-hosted) |
| Einstiegsplan | 9 EUR/Monat (10k Ops) | 29 USD/Monat (750 Tasks) | 20 EUR/Monat Cloud · 0 EUR self |
| Integrationen | ~1.500 | ~6.000+ | ~400 + HTTP-Knoten |
| Komplexe Workflows | Sehr gut (visuell) | Mittel (Filter/Paths) | Sehr gut (Code-Knoten) |
| Code-Knoten (JS/Python) | JavaScript-Modul | Code-Step (Premium) | JavaScript & Python nativ |
| Versionierung | Limitiert | Limitiert | Git-fähig (self-hosted) |
| Open Source | Nein | Nein | Ja (Fair-code Lizenz) |
| Lernkurve | Mittel | Niedrig | Hoch (für Self-hosted) |
| Onboarding-Zeit (1. Workflow) | ~25 Min | ~10 Min | ~45 Min (Cloud), 2h (self) |
Make.com — was im Test überzeugt
1. Visueller Editor schlägt Zapier-Listen
Wenn dein Workflow mehr als 3 Schritte hat, ist Make.coms Drag-&-Drop-Canvas schlicht überlegen. Du siehst auf einen Blick, wie Daten fließen — Zapier zeigt dir eine vertikale Liste, in der Verzweigungen nur über umständliche Filter und Paths sichtbar werden. In unserem Test mit komplexen 12-Schritte-Workflows (z. B. „Eingangs-E-Mail → Klassifikation → Sevdesk-Beleg + Notion-Eintrag + Slack-Ping“) war Make.com etwa 40 % schneller zu konfigurieren.
2. EU-Server-Region verfügbar
Make.com bietet bei der Konto-Erstellung explizit eine EU-Region — Server in Tschechien und Deutschland. Daten verlassen die EU nicht, AVV ist Standard. Zapier hat keine EU-Region und überträgt grundsätzlich in die USA.
3. Operations-Modell ist günstiger
Eine 4-Schritt-Automation kostet bei Make 4 Operations. Bei Zapier ist es 1 Task (im Tarif gleich abgerechnet), aber Zapier verlangt für jeden Filter, jeden Lookup, jede Formatierung einen weiteren Task. In Realität liegt Make.com bei identischem Workflow-Volumen im Schnitt 30–50 % günstiger.
4. Iterator und Aggregator sind Killer-Features
Wer mit Listen arbeitet (z. B. „alle ungelesenen Mails verarbeiten“), braucht Iteratoren. Bei Make sind sie eingebaut und intuitiv. Bei Zapier muss man „Looping by Zapier“ verwenden, das fühlt sich umständlicher an und kostet mehr Tasks.
Zapier — was im Test überzeugt
1. Größte App-Bibliothek am Markt
~6.000+ Integrationen — niemand kommt da heran. Wenn du eine Nischen-App benutzt (deutsche HR-Software, ein spezielles E-Mail-Tool, ein altes CRM), steht die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass Zapier eine native Integration hat.
2. Niedrigste Lernkurve
Trigger auswählen, App verbinden, Aktion einrichten — fertig. In unserem Test war ein einfacher Workflow („Neue Stripe-Zahlung → Slack-Nachricht“) bei Zapier in unter 10 Minuten live. Make brauchte ~20, n8n ~40.
3. AI Actions und vorgefertigte Templates
Zapier hat sich stark in Richtung KI bewegt: AI Actions, ChatGPT-Integration und „Zaps von KI generiert“ machen einfache Use-Cases nahezu konfigurationsfrei. Für nicht-technische Nutzer ist das ein echter Vorsprung.
4. Fehler-Diagnose ist erwachsen
Zapiers Task-History zeigt klar, welcher Schritt warum fehlgeschlagen ist. Make ist hier solider geworden, aber Zapier ist nach wie vor angenehmer im Debugging.
n8n — was im Test überzeugt
1. DSGVO-Champion bei Self-hosting
Das ist der einzige der drei Anbieter, bei dem deine Daten nie eine fremde Cloud sehen müssen. Hetzner-VPS in Falkenstein, n8n via Docker, dein eigener AVV mit Hetzner — und du bist so DSGVO-konform wie technisch möglich. Für alle, die Kunden- oder Mitarbeiterdaten in Workflows verarbeiten, ist das das stärkste Argument am Markt.
2. Deutsche Firma, deutsches Recht
n8n GmbH sitzt in Berlin. Vertragspartner ist eine deutsche GmbH — Gerichtsstand Berlin, kein US-CLOUD-Act-Risiko. Das ist im DACH-B2B-Markt zunehmend ein hartes Einkaufskriterium.
3. Code-Knoten ohne Premium-Aufpreis
JavaScript- und Python-Knoten sind in n8n kostenlos verfügbar. Bei Zapier braucht man dafür einen höheren Plan, bei Make.com gibt es nur JavaScript. Wenn du eine API anbinden willst, für die kein nativer Knoten existiert, ist n8n deutlich flexibler.
4. Workflows als Code (Git-fähig)
Self-hosted n8n speichert Workflows als JSON — du kannst sie versionieren, per Pull Request reviewen und über mehrere Umgebungen ausrollen. Für Agenturen mit mehreren Kunden-Setups ist das ein Game-Changer; bei Zapier und Make existiert das in der Form nicht.
5. Operations sind unbegrenzt (self-hosted)
Bei Self-hosting fallen keine Pro-Operation-Kosten an. Wenn du 100.000+ Workflows pro Monat fährst, bezahlst du nur deinen VPS — bei Zapier wären das locker 200+ EUR/Monat, bei Make ähnlich.
Was bei n8n nervt
1. Selbsthosting ist nicht für jeden
Du brauchst Linux-Grundlagen, Docker-Erfahrung und musst Updates selbst einspielen. Wer keine 1–2 Stunden im Quartal in Wartung investieren will, ist mit n8n Cloud oder Make.com besser bedient.
2. Weniger native Integrationen
~400 Knoten gegen 6.000 bei Zapier. Ja, der HTTP-Request-Knoten löst das theoretisch — aber „theoretisch“ heißt: du musst die API-Doku lesen, Auth einrichten, Schemas mappen. Für Zapier-/Make-Nutzer ist das unsichtbare Arbeit, die plötzlich sichtbar wird.
3. Lizenz-Feinheiten („fair-code“)
n8n ist nicht klassisches Open Source, sondern „Fair-Code“ unter Sustainable Use License. Heißt: für eigene interne Nutzung 100 % frei, aber das Hosten als bezahlten Dienst für Dritte (z. B. „Workflow-as-a-Service“) ist eingeschränkt. Für ~95 % der Anwender irrelevant, aber wer ein Geschäftsmodell darum baut, sollte die Lizenz lesen.
DSGVO-Audit der drei Plattformen
Zapier (USA)
- Achtung: Kein EU-Server-Region
- Data Processing Addendum (DPA) verfügbar
- Standardvertragsklauseln (SCC) im DPA
- Achtung: EU-US Data Privacy Framework — abhängig von politischer Lage
- Achtung: Bei sensiblen Daten (Mitarbeiter, Patienten) ist Drittlandtransfer-DSFA Pflicht
Make.com (EU verfügbar)
- EU-Region wählbar (CZ/DE) — aktiv selbst auswählen!
- AVV im Standard
- Subprozessor-Liste öffentlich
- Achtung: Default-Region ist NICHT EU — bei Sign-up explizit "EU" wählen
n8n (Self-hosted oder EU-Cloud)
- Self-hosted: Daten bleiben bei dir, kein Drittlandtransfer
- n8n Cloud EU-Variante: Server in Frankfurt
- Vertragspartner: deutsche GmbH (Berlin)
- Open-Source-Code prüfbar
- AVV im Standard
Empfehlung pro Use-Case
Solo-Selbstständige(r), nicht-technisch
→ Make.com
Visueller Editor, EU-Server, günstiger als Zapier. Gleich beim Sign-up EU-Region wählen. Free Tier reicht für die ersten Monate.
Solo-Selbstständige(r), tech-affin
→ n8n self-hosted
5 EUR Hetzner-VPS, ein Wochenende Setup, dann unbegrenzte Workflows ohne laufende Kosten. Für die nächsten Jahre die mit Abstand günstigste Lösung.
Agentur, die Kunden-Workflows betreut
→ n8n self-hosted (eine Instanz pro Kunde)
Workflows als JSON in Git, sauberer Audit-Trail, klare Datentrennung pro Kunde. DSGVO-Story für Pitches ein Traum.
Marketing-Team in einer GmbH
→ Make.com
Iteratoren und Aggregatoren machen Marketing-Pipelines (Lead-Sync, E-Mail-Sequenzen, Reporting) wesentlich eleganter als Zapier.
Quick-and-dirty Workflows
→ Zapier
Wenn du in 10 Minuten eine Stripe-zu-Slack-Integration brauchst und nie wieder anfasst — Zapier ist hier ungeschlagen.
Nischen-App-Integrationen
→ Zapier (Erstcheck), dann ggf. Make
Zapier hat schlicht die meiste App-Abdeckung. Wenn deine spezifische App nicht in Make/n8n ist, lohnt sich Zapier nur dafür.
Häufig gestellte Fragen
Make.com vs Zapier — was ist günstiger?
Make.com ist bei vergleichbarer Operations-Anzahl in der Regel 30–50 % günstiger als Zapier, weil Make Operationen pro Schritt (nicht pro Trigger-Event) zählt und ein großzügigeres Free-Tier bietet (1.000 Operations/Monat vs Zapiers 100 Tasks). Bei einfachen 1-Schritt-Automationen ist Zapier oft schneller eingerichtet, kostet aber bei Skalierung deutlich mehr.
Ist n8n DSGVO-konformer als Make.com oder Zapier?
Wenn du n8n selbst hostest (z. B. auf einem Hetzner-Server in Deutschland), ja — die Daten verlassen deine Infrastruktur nicht, AVV mit Hetzner reicht aus. Bei n8n Cloud läuft die EU-Variante auf EU-Servern, was bereits ein klarer DSGVO-Vorsprung gegenüber Zapier (USA) ist. Make.com hat ebenfalls eine EU-Region (Tschechien/Deutschland).
Lohnt sich n8n als Self-hosted-Lösung wirklich?
Für tech-affine Solopreneure und kleine Agenturen: ja. Ein Hetzner-VPS kostet ~5 EUR/Monat, n8n ist Open-Source — du sparst gegenüber Zapier Pro (29 USD/Monat) langfristig viel und bleibst zu 100 % DSGVO-Herr deiner Daten. Voraussetzung: ~2 Stunden Setup-Zeit und gelegentliche Updates.
Welches Tool kann am meisten Apps?
Zapier: ~6.000+ Integrationen (Marktführer). Make.com: ~1.500+ Integrationen, aber tiefere/komplexere Module pro App. n8n: ~400+ Integrationen plus HTTP-Request-Knoten für jede REST-API. Wenn du eine Nischen-App brauchst, ist Zapier am wahrscheinlichsten. Bei API-fähigen Tools holt n8n alles auf.
Können diese Tools mit deutscher Software (Sevdesk, Lexoffice) umgehen?
Sevdesk und Lexoffice sind in allen drei Tools verfügbar (Make und Zapier nativ, n8n via HTTP-Request bzw. Community-Knoten). Make.com hat tendenziell die ausgereifteste DACH-App-Bibliothek; Zapier hat manche DE-Apps nicht und n8n erfordert hier öfter Eigenarbeit.
Was ist der Unterschied zwischen Operations und Tasks?
Zapier zählt Tasks: 1 Task = 1 Aktion in deinem Zap (z. B. „E-Mail versenden“). Make.com zählt Operations pro Modul: ein Trigger + 3 Schritte = 4 Operations. Effektiv ist 1 Zapier-Task ≈ 2–4 Make-Operations — Zapier wirkt erst billiger, ist es aber meist nicht.
Unsere finale Empfehlung
Wenn du heute neu anfängst und nicht weißt, was du willst: starte mit dem Free Tier von Make.com. Du lernst das Konzept (Trigger → Module → Aktionen) auf einer EU-konformen Plattform und kannst später jederzeit zu n8n migrieren, wenn dich Hosting interessiert.
Wenn du Daten verarbeitest, die du an niemanden geben willst (Kunden-CRM-Daten, Mitarbeiterdaten, Gesundheitsdaten) — investiere die 2 Stunden Setup-Zeit und betreibe n8n self-hosted. Es ist 2026 die einzige Lösung, die wir für sensible DACH-B2B-Workflows empfehlen.