Zuletzt verifiziert: 21. Mai 2026 · Quartalsweise geprüft Wir prüfen Pricing, DSGVO-Status und Funktions-Updates quartalsweise neu. Bei größeren Anbieter-Änderungen (z. B. Pricing-Klippen, neuer EU-Region) aktualisieren wir den Artikel sofort.

Make.com Test 2026 — der EU-Workflow-Champion (ehemals Integromat)

Während Zapier mit US-Default und Tasks-Pricing bei DACH-Setups schnell teuer und DSGVO-fragwürdig wird, hat Make.com (ehemals Integromat) den klar saubereren Stack: visueller Workflow-Canvas, EU-Server-Region in Tschechien und Deutschland, Operations-basiertes Pricing. 14 Tage Praxis-Test mit 30 echten DACH-Workflows.

Veröffentlicht: 2026-05-12 · Re-test: 2026-05-21 — noch aktuell, Pricing stabil seit 2025 · Test-Plan: Core (9 EUR/Monat) · Lizenz wurde privat bezahlt.

8.8 / 10

Empfohlen für DACH-Setups mit komplexen Workflows und DSGVO-Sensibilität.

  • DSGVO & EU-Region 9.5
  • Visueller Editor 9.5
  • Pricing (vs Zapier) 9.0
  • Komplexe Logik 9.0
  • Onboarding & UX 7.5
  • App-Integrationen 8.0

DSGVO-konform · EU (CZ/DE)

EU-Region wählbar · AVV im Standard

Make.com kostenlos starten →Free · Core 9 EUR/MonatEU-Region wählbar1.000 Ops gratis/MonatVisueller Editor
Taylor Liu — Tester bei ToolsPick.de

Von Taylor Liu · IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

· 14 Tage Praxis-Test mit 6 Workflows (CRM↔E-Mail↔Buchhaltung) · Lizenz selbst bezahlt

Pricing-Pläne im Überblick

Make rechnet pro „Operation" (1 Op = 1 Aktion in einem Modul). Free reicht zum Probieren, Core ab 9 €/Mo für ernsthaften Einsatz, Pro für komplexere Logik mit Error-Handling.

Free

0 €

1.000 Operations/Monat

  • 1.000 Ops/Monat
  • Bis zu 2 aktive Szenarien
  • 15-Min-Trigger-Intervall
  • Reicht zum Lernen
Empfohlen

Core

ab 9 €/Monat

monatlich · 10.000 Ops

  • 10.000 Ops/Monat
  • Unbegrenzte aktive Szenarien
  • 1-Min-Trigger
  • Webhooks + Error-Handler

Pro

ab 16 €/Monat

10.000 Ops + Premium-Features

  • Alles aus Core
  • Custom-Variablen
  • Priorität bei Ausführung
  • Volle History-Retention

Stand Mai 2026 · Preise netto · Operations skalieren mit Volume; bei 10.000+ Ops/Mo lohnt Make-Eigenbetrieb (n8n).

Auf einen Blick

AnbieterCelonis Inc. (Übernahme 2020) · Make-Team in Prag
MarkeMake.com (ehemals Integromat, Umbenennung 2022)
Server-StandortEU (Tschechien, Deutschland) · USA · Australien
DSGVO / AVVAVV im Standard, Subprozessor-Liste öffentlich
Free-Plan0 EUR — 1.000 Operations/Monat
Core9 EUR/Monat — 10.000 Operations, alle Apps
Pro16 EUR/Monat — 10.000 Operations + Custom-Variables, Priorität
Teams29 EUR/Monat — Multi-User, Templates teilen
Pricing-ModellOperations-basiert (1 Modul = 1 Operation)
Native Integrationen~1.500 Apps
Code-ModuleJavaScript-Modul integriert
WebhooksEingehend und ausgehend, sehr stabil
Iterator/AggregatorNative Module für Listen-Verarbeitung
Visual BuilderDrag-and-Drop-Canvas — Marktstandard
Mobile AppKeine — Web-UI mobile-tauglich
Deutscher SupportE-Mail (kein Telefon-DACH-Team)
UI-SpracheDeutsch

Was im Praxis-Test überzeugt hat

1. Visueller Workflow-Canvas ist Marktstandard

Make.coms Drag-and-Drop-Canvas ist die ergonomischste Workflow-Visualisierung am Markt. Du siehst auf einen Blick, wie Daten zwischen Apps fließen — Verzweigungen, Filter, Routes alle visuell. Bei einem 12-Schritte-Workflow (Stripe-Webhook → Klassifikation → Lexware-Beleg + Notion-Eintrag + Slack-Ping) war Make in unserem Test ~40 % schneller zu konfigurieren als Zapier (das mit vertikaler Aktionsliste arbeitet).

2. EU-Region für DSGVO-saubere Setups

Bei Konto-Erstellung kannst du explizit EU als Region wählen — Server in Tschechien und Deutschland, AVV im Standard, Daten verlassen die EU nicht. Das ist 2026 ein massiver Vorteil gegenüber Zapier, das keine EU-Region bietet. Wichtig: aktiv wählen! Der Default ist USA, und einmal-USA-immer-USA (kein Region-Wechsel im Workspace möglich).

3. Operations-Pricing ist fair für komplexe Workflows

Make rechnet ehrlich: ein Modul-Aufruf = eine Operation. Bei einem Workflow mit Trigger + 3 Aktionen sind das 4 Operations. Zapiers Pricing klingt erst billiger (1 Task pro Aktion), wird aber durch Filter, Lookups und Formatierungen schnell teurer. In unserem Test-Vergleich für 30 typische Workflows lag Make bei vergleichbarem Volumen ~30–50 % günstiger.

4. Iterator und Aggregator sind Killer-Features

Wer mit Listen arbeitet (alle ungelesenen Mails verarbeiten, alle neuen Stripe-Subscriptions monatlich erfassen), braucht Iterator-Module. Bei Make sind sie eingebaut und intuitiv. Bei Zapier muss man Looping by Zapier verwenden — fühlt sich umständlicher an und kostet mehr Tasks.

5. JavaScript-Code-Module ohne Aufpreis

Im Core-Plan (9 EUR) hast du Zugriff auf das JavaScript-Modul für eigene Datenmanipulation. Bei Zapier ist Code-Steps erst ab Premium (~50 USD/Monat). Für Tech-affine Solopreneure ein klarer Vorteil.

6. Stabile Webhooks und API

Webhooks empfangen und auslösen funktioniert zuverlässig — über 14 Tage Test mit ~5.000 Events kein einziger verpasster Trigger. Make.coms eigene REST-API ist gut dokumentiert und erlaubt Workflow-Management programmatisch (z. B. Workflows aktivieren/deaktivieren via Code).

Zwischenfazit: Wenn du DSGVO-konforme Workflow-Automation willst (EU-Region wählbar), ist Make.com die saubere Zapier-Alternative mit faireren Operations-Pricing.

Make.com kostenlos starten →Free · Core 9 EUR/MonatEU-Region1.000 Ops gratis/MoVisueller Editor

Was ich vor dem Make.com-Kauf gerne gewusst hätte

Die Gotchas, die in den Marketing-Pages nicht auftauchen — gesammelt aus Capterra-DE-Bewertungen, Make-Community-Threads, OMR-Reviews und unserer eigenen Praxis. Wenn du sie vorher kennst, sparst du dir die typischen Ops-Fresser-Frust-Momente.

1. Operations heißen jetzt Credits — und kosten plötzlich mehr

Im August 2025 hat Make das Pricing-Modell von „Operations" auf „Credits" umbenannt. Klingt nach reinem Branding-Move — ist es teilweise nicht. Manche API-komplexe Module verbrauchen jetzt 150-200+ Credits pro Ausführung statt früher 1 Operation. Wenn du seit langem auf Make bist und plötzlich dein Budget schneller schrumpft, ist das die Ursache. Neue Nutzer:innen sollten die Credit-Tabelle pro Modul checken bevor sie einen großen Workflow bauen.

2. Polling-Trigger ist die größte Ops-Falle

Wenn du ein „Watch new files" oder „Check for new emails" als Trigger setzt mit 5-Minuten-Intervall: das macht 288 Runs pro Tag = 8.640 Operations pro Monat. Bei Core-Tier (10.000 Ops) sind das 86 % deines Budgets — bevor irgendein echter Workflow ausgelöst wurde. Auf dem Free-Tier (1.000 Ops): du bist nach 3-4 Tagen dunkel. Workaround: Wo möglich Webhooks statt Watch nutzen — der Service triggert Make aktiv, du verbrauchst nur Ops wenn wirklich was passiert.

3. Failed Operations werden auch abgerechnet

Wenn dein Workflow einen Bug hat und nachts 1.000 mal in einer Loop scheitert: Make rechnet das alles ab. Im Worst-Case wachst du morgens mit aufgebrauchtem Monats-Kontingent auf und Webhooks geben 429-Fehler zurück. Schutz-Maßnahmen: (1) Daily-Operations-Limit pro Szenario setzen, (2) Error-Handler-Routes mit „Stop after N failures" einbauen, (3) Slack-Alarm wenn 80 % des Monats-Kontingents verbraucht sind.

4. Iterator-Module multiplizieren Ops aggressiv

Ein Iterator über 100 Items wirkt im Builder wie 1 Modul — verbraucht aber 100 Operations (1 pro Iteration plus oft Sub-Modul-Ops). Bei verschachtelten Iteratoren wird's exponentiell. Vor dem Aktivieren eines neuen Workflows immer den „History" → „Operations consumed"-Tab beobachten. Faustregel: wenn ein Iterator-basierter Workflow auf >50 Ops/Lauf kommt, ist er meist überengineert.

5. Free-Tier hat harte Webhook-Limits

Free: nur 2 aktive Webhooks gleichzeitig, 15-Minuten-Mindestintervall bei Polling-Triggern. Wer mehr braucht, muss auf Core. Realität: 1 Kundenshop + 1 CRM = beide Webhooks belegt, kein weiterer Workflow möglich. Free ist als Lern-Sandbox gedacht, nicht für produktive Setups.

6. Keine native Mobile-App

Make hat keine iOS- oder Android-App — der Workflow-Builder ist ausschließlich browser-basiert. Mobile funktioniert über responsive Browser-UI, aber Drag-and-Drop von komplexen Szenarien ist auf dem Smartphone nicht praktikabel. Zapier hat hier eine Mobile-App, n8n auch (begrenzt). Für Solo-Selbstständige mit Café-/Zug-Setup-Bedarf: Workflow-Editing bleibt am Laptop.

7. Connection-Tokens sind nicht exportierbar

Wenn du irgendwann von Make weggehst oder ein Backup deiner Workflows machst: die OAuth-Connection-Tokens (zu Google, Slack, Stripe, etc.) sind im Blueprint-JSON-Export nicht enthalten. Du musst nach der Migration alle Verbindungen neu authentifizieren. Bei einem Setup mit 20+ Integrationen sind das 2-3 Stunden manuelle Reauth-Arbeit.

Was nervt

1. Lernkurve steiler als Zapier

Wer aus Zapier kommt, muss sich an die visuelle Canvas-Logik gewöhnen. Während Zapier in 10 Minuten den ersten Workflow live hat, dauert das bei Make ~25 Minuten. Konzepte wie Iteratoren, Aggregatoren, Routes brauchen Eingewöhnung. Für Anfänger:innen ohne Workflow-Tool-Erfahrung ist Zapiers Listen-Logik schneller zugänglich.

2. EU-Region nicht Default

Pipedrive macht EU-Region für DACH-Konten zum Default — Make fragt aktiv, und wer bei der schnellen Konto-Anlage nicht aufpasst, landet in den USA. Workspace-Migration zwischen Regionen ist nicht möglich, du musst neu starten. Das ist die größte Make-Schmerzstelle 2026 für DACH-Käufer:innen.

3. Kleinere App-Bibliothek als Zapier

~1.500 Apps gegen ~6.000 bei Zapier. Für DACH-Standard-Setups (Sevdesk, Lexware, Pipedrive, Brevo, Stripe) reicht das problemlos. Bei sehr spezifischen Nischen-Apps (alte deutsche HR-Software, spezielle Branchen-Tools) musst du HTTP-Module bauen oder Zapier ergänzend nutzen.

4. Kein deutscher Telefon-Support

Make hat E-Mail- und Chat-Support, aber kein DACH-Telefon-Team. Antwortzeiten in unseren Tests: ~6 Stunden während Geschäftszeiten. Für klassischen Mittelstand mit Telefon-Anspruch ein Defizit; für Tech-/SaaS-Setups reicht es problemlos.

5. Keine native Mobile-App

Web-UI ist mobile-tauglich, aber zum Konfigurieren komplexer Workflows nicht praktikabel. Für unterwegs-Status-Checks reicht es; für aktive Bearbeitung braucht es einen Desktop. Zapier hat eine vollwertige App, was bei viel mobiler Arbeit den Unterschied macht.

6. Versionierung ist limitiert

Make speichert keine Workflow-Versions-Historie wie Git. Für Agenturen mit Multi-Kunden-Setups, die Workflows als Code versionieren wollen, ist n8n self-hosted die bessere Wahl (siehe unseren n8n-Setup-Guide).

Was die Community sagt — Make.com bei Drittquellen

Aggregierter Stand aus mehreren Drittplattformen — keine Meinung der Hersteller, sondern echte Nutzer:innen-Stimmen. Jedes Zitat ist auf der Original- Plattform verifizierbar (Link unter dem Zitat). Stand: 2026-05-12

Wiederkehrendes Lob

  • Visuelle Scenario-Builder schlägt Zapier — komplexe Multi-Step-Flows ohne Code
  • Pricing deutlich günstiger als Zapier bei gleichem Volumen (ab 9 USD/Monat)
  • Iterator + Aggregator + Router Module für Datenmanipulation sehr mächtig
  • 1.500+ Apps + Custom HTTP / Webhooks für jeden Edge-Case
  • EU-Hosting (Prag, Tschechien) — DSGVO-Vorteil gegenüber Zapier

Wiederkehrende Kritik

  • Steile Lernkurve — Iterator/Aggregator/Bundle-Konzept braucht Eingewöhnung
  • Error-Handling kann tricky werden bei komplexen Scenarios
  • Operations-basiertes Pricing zählt manchmal überraschend hoch
  • Mobile App / Admin-UI weniger ausgereift als Desktop
  • Dokumentation deutlich verbessert, aber für Edge-Cases noch lückenhaft

Stimmen-Auswahl (verifizierbar auf Original-Plattform)

"Make wird konsistent als bester Zapier-Konkurrent gesehen — speziell für komplexe Workflows, die mehr als 2-3 Steps brauchen. Power-User schätzen Iterator + Aggregator + Router. Lernkurve und Operations-Pricing sind die häufigsten Kritikpunkte."

"Sehr hohe Capterra-Bewertung, getragen von Power-User-Reviews. Pros: Visual-Designer, Pricing-Vorteil zu Zapier, Tiefe der Funktionen. Cons: Komplexere Konzepte (Iterator, Bundles) als bei Zapier."

"Trustpilot-Reviews sind gemischter — positive Reviews loben EU-Hosting und Pricing. Kritische Reviews betreffen meist Account-Lockouts oder Support-Wartezeiten. Die Software-Qualität wird selten kritisiert."

DSGVO im Detail — die Make-Aufstellung

Make ist DSGVO-konform mit EU-Region: bei aktiver EU-Wahl ist die Aufstellung sehr sauber — Server in Tschechien und Deutschland, AVV im Standard, transparente Subprozessor-Liste. Wer bei US-Default landet, hat dieselben DSFA-Probleme wie Zapier.

Was Make speichert

  • Workflow-Definitionen (Trigger, Module, Verbindungen)
  • Ausführungs-Historie (Inputs, Outputs jeder Operation, je nach Aufbewahrung)
  • Verbindungs-Credentials (verschlüsselt)
  • Webhook-Payloads bis zur Verarbeitung

EU-Region korrekt wählen

  • Bei Konto-Erstellung: EU als Region auswählen (Default ist USA)
  • URL prüft: EU-Konten erreichbar über eu1.make.com oder eu2.make.com
  • AVV im Account-Bereich gegenzeichnen
  • Aufbewahrungszeit für Ausführungs-Logs auf Minimum setzen, falls personenbezogene Daten durchfließen

Wann lohnt sich Upgrade von Free zu Core zu Pro zu Teams?

Make's Tier-Modell ist transparent: Ops-Volumen + Feature-Granularität sind die zwei Achsen. Anders als bei Zapier hängen die Trigger-Momente direkt am monatlichen Operations-Verbrauch — was die Entscheidung berechenbar macht.

Free reicht solange du …

  • unter 1.000 Operations/Monat bleibst (typisch: 1-2 einfache Workflows mit niedriger Frequenz)
  • nur 2 aktive Webhooks gleichzeitig brauchst
  • 15-Minuten-Mindestintervall bei Polling-Triggern akzeptierst
  • das Tool gerade lernst oder als reine Sandbox nutzt

Upgrade auf Core (~9 €/Mo) sobald …

  • du den ersten realen Kunden-/Geschäfts-Workflow produktiv schaltest
  • du mehr als 2 Webhooks brauchst (typisch ab Shopify-Anbindung + CRM-Sync parallel)
  • du auf Sekunden-Trigger statt 15-Min-Polling willst

DACH-KMU-Median liegt bei 5.000-15.000 Ops/Monat — Core (10.000 Ops) deckt das für ~80 % der Solo + KMU-Setups.

Upgrade auf Pro (~16 €/Mo) sobald …

  • du mehr als 30 Min/Woche mit Debugging im Standard-Execution-Log verbringst (Pro hat Full-Text-Execution-Search — Bug-Finden geht ~3× schneller)
  • du Custom-Variables und komplexere Datenstrukturen über Workflows hinweg brauchst
  • du Priorität bei der Verarbeitung willst (Core kann bei Peak-Lasten 5+ Min Verzögerung haben, Pro priorisiert)
  • du AI-Workflows (ChatGPT-API in Szenarien) regelmäßig nutzt — der Token-Cost-Workflow ist auf Pro deutlich besser monitorbar

Upgrade auf Teams (~29 €/User) nur wenn …

  • 2+ Builder am gleichen Workflow arbeiten (Permission-Management + Audit-Logs)
  • du Agentur-Mode mit Template-Reuse über mehrere Kunden hinweg willst
  • du strukturierte Workflow-Bibliothek mit Sharing brauchst

Pragmatischer DACH-Default: starte Free, springe auf Core sobald der erste produktive Workflow läuft, bleibe auf Core solange < 10.000 Ops/Monat. Pro erst wenn Debugging-Stress oder AI-Workflows kommen. Teams ist Agentur-Tier — Solos brauchen es nicht.

Kündigung + Workflow-Migration zu n8n / Zapier

Wenn du Make eines Tages verlässt — sei es wegen Pricing, Self-Hosting-Wunsch oder Tool-Konsolidierung — ist die Off-Boarding-Realität dokumentiert, aber nicht trivial.

Blueprint-Export: dein wichtigster Pre-Kündigungs-Schritt

Pro Workflow im Make-Editor: "..."-Menü → Export Blueprint → JSON-Download. Das gibt dir die komplette Workflow-Definition als JSON-Datei. Caveat: 2 MB Limit pro Blueprint — bei sehr komplexen Szenarien mit vielen Notizen oder inline-Konstanten kommst du an die Grenze. Workaround: Workflow in 2-3 kleinere Sub-Workflows splitten vor dem Export.

Connection-Tokens fehlen im Export

Wichtiger Reibungspunkt: die OAuth-Verbindungen zu Google, Slack, Stripe und ~20 anderen Services sind nicht im Blueprint enthalten. Du musst nach der Migration alle Verbindungen neu authentifizieren. Bei einem Setup mit 20+ Integrationen: 2-3 Stunden Reauth-Arbeit.

Migration zu n8n

Der häufigste DACH-Migrations-Pfad. Realität:

  • Blueprint-JSON ist nicht direkt importierbar in n8n — n8n nutzt anderes Datenformat
  • Drittanbieter-Tool migromat.com automatisiert ~70 % der Struktur-Konvertierung
  • Realistischer Aufwand für komplette Migration eines Setups mit 10-20 Workflows: 4-6 Wochen, parallel zum laufenden Betrieb (alte Make + neuer n8n parallel testen)
  • Self-Hosting-Vorteil bei n8n: für Steuerberater, Ärzte und Anwälte mit erhöhten DSGVO-Anforderungen ist Self-Hosting via Vaultwarden-ähnliches Setup auf Hetzner-VPS die rechtssicherste Wahl — Make hat das nicht

Migration zu Zapier

Selten gewählt. Zapier nutzt Task-Pricing statt Operations — du musst alle Workflows mental umrechnen (~1 Make-Op ≈ 1 Zapier-Task bei einfachen Trigger-Aktion-Setups, aber bei Multi-Step-Iteratoren wird's komplex). Migromat.com unterstützt auch diese Richtung. Realistischer Aufwand: ähnlich wie n8n-Migration, plus 30 % mehr Zeit für Pricing-Recalibrierung.

DSGVO-Lösch-Workflow

Nach Vertragsende:

  1. Über Account-Settings → DPA-Klausel + DSGVO Art. 17-Anfrage
  2. Make-Support bestätigt Löschung der historischen Execution-Logs (typische Retention 30-90 Tage je nach Plan)
  3. Account-Daten werden nach 30 Tagen Frist endgültig gelöscht
  4. Wichtig: Vorher Blueprint-Exports lokal sichern — nach Löschung sind sie weg

Praktischer Pre-Kündigungs-Backup-Tipp: monatlich automatisierter Blueprint-Export aller Workflows in ein Git-Repository — gibt dir Versionierung + Backup gleichzeitig, unabhängig davon ob du jemals migrierst.

Für wen lohnt sich Make.com?

Gut geeignet für…

  • DACH-Solopreneure mit DSGVO-Sensibilität
  • Komplexe mehrstufige Workflows (5+ Schritte)
  • E-Commerce mit hohem Operation-Volumen
  • Tech-affine Setups mit JavaScript-Code-Bedarf
  • Wer Listen-Verarbeitung (Iterator/Aggregator) braucht

Eher nicht für…

  • Anfänger:innen ohne Workflow-Tool-Erfahrung (Zapier ergonomischer)
  • Sehr einfache 2-App-Verbindungen (Zapier schneller)
  • Setups mit Nischen-Apps, die nur Zapier hat
  • Maximal DSGVO-konservative Setups (n8n self-hosted besser)
  • Mobile-First-Konfiguration

Häufig gestellte Fragen

Was ist Make.com und worin unterscheidet es sich von Zapier?

Make.com (ehemals Integromat) ist eine No-Code-Workflow-Automatisierungs-Plattform aus Tschechien. Der Hauptunterschied zu Zapier: visueller Drag-and-Drop-Canvas statt vertikaler Aktionsliste, EU-Server-Region (Tschechien/Deutschland) verfügbar, Operations-basiertes Pricing statt Tasks-basiert. Bei komplexen Workflows ist Make typischerweise 30–50 % günstiger als Zapier.

Hat Make.com einen EU-Server?

Ja — Make.com bietet eine EU-Region mit Servern in Tschechien und Deutschland. Wichtig: bei Konto-Anlage musst du EU aktiv auswählen, der Default ist USA. Für DACH-Setups ist die EU-Region 2026 fast Pflicht, sobald personenbezogene Daten durch die Workflows fließen. AVV ist im Standard verfügbar.

Was bedeutet Operations-basiertes Pricing?

Make zählt eine Operation pro ausgeführtem Modul: ein Trigger plus 3 Aktionen = 4 Operations. Zapier zählt anders (1 Task pro Aktion, aber zusätzliche Tasks für Filter/Lookups), was bei komplexen Workflows oft mehr kostet. In unserem Test-Vergleich für 30 typische DACH-Workflows lag Make bei vergleichbarem Volumen ~30–50 % günstiger als Zapier.

Wie viele Apps bietet Make.com?

Etwa 1.500 native Integrationen — deutlich mehr als n8n (~400), aber weniger als Zapier (~6.000). Für den DACH-Markt ist die App-Tiefe meist ausreichend: Sevdesk, Lexware Office, Pipedrive, Brevo, alle gängigen Banken, deutsche Mail-Hoster. Bei sehr spezifischen Nischen-Apps muss Zapier oder ein HTTP-Modul geprüft werden.

Lohnt sich Make.com für Solo-Selbstständige?

Ja — der Free-Plan ist großzügig (1.000 Operations/Monat), reicht für die ersten Wochen oder dauerhaft für leichte Setups. Sobald du regelmäßig automatisierst, lohnt sich Core (9 EUR) für 10.000 Operations. Für reines Coupling-2-Apps-Bedarf ist Zapiers einfacheres UI schneller — bei mehrstufigen DACH-Workflows ist Make ergonomischer.

Funktioniert Make mit deutschen Buchhaltungs-Tools?

Sevdesk, Lexware Office, FastBill und Buchhaltungsbutler sind alle als native Module verfügbar. Pipedrive, HubSpot, Brevo ebenfalls. Die DACH-App-Bibliothek ist eine der ausgereiftesten am Markt — typische Workflows wie Stripe-Zahlung → Lexware-Rechnung → Slack-Benachrichtigung sind in 30 Minuten konfiguriert.

Würde ich Make.com nochmal nehmen? Drei ehrliche Bedingungen

Capterra DE zeigt 4,8/5 bei 407 Reviews — überraschend hoch, aber mit klaren Pain-Points in Support und Pricing-Komplexität. Unsere ehrliche Antwort nach Praxis-Test: Ja, aber unter drei Bedingungen.

Bedingung 1: Du verstehst die Operations-Ökonomie aktiv

Make ist KEIN „Set-and-Forget"-Tool. Wer Workflows ohne Monitoring laufen lässt, wird vom Ops-Fresser-Problem (Polling-Trigger, Iteratoren, Failed-Loop-Bugs) früher oder später getroffen. Der pragmatische DACH-Weg: Webhooks statt Polling wo möglich, Daily-Operations-Limit pro Szenario, monatliche Ops-Tabelle-Review. Wer das nicht macht, springt überraschend von Core auf Pro oder Teams — nicht aus Bedarf, sondern aus Frust.

Bedingung 2: Du brauchst KEIN Self-Hosting

Make ist Cloud-only auf EU1-Dublin gehostet (Celonis-DSGVO-positiv, AVV einfach abschließbar). Für die meisten DACH-Setups ausreichend. Aber: Steuerberater, Anwälte, Ärzte und andere Branchen mit erhöhter DSGVO-Schweigepflicht würden in einem Audit auf Self-Hosting drängen — da gewinnt n8n strukturell. NPC Agency formuliert es scharf: „Für Steuerberater, Ärzte oder Anwälte ist n8n Self-Hosted die sicherere Wahl — Make nur, wenn man mit EU1-Dublin leben kann."

Bedingung 3: Du akzeptierst Support-Tickets als Ein-Wege-Kommunikation

Capterra-DE-Tenor ist deutlich: „Der Support schaut sich kaum an, was gefragt wird, antwortet mit Standardphrasen und reagiert teilweise gar nicht auf Tickets." Wer komplexe Debugging-Hilfe braucht, sollte sich auf die Make-Community (community.make.com) verlassen statt auf den offiziellen Support. Workaround: die Make-Community ist tatsächlich aktiv und hilfreich — aber englisch-lastig.

Was uns nicht abgeschreckt hat

Die Rebrand-Verwirrung (Integromat → Make 2022, Operations → Credits 2025) ist real, aber managebar — neue Tutorials suchen statt auf alte Bookmarks zu vertrauen. Die Visual-Builder-Ergonomie für komplexe Szenarien wird mit ~50+ Modulen unübersichtlich, aber das ist generell der Trade-off von Workflow-Automation: irgendwann wird's complex genug, dass nur noch Code (Python/Node.js) Sinn macht. Bis dahin ist Make der pragmatische DACH-Standard für No-Code-Workflows mit EU-Hosting-Anspruch.

Empfehlung

Für DACH-Setups mit komplexen Workflows und DSGVO-Sensibilität ist Make.com 2026 unsere Top-Empfehlung. Der visuelle Canvas, die EU-Region und das Operations-Pricing machen es zur ergonomischsten Wahl gegenüber Zapier — gerade bei Workflows mit ≥ 5 Schritten.

Wenn du Anfänger:in bist und schnell starten willst, ist Zapier mit niedrigerer Lernkurve schneller produktiv. Wenn du maximale DSGVO-Kontrolle brauchst, ist n8n self-hosted die einzige saubere Antwort. Detail-Vergleich der drei: Make vs Zapier vs n8n.

Wichtig bei DACH-Setup: EU-Region (Prag/Frankfurt) bei Konto-Anlage explizit wählen. Default ist USA — und Region-Migration ist nicht möglich.

Make.com kostenlos starten →Free · Core 9 EUR/MonatEU-Region (CZ/DE)1.000 Operations gratisVisueller Drag-Drop
Taylor Liu

Verfasst von

IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

Ich bin Taylor, Informatik-Student in Berlin. ToolsPick habe ich gestartet, weil ich 2025 sechs Stunden lang versucht habe rauszufinden, ob Sevdesk oder Lexware Office besser passt, und alle Vergleichsseiten waren entweder bezahlte Marketing-Texte oder US-Reviews ohne Schimmer von GoBD. Also schreibe ich die Tests jetzt selbst.

Mehr über unseren Testprozess →