Zuletzt verifiziert: 21. Mai 2026 · Quartalsweise geprüft Wir prüfen Pricing, DSGVO-Status und Funktions-Updates quartalsweise neu. Bei größeren Anbieter-Änderungen (z. B. Pricing-Klippen, neuer EU-Region) aktualisieren wir den Artikel sofort.
Redaktionelle Analyse

Make.com Test 2026 — der EU-Workflow-Champion (ehemals Integromat)

Während Zapier mit US-Default und Tasks-Pricing bei DACH-Setups schnell teuer und DSGVO-fragwürdig wird, hat Make.com (ehemals Integromat) den klar saubereren Stack: visueller Workflow-Canvas, EU-Server-Region in der EU, Credit-basiertes Pricing (seit Aug 2025). Research-basierte Einordnung von Pricing, EU-Region und DACH-Eignung.

Veröffentlicht: 2026-05-12 · Re-test: 2026-05-21 — Pricing stabil seit 2025 · Research-basiert auf Anbieter-Doku, Pricing-Page und DACH-Community-Stimmen (Capterra/OMR) — keine eigene Hands-on-Praxis.

8.8 / 10

Empfohlen für DACH-Setups mit komplexen Workflows und DSGVO-Sensibilität.

  • DSGVO & EU-Region 9.5
  • Visueller Editor 9.5
  • Pricing (vs Zapier) 9.0
  • Komplexe Logik 9.0
  • Onboarding & UX 7.5
  • App-Integrationen 8.0

DSGVO-konform · EU (oder USA) — wählbar

EU-Region wählbar · AVV im Standard

Make.com kostenlos starten →Free · Core 9 EUR/MonatEU-Region wählbar1.000 Ops gratis/MonatVisueller Editor
Taylor Liu — Tester bei ToolsPick.de

Von Taylor Liu · IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

· Redaktionelle Analyse: Anbieter-Doku, Pricing-Page, Capterra-/OMR-Community-Stimmen

Pricing-Pläne im Überblick

Make rechnet in Credits (seit Aug 2025; die meisten Aktionen kosten 1 Credit, ~1:1 zum früheren Operations-Modell — nur AI-Module mehr). Free reicht zum Probieren, Core ab 9 €/Mo für ernsthaften Einsatz, Pro für komplexere Logik mit Error-Handling.

Free

0 €

1.000 Credits/Monat

  • 1.000 Ops/Monat
  • Bis zu 2 aktive Szenarien
  • 15-Min-Trigger-Intervall
  • Reicht zum Lernen
Empfohlen

Core

ab 9 €/Monat

monatlich · 10.000 Ops

  • 10.000 Ops/Monat
  • Unbegrenzte aktive Szenarien
  • 1-Min-Trigger
  • Webhooks + Error-Handler

Pro

ab 16 €/Monat

10.000 Ops + Premium-Features

  • Alles aus Core
  • Custom-Variablen
  • Priorität bei Ausführung
  • Volle History-Retention

Stand August 2026 · Preise netto · seit Aug 2025 Credits statt Operations (die meisten Aktionen = 1 Credit); bei hohem Volumen lohnt Make-Eigenbetrieb (n8n).

Auf einen Blick

AnbieterCelonis SE (Dual-HQ München + New York · Übernahme von Integromat 2020) · Integromat-Wurzeln in Brno (Tschechien); Make-Operations-Team weiterhin tschechisch
MarkeMake.com (ehemals Integromat, Umbenennung 2022)
Server-StandortEU oder USA — bei Konto-Anlage wählbar (laut Make nur diese zwei Regionen)
DSGVO / AVVAVV im Standard, Subprozessor-Liste öffentlich
Free-Plan0 EUR — 1.000 Credits/Monat
Core9 EUR/Monat — 10.000 Credits, alle Apps
Pro16 EUR/Monat — 10.000 Credits + Custom-Variables, Priorität
Teams29 EUR/Monat — Multi-User, Templates teilen
Pricing-ModellCredit-basiert (seit Aug 2025; die meisten Aktionen = 1 Credit)
Native Integrationen~1.500 Apps
Code-ModuleJavaScript-Modul integriert
WebhooksEingehend und ausgehend, sehr stabil
Iterator/AggregatorNative Module für Listen-Verarbeitung
Visual BuilderDrag-and-Drop-Canvas — Marktstandard
Mobile AppKeine — Web-UI mobile-tauglich
Deutscher SupportE-Mail (kein Telefon-DACH-Team)
UI-SpracheDeutsch

Was im Einsatz überzeugt

1. Visueller Workflow-Canvas ist Marktstandard

Make.coms Drag-and-Drop-Canvas ist die ergonomischste Workflow-Visualisierung am Markt. Du siehst auf einen Blick, wie Daten zwischen Apps fließen — Verzweigungen, Filter, Routes alle visuell. Gerade bei mehrstufigen Workflows (etwa Stripe-Webhook → Klassifikation → Lexware-Beleg + Notion-Eintrag + Slack-Ping) beschreiben Nutzerstimmen den visuellen Canvas als deutlich übersichtlicher als Zapiers vertikale Aktionsliste.

2. EU-Region für DSGVO-saubere Setups

Bei Konto-Erstellung kannst du explizit EU als Region wählen — Server in der EU, AVV im Standard, Daten verlassen die EU nicht. Das ist 2026 ein massiver Vorteil gegenüber Zapier, das keine EU-Region bietet. Wichtig: aktiv wählen! Der Default ist USA, und einmal-USA-immer-USA (kein Region-Wechsel im Workspace möglich).

3. Modul-genaue Abrechnung ist transparent für komplexe Workflows

Make rechnet pro Modul-Aufruf ab (seit Aug 2025 in Credits statt Operations; die meisten Aktionen kosten 1 Credit — nur Module mit Makes AI-Provider mehr). Zapiers Pricing klingt erst billiger (1 Task pro Aktion), wird aber durch Filter, Lookups und Formatierungen schnell teurer — denn Zapier zählt Formatter- und Filter-Schritte als Tasks, während Filter und Router in Make keine Credits verbrauchen. Öffentliche Pricing-Vergleiche und Nutzerstimmen berichten für komplexe Workflows bei vergleichbarem Volumen weiterhin von einem Kostenvorteil für Make.

4. Iterator und Aggregator sind Killer-Features

Wer mit Listen arbeitet (alle ungelesenen Mails verarbeiten, alle neuen Stripe-Subscriptions monatlich erfassen), braucht Iterator-Module. Bei Make sind sie eingebaut und intuitiv. Bei Zapier muss man Looping by Zapier verwenden — fühlt sich umständlicher an und kostet mehr Tasks.

5. JavaScript-Code-Module ohne Aufpreis

Im Core-Plan (9 EUR) hast du Zugriff auf das JavaScript-Modul für eigene Datenmanipulation. Bei Zapier ist Code-Steps erst ab Premium (~50 USD/Monat). Für Tech-affine Solopreneure ein klarer Vorteil.

6. Stabile Webhooks und API

Webhooks empfangen und auslösen gilt laut Anbieter-Doku und Community-Stimmen als zuverlässig. Make.coms eigene REST-API ist gut dokumentiert und erlaubt Workflow-Management programmatisch (z. B. Workflows aktivieren/deaktivieren via Code).

Zwischenfazit: Wenn du DSGVO-konforme Workflow-Automation willst (EU-Region wählbar), ist Make.com die saubere Zapier-Alternative mit fairem, modul-genauem Credit-Pricing.

Make.com kostenlos starten →Free · Core 9 EUR/MonatEU-Region1.000 Ops gratis/MoVisueller Editor

Was man vor dem Make.com-Kauf wissen sollte

Die Gotchas, die in den Marketing-Pages nicht auftauchen — gesammelt aus Capterra-DE-Bewertungen, Make-Community-Threads und OMR-Reviews. Wenn du sie vorher kennst, sparst du dir die typischen Credit-Fresser-Frust-Momente.

1. Von „Operations" zu „Credits" — meist 1:1, aber AI-Module kosten mehr

Im August 2025 hat Make die Abrechnungseinheit von „Operations" auf „Credits" umbenannt. Entwarnung für Bestandsnutzer: Laut Anbieter bleibt es für die meisten Modul-Aktionen bei 1 Credit pro Aktion (faktisch 1 Operation ≈ 1 Credit) — der Rebrand ist keine versteckte Preiserhöhung. Die Ausnahme sind Module, die Makes AI-Provider nutzen: die können pro Aufruf mehr Credits kosten (eine feste Zahl nennt Make öffentlich nicht). Wer viel mit KI-Modulen baut, sollte deren Credit-Verbrauch vorab checken; für klassische App-zu-App-Automationen ändert der Rebrand am Budget wenig.

2. Polling-Trigger ist die größte Credit-Falle

Wenn du ein „Watch new files" oder „Check for new emails" als Trigger setzt mit 5-Minuten-Intervall: das macht 288 Läufe pro Tag = ~8.640 Credits pro Monat, weil schon der Prüf-Lauf des Triggers je 1 Credit kostet. Bei Core-Tier (10.000 Credits) sind das 86 % deines Budgets — bevor irgendein echter Workflow ausgelöst wurde. Auf dem Free-Tier (1.000 Credits): du bist nach 3-4 Tagen dunkel. Workaround: Wo möglich Webhooks statt Watch nutzen — der Service triggert Make aktiv, du verbrauchst nur Credits wenn wirklich was passiert.

3. Fehlläufe können ins Kontingent zählen

Wenn dein Workflow einen Bug hat und nachts 1.000 mal in einer Loop scheitert, kann das je nach Fehlertyp Credits kosten — Make dokumentiert das Verhalten bei fehlgeschlagenen Läufen nicht eindeutig (anders als Zapier, das gescheiterte Aktionen ausdrücklich nicht berechnet). Im Worst-Case wachst du morgens mit aufgebrauchtem Monats-Kontingent auf und Webhooks geben 429-Fehler zurück. Schutz-Maßnahmen: (1) ein Credit-Limit pro Szenario setzen, (2) Error-Handler-Routes mit „Stop after N failures" einbauen, (3) Slack-Alarm wenn 80 % des Monats-Kontingents verbraucht sind.

4. Iterator-Module multiplizieren den Credit-Verbrauch

Ein Iterator über 100 Items wirkt im Builder wie 1 Modul — verbraucht aber ~100 Credits (1 pro Iteration, plus oft Sub-Modul-Credits). Bei verschachtelten Iteratoren wird's exponentiell. Vor dem Aktivieren eines neuen Workflows immer den Credit-Verbrauch im History-Log beobachten. Faustregel: wenn ein Iterator-basierter Workflow auf >50 Credits/Lauf kommt, ist er meist überengineert.

5. Free-Tier hat harte Webhook-Limits

Free: nur 2 aktive Webhooks gleichzeitig, 15-Minuten-Mindestintervall bei Polling-Triggern. Wer mehr braucht, muss auf Core. Realität: 1 Kundenshop + 1 CRM = beide Webhooks belegt, kein weiterer Workflow möglich. Free ist als Lern-Sandbox gedacht, nicht für produktive Setups.

6. Keine native Mobile-App

Make hat keine iOS- oder Android-App — der Workflow-Builder ist ausschließlich browser-basiert. Mobile funktioniert über responsive Browser-UI, aber Drag-and-Drop von komplexen Szenarien ist auf dem Smartphone nicht praktikabel. Zapier hat hier eine Mobile-App, n8n auch (begrenzt). Für Solo-Selbstständige mit Café-/Zug-Setup-Bedarf: Workflow-Editing bleibt am Laptop.

7. Connection-Tokens sind nicht exportierbar

Wenn du irgendwann von Make weggehst oder ein Backup deiner Workflows machst: die OAuth-Connection-Tokens (zu Google, Slack, Stripe, etc.) sind im Blueprint-JSON-Export nicht enthalten. Du musst nach der Migration alle Verbindungen neu authentifizieren. Bei einem Setup mit 20+ Integrationen sind das 2-3 Stunden manuelle Reauth-Arbeit.

Was nervt

1. Lernkurve steiler als Zapier

Wer aus Zapier kommt, muss sich an die visuelle Canvas-Logik gewöhnen. Während Zapier den ersten Workflow sehr schnell live hat, berichten Nutzerstimmen bei Make von einer spürbar längeren Einarbeitung. Konzepte wie Iteratoren, Aggregatoren, Routes brauchen Eingewöhnung. Für Anfänger:innen ohne Workflow-Tool-Erfahrung ist Zapiers Listen-Logik schneller zugänglich.

2. EU-Region nicht Default

Pipedrive macht EU-Region für DACH-Konten zum Default — Make fragt aktiv, und wer bei der schnellen Konto-Anlage nicht aufpasst, landet in den USA. Workspace-Migration zwischen Regionen ist nicht möglich, du musst neu starten. Das ist die größte Make-Schmerzstelle 2026 für DACH-Käufer:innen.

3. Kleinere App-Bibliothek als Zapier

~1.500 Apps gegen ~6.000 bei Zapier. Für DACH-Standard-Setups (Sevdesk, Lexware, Pipedrive, Brevo, Stripe) reicht das problemlos. Bei sehr spezifischen Nischen-Apps (alte deutsche HR-Software, spezielle Branchen-Tools) musst du HTTP-Module bauen oder Zapier ergänzend nutzen.

4. Kein deutscher Telefon-Support

Make hat E-Mail- und Chat-Support, aber kein DACH-Telefon-Team. Laut Anbieter-Angaben und dokumentierten Nutzerstimmen liegen die E-Mail-Antwortzeiten im Stunden-Bereich während der Geschäftszeiten. Für klassischen Mittelstand mit Telefon-Anspruch ein Defizit; für Tech-/SaaS-Setups reicht es problemlos.

5. Keine native Mobile-App

Web-UI ist mobile-tauglich, aber zum Konfigurieren komplexer Workflows nicht praktikabel. Für unterwegs-Status-Checks reicht es; für aktive Bearbeitung braucht es einen Desktop. Zapier hat eine vollwertige App, was bei viel mobiler Arbeit den Unterschied macht.

6. Versionierung ist limitiert

Make speichert keine Workflow-Versions-Historie wie Git. Für Agenturen mit Multi-Kunden-Setups, die Workflows als Code versionieren wollen, ist n8n self-hosted die bessere Wahl (siehe unseren n8n-Setup-Guide).

Was die Community sagt — Make.com bei Drittquellen

Aggregierter Stand aus mehreren Drittplattformen — keine Meinung der Hersteller, sondern echte Nutzer:innen-Stimmen. Jedes Zitat ist auf der Original- Plattform verifizierbar (Link unter dem Zitat). Stand: 2026-05-12

Wiederkehrendes Lob

  • Visuelle Scenario-Builder schlägt Zapier — komplexe Multi-Step-Flows ohne Code
  • Pricing deutlich günstiger als Zapier bei gleichem Volumen (ab 9 USD/Monat)
  • Iterator + Aggregator + Router Module für Datenmanipulation sehr mächtig
  • 1.500+ Apps + Custom HTTP / Webhooks für jeden Edge-Case
  • EU-Hosting (Prag, Tschechien) — DSGVO-Vorteil gegenüber Zapier

Wiederkehrende Kritik

  • Steile Lernkurve — Iterator/Aggregator/Bundle-Konzept braucht Eingewöhnung
  • Error-Handling kann tricky werden bei komplexen Scenarios
  • Operations-basiertes Pricing zählt manchmal überraschend hoch
  • Mobile App / Admin-UI weniger ausgereift als Desktop
  • Dokumentation deutlich verbessert, aber für Edge-Cases noch lückenhaft

Stimmen-Auswahl (verifizierbar auf Original-Plattform)

"Make wird konsistent als bester Zapier-Konkurrent gesehen — speziell für komplexe Workflows, die mehr als 2-3 Steps brauchen. Power-User schätzen Iterator + Aggregator + Router. Lernkurve und Operations-Pricing sind die häufigsten Kritikpunkte."

"Sehr hohe Capterra-Bewertung, getragen von Power-User-Reviews. Pros: Visual-Designer, Pricing-Vorteil zu Zapier, Tiefe der Funktionen. Cons: Komplexere Konzepte (Iterator, Bundles) als bei Zapier."

"Trustpilot-Reviews sind gemischter — positive Reviews loben EU-Hosting und Pricing. Kritische Reviews betreffen meist Account-Lockouts oder Support-Wartezeiten. Die Software-Qualität wird selten kritisiert."

DSGVO im Detail — die Make-Aufstellung

Make ist DSGVO-konform mit EU-Region: bei aktiver EU-Wahl ist die Aufstellung sehr sauber — Server in der EU, AVV im Standard, transparente Subprozessor-Liste. Wer bei US-Default landet, hat dieselben DSFA-Probleme wie Zapier.

Was Make speichert

  • Workflow-Definitionen (Trigger, Module, Verbindungen)
  • Ausführungs-Historie (Inputs, Outputs jeder Operation, je nach Aufbewahrung)
  • Verbindungs-Credentials (verschlüsselt)
  • Webhook-Payloads bis zur Verarbeitung

EU-Region korrekt wählen

  • Bei Konto-Erstellung: EU als Region auswählen (Default ist USA)
  • URL prüft: EU-Konten erreichbar über eu1.make.com oder eu2.make.com
  • AVV im Account-Bereich gegenzeichnen
  • Aufbewahrungszeit für Ausführungs-Logs auf Minimum setzen, falls personenbezogene Daten durchfließen

Wann lohnt sich Upgrade von Free zu Core zu Pro zu Teams?

Make's Tier-Modell ist transparent: Ops-Volumen + Feature-Granularität sind die zwei Achsen. Anders als bei Zapier hängen die Trigger-Momente direkt am monatlichen Credit-Verbrauch — was die Entscheidung berechenbar macht.

Free reicht solange du …

  • unter 1.000 Credits/Monat bleibst (typisch: 1-2 einfache Workflows mit niedriger Frequenz)
  • nur 2 aktive Webhooks gleichzeitig brauchst
  • 15-Minuten-Mindestintervall bei Polling-Triggern akzeptierst
  • das Tool gerade lernst oder als reine Sandbox nutzt

Upgrade auf Core (~9 €/Mo) sobald …

  • du den ersten realen Kunden-/Geschäfts-Workflow produktiv schaltest
  • du mehr als 2 Webhooks brauchst (typisch ab Shopify-Anbindung + CRM-Sync parallel)
  • du auf Sekunden-Trigger statt 15-Min-Polling willst

Viele Solo- und KMU-Setups bleiben im niedrigen fünfstelligen Ops-Bereich pro Monat — Core (10.000 Ops) deckt damit einen Großteil dieser Fälle ab.

Upgrade auf Pro (~16 €/Mo) sobald …

  • du regelmäßig viel Zeit mit Debugging im Standard-Execution-Log verbringst (Pro bietet laut Anbieter-Angaben Full-Text-Execution-Search — Bug-Finden wird damit spürbar schneller)
  • du Custom-Variables und komplexere Datenstrukturen über Workflows hinweg brauchst
  • du Priorität bei der Verarbeitung willst (Core kann laut Anbieter-Angaben bei Peak-Lasten verzögern, Pro priorisiert)
  • du AI-Workflows (ChatGPT-API in Szenarien) regelmäßig nutzt — der Token-Cost-Workflow ist auf Pro deutlich besser monitorbar

Upgrade auf Teams (~29 €/Monat) nur wenn …

  • 2+ Builder am gleichen Workflow arbeiten (Permission-Management + Audit-Logs)
  • du Agentur-Mode mit Template-Reuse über mehrere Kunden hinweg willst
  • du strukturierte Workflow-Bibliothek mit Sharing brauchst

Pragmatischer DACH-Default: starte Free, springe auf Core sobald der erste produktive Workflow läuft, bleibe auf Core solange < 10.000 Ops/Monat. Pro erst wenn Debugging-Stress oder AI-Workflows kommen. Teams ist Agentur-Tier — Solos brauchen es nicht.

Kündigung + Workflow-Migration zu n8n / Zapier

Wenn du Make eines Tages verlässt — sei es wegen Pricing, Self-Hosting-Wunsch oder Tool-Konsolidierung — ist die Off-Boarding-Realität dokumentiert, aber nicht trivial.

Blueprint-Export: dein wichtigster Pre-Kündigungs-Schritt

Pro Workflow im Make-Editor: "..."-Menü → Export Blueprint → JSON-Download. Das gibt dir die komplette Workflow-Definition als JSON-Datei. Caveat: 2 MB Limit pro Blueprint — bei sehr komplexen Szenarien mit vielen Notizen oder inline-Konstanten kommst du an die Grenze. Workaround: Workflow in 2-3 kleinere Sub-Workflows splitten vor dem Export.

Connection-Tokens fehlen im Export

Wichtiger Reibungspunkt: die OAuth-Verbindungen zu Google, Slack, Stripe und ~20 anderen Services sind nicht im Blueprint enthalten. Du musst nach der Migration alle Verbindungen neu authentifizieren. Bei einem Setup mit 20+ Integrationen: 2-3 Stunden Reauth-Arbeit.

Migration zu n8n

Der häufigste DACH-Migrations-Pfad. Realität:

  • Blueprint-JSON ist nicht direkt importierbar in n8n — n8n nutzt anderes Datenformat
  • Drittanbieter-Tool migromat.com automatisiert ~70 % der Struktur-Konvertierung
  • Realistischer Aufwand für komplette Migration eines Setups mit 10-20 Workflows: 4-6 Wochen, parallel zum laufenden Betrieb (alte Make + neuer n8n parallel testen)
  • Self-Hosting-Vorteil bei n8n: für Steuerberater, Ärzte und Anwälte mit erhöhten DSGVO-Anforderungen ist Self-Hosting via Vaultwarden-ähnliches Setup auf Hetzner-VPS die rechtssicherste Wahl — Make hat das nicht

Migration zu Zapier

Selten gewählt. Zapier nutzt Task-Pricing statt Credits — du musst alle Workflows mental umrechnen (grob 1 Make-Credit ≈ 1 Zapier-Task pro Aktions-Schritt; ein einfacher Trigger→Aktion-Lauf kostet auf Make aber ~2 Credits, weil Make den Trigger mitzählt, während Zapier den Trigger frei lässt — bei Multi-Step-Iteratoren wird's komplex). Migromat.com unterstützt auch diese Richtung. Realistischer Aufwand: ähnlich wie n8n-Migration, plus 30 % mehr Zeit für Pricing-Recalibrierung.

DSGVO-Lösch-Workflow

Nach Vertragsende:

  1. Über Account-Settings → DPA-Klausel + DSGVO Art. 17-Anfrage
  2. Make-Support bestätigt Löschung der historischen Execution-Logs (typische Retention 30-90 Tage je nach Plan)
  3. Account-Daten werden nach 30 Tagen Frist endgültig gelöscht
  4. Wichtig: Vorher Blueprint-Exports lokal sichern — nach Löschung sind sie weg

Praktischer Pre-Kündigungs-Backup-Tipp: monatlich automatisierter Blueprint-Export aller Workflows in ein Git-Repository — gibt dir Versionierung + Backup gleichzeitig, unabhängig davon ob du jemals migrierst.

Für wen lohnt sich Make.com?

Gut geeignet für…

  • DACH-Solopreneure mit DSGVO-Sensibilität
  • Komplexe mehrstufige Workflows (5+ Schritte)
  • E-Commerce mit hohem Credit-Volumen
  • Tech-affine Setups mit JavaScript-Code-Bedarf
  • Wer Listen-Verarbeitung (Iterator/Aggregator) braucht

Eher nicht für…

  • Anfänger:innen ohne Workflow-Tool-Erfahrung (Zapier ergonomischer)
  • Sehr einfache 2-App-Verbindungen (Zapier schneller)
  • Setups mit Nischen-Apps, die nur Zapier hat
  • Maximal DSGVO-konservative Setups (n8n self-hosted besser)
  • Mobile-First-Konfiguration

Häufig gestellte Fragen

Was ist Make.com und worin unterscheidet es sich von Zapier?

Make.com (ehemals Integromat) ist eine No-Code-Workflow-Automatisierungs-Plattform aus Tschechien. Der Hauptunterschied zu Zapier: visueller Drag-and-Drop-Canvas statt vertikaler Aktionsliste, EU-Server-Region verfügbar, Credit-basiertes Pricing (seit Aug 2025, früher Operations) statt Tasks-basiert. Bei komplexen Workflows ist Make laut Nutzerstimmen und öffentlichen Pricing-Vergleichen oft spürbar günstiger als Zapier.

Hat Make.com einen EU-Server?

Ja — Make.com bietet eine EU-Region mit Servern in der EU. Wichtig: bei Konto-Anlage musst du EU aktiv auswählen, der Default ist USA. Für DACH-Setups ist die EU-Region 2026 fast Pflicht, sobald personenbezogene Daten durch die Workflows fließen. AVV ist im Standard verfügbar.

Was bedeutet das Credit-basierte Pricing (seit Aug 2025, früher Operations)?

Seit August 2025 rechnet Make in Credits statt Operations: Laut Anbieter kostet die Mehrheit der Modul-Aktionen weiterhin 1 Credit (faktisch 1 Operation ≈ 1 Credit) — nur Module mit Makes AI-Provider verbrauchen mehr. Zapier zählt Tasks (1 Task pro Aktion, aber zusätzliche Tasks für Filter/Formatter). Bei vergleichbarem Volumen berichten Nutzerstimmen für komplexe DACH-Workflows weiterhin von Kostenvorteilen für Make gegenüber Zapier — auch weil Filter und Router in Make keine Credits kosten.

Wie viele Apps bietet Make.com?

Etwa 1.500 native Integrationen — deutlich mehr als n8n (~400), aber weniger als Zapier (~6.000). Für den DACH-Markt ist die App-Tiefe meist ausreichend: Sevdesk, Lexware Office, Pipedrive, Brevo, alle gängigen Banken, deutsche Mail-Hoster. Bei sehr spezifischen Nischen-Apps muss Zapier oder ein HTTP-Modul geprüft werden.

Lohnt sich Make.com für Solo-Selbstständige?

Ja — der Free-Plan bietet 1.000 Credits/Monat (seit Aug 2025 die Abrechnungseinheit, früher Operations), reicht für die ersten Wochen oder dauerhaft für leichte Setups. Sobald du regelmäßig automatisierst, lohnt sich Core (9 EUR) für 10.000 Credits. Für reines Coupling-2-Apps-Bedarf ist Zapiers einfacheres UI schneller — bei mehrstufigen DACH-Workflows ist Make ergonomischer.

Funktioniert Make mit deutschen Buchhaltungs-Tools?

Sevdesk, Lexware Office, FastBill und Buchhaltungsbutler sind alle als native Module verfügbar. Pipedrive, HubSpot, Brevo ebenfalls. Die DACH-App-Bibliothek ist eine der ausgereiftesten am Markt — typische Workflows wie Stripe-Zahlung → Lexware-Rechnung → Slack-Benachrichtigung lassen sich laut Nutzerstimmen zügig konfigurieren.

Lohnt sich Make.com? Drei ehrliche Bedingungen

Capterra DE zeigt 4,8/5 bei 407 Reviews — überraschend hoch, aber mit klaren Pain-Points in Support und Pricing-Komplexität. Unsere ehrliche Einordnung: Ja, aber unter drei Bedingungen.

Bedingung 1: Du verstehst die Credit-Ökonomie aktiv

Make ist KEIN „Set-and-Forget"-Tool. Wer Workflows ohne Monitoring laufen lässt, wird vom Credit-Fresser-Problem (Polling-Trigger, Iteratoren, Failed-Loop-Bugs) früher oder später getroffen. Der pragmatische DACH-Weg: Webhooks statt Polling wo möglich, ein Credit-Limit pro Szenario, monatliches Credit-Verbrauch-Review. Wer das nicht macht, springt überraschend von Core auf Pro oder Teams — nicht aus Bedarf, sondern aus Frust.

Bedingung 2: Du brauchst KEIN Self-Hosting

Make ist Cloud-only, EU-Region wählbar bei Konto-Anlage (Server in der EU; bei Auswahl der EU-Region läuft kein Workflow durch US-Infrastruktur). Celonis-DSGVO-positiv, AVV einfach abschließbar). Für die meisten DACH-Setups ausreichend. Aber: Steuerberater, Anwälte, Ärzte und andere Branchen mit erhöhter DSGVO-Schweigepflicht würden in einem Audit auf Self-Hosting drängen — da gewinnt n8n strukturell. NPC Agency formuliert es scharf: „Für Steuerberater, Ärzte oder Anwälte ist n8n Self-Hosted die sicherere Wahl — Make nur, wenn man mit der EU-Region (Server der EU) leben kann."

Bedingung 3: Du akzeptierst Support-Tickets als Ein-Wege-Kommunikation

Capterra-DE-Tenor ist deutlich: „Der Support schaut sich kaum an, was gefragt wird, antwortet mit Standardphrasen und reagiert teilweise gar nicht auf Tickets." Wer komplexe Debugging-Hilfe braucht, sollte sich auf die Make-Community (community.make.com) verlassen statt auf den offiziellen Support. Workaround: die Make-Community ist tatsächlich aktiv und hilfreich — aber englisch-lastig.

Was uns nicht abgeschreckt hat

Die Rebrand-Verwirrung (Integromat → Make 2022, Operations → Credits 2025) ist real, aber managebar — neue Tutorials suchen statt auf alte Bookmarks zu vertrauen. Die Visual-Builder-Ergonomie für komplexe Szenarien wird mit ~50+ Modulen unübersichtlich, aber das ist generell der Trade-off von Workflow-Automation: irgendwann wird's complex genug, dass nur noch Code (Python/Node.js) Sinn macht. Bis dahin ist Make der pragmatische DACH-Standard für No-Code-Workflows mit EU-Hosting-Anspruch.

Empfehlung

Für DACH-Setups mit komplexen Workflows und DSGVO-Sensibilität ist Make.com 2026 unsere Top-Empfehlung. Der visuelle Canvas, die EU-Region und das Credit-Pricing machen es zur ergonomischsten Wahl gegenüber Zapier — gerade bei Workflows mit ≥ 5 Schritten.

Wenn du Anfänger:in bist und schnell starten willst, ist Zapier mit niedrigerer Lernkurve schneller produktiv. Wenn du maximale DSGVO-Kontrolle brauchst, ist n8n self-hosted die einzige saubere Antwort. Detail-Vergleich der drei: Make vs Zapier vs n8n.

Wichtig bei DACH-Setup: EU-Region (Server in der EU) bei Konto-Anlage explizit wählen. Default ist USA — und Region-Migration ist nicht möglich.

Make.com kostenlos starten →Free · Core 9 EUR/MonatEU-Region wählbar1.000 Credits gratisVisueller Drag-Drop
Taylor Liu

Verfasst von

IT-Student (TU Berlin) & SaaS-Tester

Ich bin Taylor, Informatik-Student in Berlin. ToolsPick habe ich gestartet, weil ich 2025 sechs Stunden lang versucht habe rauszufinden, ob Sevdesk oder Lexware Office besser passt, und alle Vergleichsseiten waren entweder bezahlte Marketing-Texte oder US-Reviews ohne Schimmer von GoBD. Also schreibe ich die Tests jetzt selbst.

Mehr über unseren Testprozess →