Tresorit vs pCloud vs Proton Drive 2026: Welche Schweizer Cloud-Storage passt?
Drei Schweizer Anbieter, drei Philosophien: Tresorit (Premium-Compliance für DACH-Schweigepflicht), Proton Drive (Privacy-First-Ökosystem mit Free-Plan), pCloud (Cost-Leader mit Lifetime-Option). Hier die ehrliche Entscheidungs-Hilfe für DACH-Selbstständige, KMUs und regulierte Branchen.
Veröffentlicht: 2026-06-06 · Quellen: Tresorit-Review (Business 30-Tage-Test), pCloud-Review (Premium-Plan + Encryption-Add-on), Proton-Drive-Pricing-Page (Live-Check Juni 2026) · Affiliate-Status alle drei: pending/todo.
Schnelles Urteil
- Kanzlei/Praxis/Steuerberater: Tresorit
- Privacy-Ökosystem (Mail+VPN+Drive): Proton Drive
- Bester Free-Plan: Proton Drive (5 GB E2E)
- Lifetime-Plan (Cost-Leader): pCloud
- Granulare Audit-Logs: Tresorit Enterprise
- Tech-Stack-Konsolidierung: Proton Unlimited
Wie dieser Vergleich entstand
Research-basierter Vergleich der drei Dienste anhand ihrer öffentlichen Pläne und Dokumentation – basiert auf Anbieter-Doku und Live-Pricing, nicht auf eigener Hands-on-Parallelnutzung. Betrachtet wurden: Tresorit Business (3 User, 48 €/Monat – 3 × 16 €, AVV im Standard), pCloud Premium 500 GB Lifetime (219 € einmalig, dazu das kostenpflichtige Verschlüsselungs-Add-on) und Proton Unlimited (10 €/Monat jährlich, 500 GB Drive plus Mail/VPN/Pass) – je nach Pricing pro Setup, Sharing- und Sync-Funktionsumfang laut Anbieter-Doku, Mobile-App-Funktionen, Admin-Konsole und AVV-Verfügbarkeit. Quellen: Live-Pricing-Pages aller drei Anbieter (Tresorit 03.10.2026, Proton Drive 09.10.2026, pCloud 03.10.2026), eigene Tresorit- und pCloud-Reviews, Protons Trust Center und Datenschutzerklärung (14.09.2026), öffentliche Schweizer Handelsregister-Daten zu allen drei Firmen.
Auf einen Blick
| Kriterium | Tresorit | pCloud | Proton Drive |
|---|---|---|---|
| Anbieter | Tresorit AG, Zürich (CH); Mehrheit bei Swiss Post seit 2021 | pCloud International AG, Baar/Zug (CH); Ops Sofia (BG) | Proton AG, Genf (CH); Eigentum Proton Foundation seit 2024 |
| Server-Standort | Schweiz · EU optional (Niederlande, Enterprise) | Wählbar EU (Luxemburg) oder USA (Dallas) bei Account-Erstellung | Eigene Server-Hardware in der Schweiz und in Deutschland (Anbieterangabe, geprüft 26.09.2026) – Städte nennt Proton nicht |
| Verschlüsselung Default | Zero-Knowledge-E2E (AES-256, client-seitig, alle Ordner) | TLS + AES-256 transport; Zero-Knowledge nur via Encryption-Add-on | Zero-Knowledge-E2E (alle Pläne inkl. Free) |
| Free-Plan | Kein Free-Plan (14-Tage-Trial) | 10 GB Free, ohne Encryption-Add-on | 5 GB Free mit voller E2E-Verschlüsselung |
| Einstiegs-Plan Privat | Personal ab ~3,99 €/Mo (Lite, 50 GB E2E) | Premium 500 GB: 49,99 €/Jahr oder 219 € Lifetime einmalig | Drive Plus ab ~3,99 €/Mo jährlich (200 GB E2E) |
| Sweet-Spot Business | Business ~16 €/User/Mo (ab 6 TB Pool, AVV inkl.) | pCloud Business 9,99 €/User/Mo bei monatlicher Zahlung, 7,99 € bei jährlicher (Paket 3 Nutzer / 3 TB = 29,97 €/Mo bzw. 287,64 €/Jahr; EU-Region wählbar) · Business Pro 14,98 €/User/Mo monatlich, 11,98 € jährlich (3 Nutzer / 6 TB; 25 % Rabatt nur für neue Konten, nicht für Verlängerungen – durchgestrichen 59,94 €/Mo bzw. 575,28 €/Jahr für 3 Nutzer) | Proton Professional 7,99 €/User/Mo |
| Audits / Zertifikate | ISO-27001:2022 (TÜV Rheinland), HIPAA-eligible, DSGVO-explizit | Schweizer Datenschutz, EU-DSGVO; Encryption-Add-on (E2E optional); Security-Seite nennt ISO 27001:2013 ISMS und ISO 27001:2013 QMS, kein SOC 2 (geprüft 26.09.2026) | ISO 27001 und SOC 2 Type II (Proton AG), Zero-Knowledge-E2E (Default), DSGVO |
| AVV im Standard | Ja, ab dem Business-Tarif im Trust-Center | Kein öffentliches Dokument – die vollständige Sitemap (40 Pfade, geprüft 15.09.2026) führt keinen Vertrag nach Art. 28. Ob einer über den Vertrieb existiert, ist nicht dokumentiert | Ja, öffentlich und automatisch Vertragsbestandteil (proton.me/legal/dpa) – ohne Tarif-Schranke |
| Apps | macOS, Windows, Linux, iOS, Android, Web, Outlook-Plugin | macOS, Windows, Linux, iOS, Android, Web | macOS, Windows, iOS, Android, Web, Linux beta |
| Sharing & Collaboration | Granulare Berechtigungen, passwortgeschützte Links, Audit-Logs | Public-Links, Branded-Links (Business), Crypto-Shares limitiert | Verschlüsselte Share-Links, Proton-Docs/Sheets-Editor inkl. |
| Geräte gleichzeitig | 10 (Personal), unbegrenzt (Business) | Unbegrenzt | Unbegrenzt |
| Lifetime-Option | Nein | Ja – 219 € (500 GB), 499 € (2 TB), 1.499 € (10 TB) | Nein |
| Eco-System-Bundle | Reine Cloud-Storage-Lösung | Reine Cloud-Storage-Lösung mit optionalem Pass-Manager | Drive + Mail + VPN + Pass + Calendar + Docs (Unlimited-Plan) |
| Stiftungs-/Übernahme-Schutz | Mehrheit Swiss Post seit 2021 (Staatsbetrieb) | Privatfirma seit 2013, stabile Eigentumsverhältnisse | Proton Foundation seit 2024 (gemeinnützig, nicht verkaufbar) |
Tresorit: Schweizer Premium-Compliance
Tresorit ist die DSGVO-rechtssicherste Wahl am DACH-Markt – Stand 2026 ohne ernsthafte Konkurrenz, wenn Sie regulatorische Audit-Reports zum Vorzeigen brauchen. Schweizer AG mit Sitz in Zürich, laut Anbieter 2011 gegründet, heute mehrheitlich bei der Schweizerischen Post („majority stake“ laut Pressemappe). Das ist eine Trust-Story, die kein anderer Anbieter so liefert: hinter Tresorit steht ein Schweizer Staatsbetrieb.
1. Zero-Knowledge-E2E als Architektur-Default
Dateien werden client-seitig verschlüsselt, bevor sie hochgeladen werden. Der Schlüssel entsteht aus Ihrem Passwort + zusätzlichen Elementen – Tresorit speichert ihn nicht. Wenn Tresorit gerichtlich gezwungen würde, Ihre Daten herauszugeben, könnten sie technisch nur verschlüsselten Zeichensalat liefern. Das ist nicht bei jedem Anbieter so: Dropbox und OneDrive halten die Master-Keys selbst. Bei pCloud ist Zero-Knowledge ein bezahltes Add-on auf einzelne Ordner – bei Tresorit ist es Default für jede Datei, jeden Plan.
2. Granulare Audit-Logs (Enterprise)
Vollständige Aktivitätsprotokolle pro Datei: wer hat wann was angesehen, heruntergeladen, geteilt oder gelöscht. Im 30-Tage-Test wurden 30 ausgelöste Aktionen alle korrekt erfasst – mit Zeitstempel und Quell-IP. Für Steuerberater und Kanzleien mit GoBD-Anforderungen oder Berufsrechts-Dokumentationspflichten ist das Gold wert.
3. Outlook-Plugin für sichere Mail-Anhänge
Sendet automatisch einen verschlüsselten Tresorit-Link statt eines unsicheren E-Mail-Anhangs. Konfigurierbar mit Ablaufdatum, Passwort und Empfänger-Authentifizierung. Für Mandantenkommunikation in Anwaltskanzleien ein konkreter Workflow-Win – Tresorit ist hier sichtbar weiter als Proton oder pCloud.
Wo Tresorit schwierig wird
Pricing ist Premium-Niveau. Business kostet ~16 €/User/Monat – bei einem 3-Personen-Setup sind das ~576 €/Jahr für einen gemeinsamen Speicher ab 6 TB. pCloud Business liegt bei 9,99 €/User/Monat bei monatlicher Zahlung (Paket 3 Nutzer / 3 TB = 29,97 €/Monat, also ~360 €/Jahr), jährlich gezahlt bei 7,99 €/User/Monat (287,64 €/Jahr). Für Solo-Selbstständige ohne explizite Audit-Pflicht ist Tresorit klar teurer als nötig. Außerdem: kein Free-Plan. Sie müssen die 14-Tage-Trial nutzen oder direkt buchen.
pCloud: Schweizer Cost-Leader mit Lifetime-Option
pCloud ist die pragmatische Cloud-Storage-Wahl für Solo-Selbstständige, Kleinunternehmer und Privat-Nutzer, die einen vernünftigen Schweizer Anbieter ohne Premium-Pricing wollen. Firmensitz Baar im Kanton Zug (CHE-404.425.843), operativ aus Sofia (Bulgarien) – die einzige der drei Plattformen mit Nicht-Schweizer Operations-Standort. Gegründet 2013, mehrere Millionen Nutzer, stabile Eigentumsverhältnisse.
1. Lifetime-Plan als Alleinstellungsmerkmal
Einmalig 219 € für 500 GB, 499 € für 2 TB, 1.499 € für 10 TB – danach nie wieder Zahlung. Über 3-5 Jahre Amortisation schlägt das jeden Abo-Plan auf dem Markt. Voraussetzung: pCloud existiert weiter. Bei mehr als zwölf Jahren Operations und Millionen Nutzern ist das ein vergleichsweise stabiles Bet, aber bleibt ein Bet. Risiko-Bewertung im FAQ unten.
2. EU- oder USA-Server wählbar
Bei der Account-Erstellung wählen Sie EU-Region (Luxemburg) oder USA-Region (Dallas, Texas). Für DACH-Setups ist EU die einzige sinnvolle Wahl – USA-Server würden die Schrems-II-Problematik wieder hereinholen. Achtung: Nach Erstellung lässt sich die Region nicht ohne komplette Datenmigration wechseln, also bei der Anmeldung aufpassen.
3. Encryption-Add-on für selektive Zero-Knowledge-Sicherheit
Das separat zu bezahlende Add-on „pCloud Encryption“ schaltet den Crypto-Ordner frei, in dem Dateien client-seitig verschlüsselt werden. Preis laut pcloud.com: 4,99 €/Monat, 49,99 €/Jahr oder 150 € einmalig (geprüft 03.10.2026). Praktisch für Steuerunterlagen, persönliche Dokumente, sensible Familienfotos. Wichtig zu verstehen: nur dieser eine Ordner ist Zero-Knowledge – alles außerhalb bleibt transport-verschlüsselt und pCloud-zugänglich. Bei Tresorit und Proton ist E2E der Default für alles.
Wo pCloud schwierig wird
Standard-Speicher ist nur transport-verschlüsselt. pCloud könnte Ihre Dateien technisch lesen, auch wenn sie es laut Privacy-Policy nicht tun. Für sensible Berufsdaten (Mandanten, Patienten, Klienten) reicht das nicht – Sie brauchen dann das Encryption-Add-on und müssen aktiv alle sensiblen Dateien in den Crypto-Ordner verschieben. Außerdem findet sich kein öffentliches AVV-Dokument: Die vollständige Sitemap (40 Pfade, geprüft 15.09.2026) führt Terms, Privacy Policy, Business Agreement und eine GDPR-Seite, aber keinen Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Ob einer über den Vertrieb zu bekommen ist, ist nicht dokumentiert – für DSGVO-strikte DACH-Setups ist das vor der Buchung zu klären.
Proton Drive: Privacy-First-Ökosystem mit Free-Plan
Proton Drive ist Teil des Proton-Ökosystems aus Genf – Proton AG ist seit Juni 2024 Eigentum der Proton Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung nach Schweizer Recht. Das macht Proton zur einzigen Cloud-Storage-Marke, deren Geschäftsmodell explizit nicht auf Verkauf oder Übernahme ausgelegt ist. Proton betreibt nach eigener Angabe „our own server hardware and network in Switzerland and Germany“ in Rechenzentren mit biometrischer Zugangskontrolle und vollverschlüsselten Festplatten (proton.me/drive/security, geprüft 26.09.2026). Städte nennt Proton dort nicht.
1. Bester Free-Plan am Markt
5 GB kostenlos mit voller Zero-Knowledge-E2E-Verschlüsselung – derselbe Verschlüsselungsstandard wie in den Bezahl-Plänen. Das gibt es bei keinem anderen Anbieter in dieser Stärke. pCloud Free bietet zwar mehr Speicher (10 GB), aber ohne Zero-Knowledge. Tresorit hat keinen Free-Plan. Für Solo-Berater, Coaches oder Privat-Nutzer, die testen wollen, ohne Geld zu binden, ist das die einzige seriöse Privacy-Option.
2. Ökosystem-Konsolidierung mit Proton Unlimited
Für ~10 €/Monat (jährlich abgerechnet) bekommen Sie Proton Unlimited mit 500 GB Drive plus Proton Mail (inkl. eigener Domain), Proton VPN (Premium-Tier), Proton Pass (Passwort-Manager) und Proton Calendar – komplett verschlüsselt aus einer Hand. Wenn Sie jetzt schon ProtonMail oder ProtonVPN nutzen, lösen Sie damit gleichzeitig Ihren Dropbox/OneDrive-Vertrag, Ihren NordVPN-Vertrag und Ihren 1Password-Vertrag ab.
3. Eingebaute Doc/Sheet-Editoren mit E2E
Proton Docs und Sheets sind in Drive integriert – Sie können verschlüsselte Dokumente direkt im Browser bearbeiten und teilen, ohne sie zu Google Docs oder Microsoft 365 hochzuladen. Für vertrauliche Notizen, Mandanten-Briefings oder Steuer-Berechnungen ist das ein konkreter Workflow-Gewinn gegenüber Tresorit oder pCloud, wo Sie immer noch externe Office-Apps brauchen.
Wo Proton Drive schwierig wird
Bei den Zertifikaten liegen beide gleichauf: Protons Trust Center weist ISO 27001 und eine SOC-2-Type-II-Attestierung aus („Proton has completed a SOC 2 Type II audit“, geprüft 14.09.2026). Der Unterschied liegt im Zugang – Tresorit stellt seine Compliance-Reports zum Download bereit, Proton verlinkt die Zertifizierung im Trust Center zur Ansicht. Für regulierte Branchen, die einen Audit-Trail dem Datenschutzbeauftragten oder Auditor vorlegen müssen, ist Tresorit einfacher zu rechtfertigen. Außerdem: granulare Audit-Logs auf Datei-Ebene fehlen, Outlook-Plugin gibt es nicht. Proton ist für privacy-first Tech-Teams und Agenturen ideal – für klassische Anwaltskanzleien mit Schweigepflicht-Audit ist Tresorit weiter.
Entscheidungs-Matrix nach Use-Case
Anwaltskanzlei mit Schweigepflicht
Empfehlung: Tresorit Business
§ 43a BRAO Mandantenverschwiegenheit verlangt nicht nur DSGVO-Compliance, sondern dokumentierte Audit-Trails. Tresorit liefert ISO-27001:2022 (TÜV Rheinland) zum Vorzeigen, granulare Audit-Logs auf Datei-Ebene und Outlook-Plugin für sichere Mail-Anhänge an Mandanten. Im Streitfall können Sie die Datenverarbeitung lückenlos dokumentieren.
Arzt- oder Therapie-Praxis
Empfehlung: Tresorit Business + DSFA-Prüfung
Art. 9 DSGVO + § 203 StGB Schweigepflicht für Patientendaten ist die härteste Compliance-Hürde im DACH-Raum. Tresorits HIPAA-eligibility hilft dabei, dass auch internationale Audits standhalten. Wichtig: Egal welcher Anbieter, die DSFA-Frage (Datenschutz-Folgenabschätzung) stellt sich: Für die umfangreiche Verarbeitung von Gesundheitsdaten verlangt Art. 35 Abs. 3 lit. b DSGVO sie; die Patientendaten einer Einzelpraxis sollen nach Erwägungsgrund 91 aber nicht als umfangreich gelten.
Steuerberater mit GoBD-Pflicht
Empfehlung: Tresorit (Mandanten) + pCloud Lifetime (Archiv)
Tresorit für aktive Mandanten-Akten mit AVV + Audit-Logs. pCloud Lifetime parallel für Langzeit-Archiv von abgeschlossenen Mandaten – die GoBD- Aufbewahrungspflicht für 10 Jahre macht die einmal-Zahlung bei pCloud wirtschaftlicher als 10 Jahre Tresorit-Abo.
Coach oder Solo-Berater
Empfehlung: Proton Unlimited
500 GB Drive + Mail + VPN + Pass + Calendar für ~10 €/Monat löst gleich vier Tools auf einmal. Für High-Ticket-Coaching mit vertraulichen Klient-Sessions ist die Zero-Knowledge-E2E-Architektur ausreichend, ohne Tresorit-Premium-Pricing.
Agentur (Tech-affin, 3-10 Mitarbeitende)
Empfehlung: Proton Business Drive oder pCloud Business
Proton Business Drive für privacy-first Marketing zur Kundengewinnung (gerade bei DSGVO-strikten Kunden ein USP). pCloud Business als pragmatischere Wahl, wenn AVV nicht das Knockout-Kriterium ist. Tresorit ist bei dieser Größe meist Overkill.
Privat-Nutzer mit Foto-Backup
Empfehlung: pCloud 2 TB Lifetime + Encryption-Add-on
499 € einmalig für 2 TB ist über 5+ Jahre unschlagbar günstig. Der Crypto-Ordner schützt sensible Familienfotos und Scans. Für Foto- und Video-Archiv ohne Schweigepflicht-Anforderungen die wirtschaftlichste Lösung.
Pricing-Vergleich nach Kapazität (2026)
| Kapazität | Tresorit | pCloud | Proton Drive |
|---|---|---|---|
| 0 GB (Free) | – | 10 GB Free (TLS only) | 5 GB Free (E2E) |
| 200 GB | – | – | ~3,99 €/Mo (Drive Plus) |
| 500 GB | – (kein 500-GB-Tarif; Personal Lite: 50 GB für ~3,99 €/Mo, Essential: 1 TB für ~9,99 €/Mo) | 49,99 €/Jahr ODER 219 € Lifetime | ~10 €/Mo (Proton Unlimited inkl. Mail+VPN+Pass) |
| 1 TB pro User | ~16 €/User/Mo (Business, ab 3 Nutzer:innen, gemeinsamer Speicher ab 6 TB statt fester Menge pro Kopf, AVV inkl.) | 9,99 €/User/Mo monatlich, 7,99 € jährlich (pCloud Business) | 7,99 €/User/Mo (Proton Professional) |
| 2 TB | – | 99,99 €/Jahr ODER 499 € Lifetime (Premium Plus 2 TB) | Auf Business-Skalierung individuell |
| 10 TB | – | 1.499 € Lifetime (einmalig) | Auf Business-Skalierung individuell |
Stand 09.10.2026 · Preise jährlich abgerechnet, soweit nicht anders angegeben · Ob die Tresorit-Preise Mehrwertsteuer enthalten, steht auf Tresorits Preisseiten nicht · Lifetime-Risiko bei pCloud siehe FAQ · Proton-Bundle-Preis nur sinnvoll, wenn Mail/VPN/Pass tatsächlich genutzt werden.
Die DSGVO-Frage: was bedeutet "Schweiz" wirklich?
Alle drei Anbieter sitzen in der Schweiz, aber die rechtliche Wirkung ist nicht identisch. Was die Schweiz hat: einen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission – sie steht auf der Liste der Kommission (commission.europa.eu, „Adequacy decisions“, geprüft 26.09.2026). Der Beschluss stammt aus der Zeit vor der DSGVO und wird dort unter den Entscheidungen nach Richtlinie 95/46/EG geführt, deren Funktionsweise die Kommission zuletzt am 15.01.2024 überprüft hat. Praktische Folge: Datenübertragung in die Schweiz braucht keine zusätzlichen Garantien nach Art. 46 DSGVO – anders als bei US-Anbietern.
Was die Schweiz nicht ist: ein Freibrief gegen jede Datenherausgabe. Schweizer Behörden können in begründeten Strafverfahren Daten anfordern. Aber: der US-CLOUD-Act greift nicht (keine US- Muttergesellschaft), und das Schweizer Datenschutzgesetz hat höhere materielle Schutzstandards als viele EU-Länder selbst.
Für DACH-Profis mit Schweigepflicht (BRAO § 43a, § 203 StGB) ist das die aktuell rechtssicherste Konfiguration am Markt – vorausgesetzt, Sie haben AVV und idealerweise Zero-Knowledge-E2E-Verschlüsselung als zusätzliche technische Maßnahme. Tresorit und Proton Drive liefern Zero-Knowledge im Default; pCloud erst mit dem Encryption-Add-on.
Was kein anderer Vergleich erwähnt: Stiftungs- vs Aktionärs-Risiko
Wenn Sie sich für 5-10 Jahre mit einem Cloud-Anbieter binden, ist die Eigentums-Struktur ein unterschätztes Kriterium. Was kann Ihre Daten in 5 Jahren beeinflussen?
Tresorit ist mehrheitlich im Besitz der Swiss Post Communications Services seit 2021. Die Schweizer Post ist Schweizer Staatsbetrieb (Bund hält 100 % der Post-Aktien). Übernahme durch ein US-Unternehmen ist praktisch ausgeschlossen, weil Schweizer Staatsbeteiligungs-Gesetze greifen.
Proton ist seit Mitte 2024 Eigentum der Proton Foundation – einer gemeinnützigen Stiftung nach Schweizer Bundesgesetz. Stiftungen können ihre Aktien nicht verkaufen, ohne Stiftungs-Zweck zu verletzen. Das ist die robusteste rechtliche Konstruktion gegen Übernahme. Andy Yen (Proton-CEO) hat öffentlich erklärt, dass die Foundation explizit als Schutz gegen spätere Verkaufsangebote eingerichtet wurde.
pCloud ist eine klassische Schweizer AG mit privaten Eigentümern. Theoretisch verkaufbar. Praktisch seit zwölf Jahren stabil ohne Hinweise auf Verkaufsabsichten, aber die rechtliche Schutzschicht ist dünner als bei Proton oder Tresorit.
Für Lifetime-Verträge oder GoBD-Archive über 10 Jahre macht das einen Unterschied.
Häufig gestellte Fragen
Tresorit, pCloud oder Proton Drive – was ist die DSGVO-sicherste Wahl?
Alle drei sind in der Schweiz beheimatet und damit außerhalb der 14-Eyes-Allianz, aber die DSGVO-Tiefe unterscheidet sich. Tresorit (Tresorit AG, Zürich, seit 2021 mehrheitlich Swiss Post Communications) liefert das stärkste Audit-Profil: ISO-27001:2022 (TÜV Rheinland), HIPAA-eligible, AVV im Standard ab dem Business-Tarif – die für DACH-Kanzleien, Steuerberater und Praxen entscheidende Compliance-Tiefe. Proton Drive (Proton AG, Genf, seit 2024 Proton Foundation, eigene Server-Hardware in der Schweiz und in Deutschland laut Anbieter) hat Zero-Knowledge-E2E-Verschlüsselung als Default in jedem Plan, aber kein einzelnes DACH-Compliance-Audit-Bundle wie Tresorit. pCloud (pCloud International AG, Baar/Zug, Ops Sofia/BG) ist nur transport-verschlüsselt – Zero-Knowledge gibt es als Encryption-Add-on, nicht Default. Für gesetzliche Schweigepflicht (BRAO, § 203 StGB): Tresorit. Für privacy-first ohne Audit-Druck: Proton. Für Solo-Selbstständige ohne Audit-Pflicht: pCloud mit Encryption-Add-on.
Welches Tool hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?
Bei Kosten pro GB klar pCloud – durch den Lifetime-Plan: einmalig 219 € für 500 GB, 499 € für 2 TB, 1.499 € für 10 TB. Über 3-5 Jahre amortisiert das jeden Abo-Plan. Bei Privacy-pro-Euro gewinnt Proton Drive: 5 GB Free mit Zero-Knowledge-E2E (das gibt es bei keinem anderen Free-Plan in dieser Stärke), Drive Plus mit 200 GB und Proton Unlimited mit 500 GB inklusive Mail, VPN, Pass – ein ganzes Privacy-Ökosystem. Tresorit ist Premium-Pricing (ab ~3,99 €/Monat Personal (Lite), ~16 €/User/Monat Business) – bei Solo nicht günstig, aber bei 3-User-Setups mit AVV-Pflicht plötzlich wettbewerbsfähig gegen Dropbox Business.
Warum überhaupt Cloud-Storage wechseln statt Dropbox oder OneDrive?
Drei DSGVO-Risiken bei US-Cloud-Anbietern: (1) Schrems-II – die Datenübermittlung in die USA ist seit 2020 ohne zusätzliche Standardvertragsklauseln + technische Maßnahmen rechtlich problematisch. (2) CLOUD Act – US-Behörden können auch ohne EU-Beteiligung Zugriff auf Daten verlangen, selbst wenn die Server in der EU stehen, wenn die Muttergesellschaft US-amerikanisch ist. (3) Master-Key-Verwahrung – Dropbox/OneDrive halten die Verschlüsselungs-Keys selbst, können also technisch jederzeit entschlüsseln. Tresorit + Proton Drive haben Zero-Knowledge-E2E als Architektur-Default: selbst bei einer gerichtlichen Anordnung können sie die Daten nicht herausgeben, weil sie sie nicht entschlüsseln können. Für Anwälte, Ärzte, Therapeuten und Steuerberater mit Schweigepflicht ist das kein nice-to-have, sondern Berufsrecht.
Ist Proton Drive für Business-Setups schon reif?
Reift schnell, aber noch nicht auf Tresorit-Niveau. Proton Business Drive bietet inzwischen Team-Management, Shared-Drives, Admin-Console und Custom Branding – solide für 5-50-Mitarbeiter-Setups mit Privacy-First-Kultur. Was fehlt im Vergleich zu Tresorit Enterprise: granulare Audit-Logs auf Datei-Ebene (wer hat wann was angesehen), HIPAA-eligibility-Statement, externe ISO-27001-Audit-Reports zum Download. Wenn Sie regulatorische Audit-Reports brauchen, ist Tresorit aktuell weiter. Für innovative Tech-Setups, Agenturen oder Coaches mit Privacy-USP ist Proton Business Drive eine ernstzunehmende Alternative – besonders weil Sie Mail, VPN, Pass und Drive aus einer Hand bekommen.
pCloud Encryption vs Tresorit Zero-Knowledge – was ist der echte Unterschied?
Architektur. Bei Tresorit ist Zero-Knowledge der Default für jeden Ordner, jede Datei, jeden Plan – clientseitige Verschlüsselung passiert immer, ohne dass Sie etwas konfigurieren. Bei pCloud ist Standard-Speicher nur transport-verschlüsselt (TLS) – pCloud selbst kann die Dateien lesen. pCloud Encryption ist ein kostenpflichtiges Add-on (4,99 €/Monat, 49,99 €/Jahr oder 150 € einmalig, geprüft 03.10.2026), das einen einzelnen Ordner clientseitig verschlüsselt – alles außerhalb dieses Crypto-Ordners bleibt zugänglich für pCloud. Praktischer Unterschied: Bei Tresorit funktionieren Suche, Vorschau, Sharing alle innerhalb der E2E-Verschlüsselung. Im Crypto-Ordner verlieren Sie Vorschau-Funktionen und Sharing wird umständlicher. Wer maximale Sicherheit ohne Bedienungs-Kompromiss will: Tresorit oder Proton Drive. Wer Mainstream-Cloud mit einem sicheren Tresor-Ordner will: pCloud mit Encryption-Add-on.
Welche AVV-Lage habe ich bei Schweizer Anbietern?
Die Schweiz steht auf der Liste der Länder, für die die EU-Kommission einen Angemessenheitsbeschluss erlassen hat (commission.europa.eu, Adequacy decisions, geprüft 26.09.2026) – Datenübertragung dorthin braucht damit keine zusätzlichen Garantien nach Art. 46 DSGVO. Der Beschluss stammt noch aus der Zeit vor der DSGVO; die Kommission führt ihn unter den Entscheidungen nach Richtlinie 95/46/EG, deren Funktionsweise sie zuletzt am 15.01.2024 überprüft hat. Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz ist davon getrennt – es ist Landesrecht und begründet den Beschluss nicht. Trotzdem brauchen Sie für die Verarbeitung personenbezogener Kunden- oder Mandantendaten einen AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) nach Art. 28 DSGVO. Tresorit liefert AVV im Standard ab dem Business-Standard-Plan (sichtbar im Tresorit-Trust-Center). Bei Proton ist der AVV öffentlicher Vertragsbestandteil (proton.me/legal/dpa, Stand 10.02.2026) und gilt laut eigenem Text für „any business or organization using the Services, regardless of its legal form“ – ohne Tarif-Schranke. Bei pCloud finden wir kein öffentliches AVV-Dokument – die vollständige Sitemap (40 Pfade, geprüft 15.09.2026) führt Terms, Privacy Policy, Business Agreement und eine GDPR-Seite, aber keinen Vertrag nach Art. 28; auch das Business Agreement nennt keine Auftragsverarbeiter-Rolle. Ob einer über den Vertrieb existiert, ist nicht dokumentiert. Wenn AVV-Compliance Ihr Knockout-Kriterium ist: vor der Buchung im jeweiligen Trust-Center prüfen.
Wie ist die deutsche/europäische Server-Optionen-Lage?
Tresorit: Default Schweiz, EU-Option (Niederlande) auf Business-Plus-Anfrage konfigurierbar. Proton: eigene Server-Hardware in der Schweiz und in Deutschland (proton.me/drive/security, geprüft 26.09.2026) – Städte oder Rechenzentrums-Namen nennt Proton dort nicht. pCloud: bei Account-Erstellung wählbar zwischen EU (Luxemburg) und USA (Dallas, Texas) – Wechsel nach Erstellung nicht ohne Datenmigration möglich. Für DACH-Setups: bei pCloud unbedingt EU-Region wählen; bei Tresorit ist Default Schweiz schon stark; bei Proton ist die Multi-Region-Architektur das transparenteste Setup. Wichtig: Server-Standort alleine ist kein DSGVO-Schutz – entscheidend ist die rechtliche Verfügungsgewalt (US-Mutter = CLOUD Act). Alle drei Anbieter haben Schweizer Muttergesellschaft, also kein CLOUD-Act-Zugriff.
Was passiert mit meinen Daten wenn der Anbieter pleite geht?
Bei pCloud-Lifetime ist das das primäre Risiko: pCloud International AG müsste fortbestehen, sonst sind die einmal-bezahlten Lifetime-Pläne wertlos. Seit Gründung 2013 ist die Firma operativ stabil mit mehreren Millionen Nutzern, aber ein 10-Jahres-Bet bleibt ein Bet. Tresorit hat seit 2021 Mehrheitsanteil bei Swiss Post Communications Services – die Schweizer Post ist Schweizer Staatsbetrieb, höchste Solvenz-Stufe. Proton AG wurde Mitte 2024 in die Proton Foundation überführt (gemeinnützige Stiftung mit Schweizer Bundesgesetz) – das Modell ist explizit darauf angelegt, nicht verkaufbar zu sein. Resümee: Proton hat die robusteste rechtliche Konstruktion gegen Übernahme/Insolvenz, Tresorit ist über die Schweizer-Post-Mehrheit fast genauso stark, pCloud-Lifetime ist die volatilste Wette.
Empfehlung
Für regulierte DACH-Branchen mit Schweigepflicht (Anwaltskanzleien, Steuerberater, Arzt-/Therapie-Praxen): Tresorit Business. Die Audit-Tiefe rechtfertigt das Premium-Pricing, weil Sie im Audit-Fall dokumentieren können – und das ist bei einer Beanstandung der entscheidende Unterschied.
Für privacy-first Solo-Selbstständige, Coaches und Tech-affine Teams: Proton Unlimited. Die Ökosystem-Konsolidierung (Drive + Mail + VPN + Pass) spart 30-40 € monatlich gegenüber Einzel-Abos und liefert mit dem Foundation-Modell die langfristig sicherste Eigentumsstruktur.
Für Privat-Nutzer mit Foto-Archiv und Solo-Selbstständige ohne Audit-Druck: pCloud 2 TB Lifetime + Encryption-Add-on. 499 € einmalig für 5+ Jahre Cloud-Storage (das Add-on kostet einmalig weitere 150 €) ist betriebswirtschaftlich kaum zu schlagen – Voraussetzung ist Akzeptanz des Lifetime-Risikos.
Hinweis: Affiliate-Status für alle drei Programme aktuell pending/todo. Wir empfehlen die Tools auf Basis der editorialen Bewertung, nicht der Commission-Höhe. Affiliate-Tracking wird aktiviert, sobald die jeweiligen Partner-Programme freigeschaltet sind.