Hetzner vs Strato 2026 — Welcher DACH-Hoster gewinnt?
Beide deutsche Hoster mit deutschen Servern. Beide schließen Drittland-Risiken aus. Aber sie sind für komplett unterschiedliche Käufer:innen gebaut: Hetzner für Tech-affine Setups mit Cloud-Workloads, Strato für klassischen DACH-Mittelstand mit One-Click-WordPress. Hier die Entscheidungshilfe nach Praxis-Test.
Veröffentlicht: 2026-03-15 · Re-test: 2026-05-10 — noch aktuell · Test-Setup: Hetzner CX22 + Strato Webhosting Plus parallel · beide Lizenzen privat bezahlt.
Schnelles Urteil
- Pricing langfristig: Hetzner
- Erstjahr-Lockpreis: Strato (knapp)
- Performance: Hetzner
- WordPress-Komfort: Strato
- Cloud-Workloads / Self-hosting: Hetzner
- 24/7-DE-Telefon-Support: Strato
- Tech-Modernität: Hetzner
- DSGVO: Beide stark
Auf einen Blick
| Kriterium | Hetzner | Strato |
|---|---|---|
| Anbieter | Hetzner Online GmbH (Gunzenhausen) | Strato AG (Berlin) |
| Server-Standort | Falkenstein, Nürnberg | Berlin |
| Latenz aus DE (gemessen) | 18-25 ms | 40-60 ms |
| Hardware | AMD EPYC, NVMe SSD | klassische Shared-Hosting-Strukturen |
| Einstiegspreis (1. Jahr) | 4,51 EUR/Mo (CX22, dauerhaft) | 3 EUR/Mo (Lockpreis, danach ~7+) |
| Pricing-Transparenz | Stabil, monatlich kündbar | Erstjahr-Lockpreise, dann Verdopplung |
| Cloud-VPS verfügbar | Ja, Marktstandard | Ja, V-Server (klassisch) |
| One-Click-WordPress | Webhosting-Plan: ja | Ja, sehr ergonomisch |
| Plesk-Panel | Optional | Standard |
| SSH-/Root-Zugriff | Ja (Cloud + dedicated) | Eingeschränkt (Webhosting), ja (V-Server) |
| Support | Ticket-System (dt./engl.), 1-4 h | 24/7 deutsche Telefon-Hotline |
| API & Terraform | Marktführend | Vorhanden, weniger ausgereift |
| Backups | Snapshots ab 1 EUR/Mo, optional | Daily-Backups inklusive |
| Skalierbarkeit | Vertikal + horizontal nahtlos | Stufenweise, etwas träger |
| DSGVO | DSGVO-konform · Deutschland (Falkenstein/Nürnberg) | DSGVO-konform · Deutschland (Berlin) |
Hetzner: was im Test überzeugt
1. Best-in-class Preis-Leistung am DACH-Markt
CX22 für 4,51 EUR/Monat: 2 vCPU, 4 GB RAM, 40 GB NVMe-SSD, 20 TB Traffic inklusive — das ist nirgends im DACH-Markt zu schlagen. Wer es einmal mit internationalen Cloud-Anbietern (DigitalOcean, Linode, AWS Lightsail) vergleicht, merkt: Hetzner ist 30-50 % günstiger bei vergleichbarer Hardware.
2. Performance ist Marktspitze
Latenz aus deutschen Mobilfunk-Netzen: 18-25 ms zu Falkenstein, 22-28 ms zu Nürnberg. AMD EPYC mit NVMe-SSD heißt: typisches WordPress-Setup lädt in ~250 ms TTFB. Strato Webhosting brauchte in unseren Tests ~600-800 ms TTFB für vergleichbare Sites — das macht für SEO und User-Experience einen messbaren Unterschied.
3. Cloud-Konsole und API auf Niveau
Hetzner Cloud-Konsole ist eines der besten Server-Management-UIs am Markt. API ist umfassend, Terraform-Provider ausgereift. Wer Infrastruktur-as-Code fahren will, hat hier Premium-Niveau. Strato-API existiert, ist aber für Self-hosting-Workflows weniger relevant — Strato-Käufer:innen klicken im Browser.
4. Skalierungs-Pfad ist nahtlos
Von CX22 (4,51 EUR) zu CX32 (6,99 EUR) zu CCX13 (16 EUR dedicated) zu dedicated Root-Servern (~30+ EUR) — alles in einer Konsole, ein Vertrag. Wer mit einem Side-Project startet und auf Production-Infrastructure skaliert, muss nicht Anbieter wechseln.
Zwischenfazit: Wenn du Cloud-Workloads, Self-hosted-Tools (n8n, Cal.com, Outline) oder eigene Web-Apps deployen willst, ist Hetzner unschlagbar beim Preis-Leistungs-Verhältnis. CX22 reicht für die meisten Solo-Setups.
Strato: was im Test überzeugt
1. Niedrigster Erstjahr-Lockpreis am DACH-Markt
Strato Webhosting Basic ab 3 EUR/Monat im 1. Jahr ist ein realer Anker für Solo-Selbstständige, die ein einfaches Webhosting + Domain wollen. Achtung: Ab Jahr 2 verdoppelt sich der Preis. Wer langfristig denkt, sollte die Gesamtkosten über 24 Monate kalkulieren — dann ist Hetzner günstiger.
2. One-Click-WordPress ist ergonomisch
Strato hat den klassischen "Domain + Hosting + WordPress" One-Click-Flow perfektioniert. Wer eine Site startet ohne Tech-Affinität, ist hier in 10 Minuten live. Plesk-Panel deckt 90 % der Verwaltungs-Aufgaben ab. Hetzner hat das auch, aber Strato ist hier einen Tick handgehaltener.
3. 24/7 deutsche Telefon-Hotline
Wenn Sonntag-Nacht die Site down ist und du anrufen willst — Strato hat deutschsprachige Telefon-Hotline rund um die Uhr. Hetzner antwortet per Ticket mit ~1-4 h Reaktionszeit (in Bürozeiten). Für klassischen Mittelstand mit „kann nicht warten"-Gefühl ist das ein realer Strato-Vorteil.
4. Daily-Backups standardmäßig dabei
Strato sichert deine Site automatisch täglich, Restore via Plesk in 5 Minuten möglich. Bei Hetzner kostet das extra (Snapshots ab 1 EUR/Monat, manuelles Setup). Für Nicht-Tech-Käufer:innen ist das Strato-Backup-Komfort einfacher zu handhaben.
Zwischenfazit: Wenn du klassisches Webhosting mit One-Click-WordPress + 24/7 deutscher Telefon-Support willst, ohne Server-Admin-Skills mitbringen zu müssen, ist Strato die pragmatische Wahl. Achte auf den Preisanstieg ab Jahr 2.
Empfehlung pro Use-Case
Tech-affine(r) Solopreneur:in
→ Hetzner Cloud CX22 (4,51 EUR/Mo)
Perfekt für Self-hosted-Stack: n8n + Cal.com + Outline + eigene Apps auf einer Instanz. Snapshots für 1 EUR Aufpreis, modernes UI, sauberes API.
Klassischer DACH-Solopreneur mit WordPress-Site
→ Strato Webhosting Plus (6 EUR/Mo, 1. Jahr)
One-Click-WordPress, Daily-Backup, Telefon-Support — alles in einem Paket. Achtung: Ab Jahr 2 ~12 EUR/Mo. Über 24 Monate 144 EUR vs Hetzner CX22 mit 108 EUR.
Mittelstand mit „kann nicht warten"-Anspruch
→ Strato V-Server (9 EUR/Mo)
Wenn Telefon-Support-Verfügbarkeit höher zählt als Performance-Spitze und du Plesk-Panel statt SSH-Konsole bevorzugst.
Production-Apps mit Performance-Anspruch
→ Hetzner Cloud CX32 oder CCX13 (6,99-16 EUR/Mo)
Bessere Hardware (AMD EPYC mit NVMe), niedrigere Latenz, Multi-Server- Skalierung via API. Bei vergleichbarem Pricing klar überlegen.
E-Commerce-Site (Shopify-Alternative)
→ Hetzner Cloud + WooCommerce
Performance ist beim Online-Shop conversion-relevant: 600 ms TTFB statt 250 ms kann ~5-10 % Conversion-Verlust bedeuten. Hetzner gewinnt hier.
Anfänger ohne Tech-Skills
→ Strato Webhosting Basic (3 EUR/Mo, 1. Jahr)
Niedrigste Einstiegshürde, Plesk-Panel ist intuitiv, Telefon-Support hilft bei Verständnisfragen. Erst wenn der erste Skill-Sprung kommt, lohnt der Wechsel zu Hetzner.
Was beide richtig machen
Beide bieten kostenlosen Letsencrypt-SSL automatisch, beide haben deutsche Support-Sprache, beide sind Mitglied im eco-Verband (Bundesverband der Internetwirtschaft). Die DSGVO-Wahl zwischen den beiden ist neutral — die Wahl basiert auf Tech-Komfort und Pricing-Modell.
Häufig gestellte Fragen
Hetzner oder Strato — was ist günstiger?
Beim absoluten Einstiegs-Lockpreis im 1. Jahr ist Strato (~3 EUR/Monat) leicht günstiger als Hetzner Webhosting (~4 EUR/Monat). Aber: Strato verdoppelt die Preise ab dem 2. Jahr (~7+ EUR/Monat), Hetzner Cloud bleibt monatsweise abrechenbar bei ~4,51 EUR/Monat dauerhaft. Über 24 Monate ist Hetzner deutlich günstiger und transparenter.
Welcher hat die bessere Performance?
Hetzner Cloud (Falkenstein, Nürnberg) hat in unseren Latenz-Tests aus DE-Setups 18-25 ms Round-Trip — deutlich schneller als Strato Webhosting (40-60 ms). Hetzner setzt auf moderne AMD-EPYC-Hardware mit NVMe-SSD; Strato auf klassische Shared-Hosting-Strukturen. Bei tech-affinen Workloads ist der Unterschied spürbar.
Welcher ist DSGVO-konformer?
Beide sind sehr stark — beide deutsche GmbHs mit deutschen Rechenzentren, beide AVV im Standard, beide unterliegen ausschließlich deutschem Recht. Hetzner-Server stehen in Falkenstein/Nürnberg, Strato in Berlin. Aus DSGVO-Sicht ist die Wahl neutral. Beide schließen US-Hoster-Risiken praktisch aus.
Brauche ich Hetzner-Tech-Skills oder reicht ein Browser?
Hetzner Cloud setzt minimale Server-Admin-Kenntnisse voraus (SSH-Login, Linux-Basics). Wer das nicht hat, ist bei Strato Webhosting besser aufgehoben — dort gibt es One-Click-WordPress, Plesk-Panel, und keinen direkten Server-Zugriff nötig. Hetzner Webhosting (klassisches Webspace, ohne Cloud) ist ähnlich einfach wie Strato — viele wissen nicht, dass Hetzner das auch hat.
Welcher hat den besseren Support?
Strato hat 24/7 deutschen Telefon-Support und ist damit für Mittelstand-Käufer:innen zugänglicher. Hetzner antwortet primär per Ticket-System (deutsch + englisch), Antwortzeiten in unseren Tests: 1-4 Stunden in Bürozeiten — ausreichend für Tech-Setups, aber kein Notfall-Telefon in der Nacht. Strato gewinnt im Support-Komfort.
Welcher ist besser für WordPress?
Strato ist ergonomischer (One-Click-WordPress, automatische Updates, Backup-System inklusive). Hetzner Webhosting ist auch WordPress-tauglich, aber etwas weniger handgehalten. Wenn WordPress dein Haupt-Setup ist und du keine Tech-Affinität mitbringen willst, ist Strato die pragmatische Wahl. Wer WordPress in einer Cloud-VPS-Umgebung selbst hosten will (volle Kontrolle, eigene Caching-Setups), ist bei Hetzner Cloud richtig.
Lohnt sich Hetzner für Solo-Selbstständige?
Ja, wenn ein Mindest-Maß an Tech-Komfort vorhanden ist. CX22 (4,51 EUR/Mo) reicht für Solo-Sites, n8n-Self-hosting, Cal.com, Outline-Wiki. Wer aber den Aufwand für Server-Wartung scheut, ist bei Strato Webhosting Plus (~6 EUR/Mo erstes Jahr, danach ~12 EUR) komfortabler aufgehoben.
Unsere finale Empfehlung
Wenn du Tech-Affinität mitbringst (oder bereit bist, sie zu lernen): Hetzner. Beste Preis-Leistung am DACH-Markt, Performance- Spitze, Skalierungs-Pfad bis Enterprise. Über 24 Monate ohne Lockpreis-Falle.
Wenn du klassische Mittelstand-Hosting-Erwartung hast (Telefon ans-Hilfe-Team, One-Click-Setup, Plesk-Panel): Strato. Erstjahr- Lockpreis ist real, danach nicht mehr Premium-Pricing — aber das Service-Niveau rechtfertigt es für viele DACH-Käufer:innen.
Für die meisten DACH-Solos und Agenturen mit Web-Bedarf: Hetzner ist die langfristig bessere Wahl, sofern minimaler Tech-Komfort vorhanden ist — der Pricing-Vorteil über 24 Monate ist signifikant.